Gretzenbach

Rechnung ist besser als budgetiert, der Steuerertrag stagniert

87'600 Franken beträgt das Minus in der Rechnung 2016 der Gemeinde Gretzenbach.

87'600 Franken beträgt das Minus in der Rechnung 2016 der Gemeinde Gretzenbach.

Die Rechnung 2016 der Gemeinde Gretzenbach ist besser als erwartet, obwohl die Steuereinnahmen stocken.

Statt des budgetierten Verlustes von 338'230 Franken schliesst die Jahresrechnung in Gretzenbach mit einem leichten Defizit von Fr. 87 606.55 ab. Der Cashflow von Fr. 200'555.13 deckt die Investitionen von 1,275 Mio. Franken nur zu 16 Prozent.

Gegenüber dem budgetierten Cashflow von 290'070 Franken (3,3 Prozent) ergibt sich ein Cashflow von Fr. 200'555.13 respektive 2,3 Prozent vom Steuer- und Gebührenertrag von 8,6 Mio. Franken. Trotz deutlichem Rückgang beim Steuerertrag kann dank tieferen Abschreibungen ein einigermassen befriedigendes Ergebnis ausgewiesen werden.

KKG-Steuern halbiert

Die Entwicklung des Steuerertrags wurde leicht gedämpft und liegt mit 7,7 Mio. Franken knapp 1 Prozent über dem Budget. Der Rückstand von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erklärt sich mit massiven Wertberichtigungen aufgrund von Ertragseinbussen wichtiger Steuersubjekte.

Insbesondere die unklare Vertragssituation zwischen dem Steueramt Kanton Solothurn und dem Kernkraftwerk Gösgen (KKG) führt zu einer Halbierung von dessen Steuerleistung. Zusätzlich sind bei den bedeutendsten steuerpflichtigen natürlichen Personen nachhaltige Einbussen von insgesamt 287 900 Franken zu verzeichnen, womit die Wertberichtigung 449'700 Franken beträgt.

Eine weiterhin positive Entwicklung ist bei den Sondersteuern (Kapitalbezüge) und den Quellensteuern sowie den Grundstückgewinnsteuern zu verzeichnen, welche mit Fr. 388'368.45 um 39 Prozent über dem Budget und damit im Vorjahresbereich liegen.

Kosten tiefer als budgetiert

Die beeinflussbaren Kosten konnten weitgehend im Budgetrahmen respektive unter Budget abgeschlossen werden (–4 Prozent). Bei der Verwaltung, der öffentlichen Sicherheit, der Kultur, dem Verkehr inklusive Strassenunterhalt und der Umwelt wurden die Budgetvorgaben unterschritten, während die Bildung, die Gesundheit und die Soziale Sicherheit deutlich über den Budgets abgeschlossen haben.

Im Bildungsbereich sind es vor allem die nicht beeinflussbaren externen Schulkosten inklusive Sonderschulen, welche ihre Budgets deutlich überschreiten (+106'000 Franken). Während die ICT-Kosten, die Schulleitung und der Liegenschaftsunterhalt unter ihren Budgets abschliessen (–75'000 Franken), leiden die Personalkosten unter den Stellvertretungen und liegen über ihren Budgets (+56'000 Franken). Insgesamt beträgt die Budgetüberschreitung bei der Bildung vertretbare 2 Prozent auf ein Kostenvolumen von mehr als 4 Mio. Franken.

Während die Sozialhilfekosten inklusive SRUN-Administration erfreulicherweise unter den Budgetvorgaben abschliessen (–26'000 Franken), verzeichnen die vom Kanton verrechneten und nicht beeinflussbaren Kosten der Ergänzungsleistungen AHV/IV deutliche Budgetüberschreitungen (+133'000 Franken) und erreichen insgesamt Fr. 2'046'591.87. Die reinen Kosten der Administration und Infrastruktur der SRUN belaufen sich auf Fr. 203'177.03 und liegen damit zwar Fr. 7577.03 respektive 3,8 Prozent über Budget, aber 17 Prozent unter dem Vorjahr.

Spezialfinanzierungen

Gesamthaft schliessen die Spezialfinanzierungen mit einem Verlust von Fr. 107'108.52 ab und weisen dennoch ein genügendes Eigenkapital von Fr. 1'647'394.76 aus.

Trotz einem Verlust der Wasserversorgung von Fr. 95'225.90 ergibt sich ein Cashflow von rund 30'000 Franken respektive 10 Prozent, bei einem Gebührenertrag von 303'000 Franken.
Mit dem Gewinn der Abwasserbeseitigung von Fr. 5933.33 ergibt sich ein Cashflow von rund 65'000 Franken respektive 25 Prozent, bei einem Gebührenertrag von 263'000 Franken.

Der Verlust der Abfallbeseitigung von Fr. 17'815.95 schlägt sich auf den Cashloss von 9000 Franken respektive –3 Prozent nieder, bei einem Gebührenertrag von 276'000 Franken. Erfreulich ist die Entwicklung der Deckungsbeiträge im verursachergerechten und gebührenfinanzierten Abfallbereich, wo trotz diverser Preisreduktionen bei den Grundgebühren sowie dem Kehricht und Grüngut stabile Erträge zur Finanzierung der gesamten Abfallrechnung generiert werden können.

Investitionen

Gegenüber den budgetierten Investitionen von 1'915'900 Franken wurden deutlich weniger, nämlich netto Fr. 1'274'975.18 investiert. Die getätigten Investitionen betreffen im Wesentlichen die erste Etappe der Duschanlagen Meridian (Fr. 50'243.85), weitere Etappen der Köllikerstrasse (Fr. 529'214.25), die Sanierung im Grod (Fr. 45'147.10) und am Grabackerweg (249'122 Franken) sowie den Ersatz eines Werkhoffahrzeugs (Fr. 117'956.20), den Ersatz der Betriebswarte Wasserversorgung (Fr. 73'106.20) und die neuen Wägesysteme (Fr. 67'861.15). Eine wesentliche Entlastung der Investitionen ergibt sich durch die verrechneten Anschlussgebühren von Fr. 86'982.50 (Spezialfinanzierung Wasser) und Fr. 153'520.23 (Spezialfinanzierung Abwasser), welche nicht budgetiert waren.

Verlust ist verkraftbar

Das Jahresergebnis 2016 ist geprägt von hohen Wertberichtigungen beim Steuerertrag, tieferen Abschreibungen und einer grossen Budgetdisziplin bei den beeinflussbaren Kosten. Die nicht-beeinflussbaren Kosten werden hauptsächlich durch Vereinbarungen, regionale Zusammenarbeitsformen und insbesondere kantonale Gesetze und Verordnungen geprägt. Der Verlust von Fr. 87'606.55 ist erträglich und bei einem Eigenkapitalpolster von Fr. 1'453'350.70 ist dieser auch verkraftbar.

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