Projekt nach Fahrplan
Initiantin von «Sonderzone Gnadenhof» in Erlinsbach: «Ich will warten, bis alles bewilligt und fertig ist»

Eva Merz hat bereits Platzierungsanfragen für Tiere erhalten – sie will aber ihrem Projekt, dem Erlinsbacher Gnadenhof, genug Zeit geben. Bisher läuft alles nach Plan.

Noël Binetti
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Eva Merz plant in der ehemaligen «Gartengalerie» in Erlinsbach eine Sonderzone Gnadenhof. Das Projekt ist auf Kurs.

Eva Merz plant in der ehemaligen «Gartengalerie» in Erlinsbach eine Sonderzone Gnadenhof. Das Projekt ist auf Kurs.

Bruno Kissling (Archiv)

Für Eva Merz läuft es wie geplant. Die Baslerin hat mit der ehemaligen «Gartengalerie» an der Saalhofstrasse in Erlinsbach ein ideales Grundstück gefunden für ihr Projekt: ein Gnadenhof für betagte und kranke Deutsche Doggen. Auch andere Tiere sollen hier einmal Zuflucht finden, noch ist es aber nicht soweit. Im Sommer stellte Merz ihr Projekt erstmals der Öffentlichkeit vor.

Seit da ist einiges passiert und es scheint, als könne der von Merz umrissene Fahrplan eingehalten werden. Ende August organisierte Merz für Interessierte einen Tag der offenen Tür auf dem Parkgelände: «Das war ein sehr gelungener Anlass», erzählt sie auf Anfrage. «Es kamen über hundert Leute, es entwickelten sich gute Gespräche mit Menschen aus dem Dorf.» Aber auch von weiter her hätten einige hergefunden.

Besuch auf dem Grundstück letzten Sommer:

Eva Merz mit Hündin Gina: deren hellbraune Fellfarbe heisst bei den Deutschen Doggen «gelb».
6 Bilder
Das Gewächshaus: noch herrscht hier Unordnung. Eva Merz möchte das Gewächshaus etwas erhöhen und die Plastikfolien durch Glasscheiben ersetzen.
Steinerne Wächter: Neben den Skulpturen leben heute erst die beiden Hunde von Eva Merz auf dem Grundstück.
Zahlreiche Kunstobjekte sind im Park verteilt und erinnern an das Lebenswerk von Peter Wenger.
Die Vorderseite des Gebäudes an der Saalhofstrasse.
Das Grundstück «Eye»: Neben dem Park für die Öffentlichkeit bieten sich Wiese und Wege für den Auslauf der Tiere an.

Eva Merz mit Hündin Gina: deren hellbraune Fellfarbe heisst bei den Deutschen Doggen «gelb».

Bruno Kissling

Keine Beschwerden gegen das Projekt eingegangen

Zuletzt fand von Mitte November bis Mitte Dezember die erste öffentliche Auflage für das Projekt statt. Gefragt, ob dazu Beschwerden eingingen, sagt Merz: «Keine Einzige.» Damit hat der Gnadenhof eine erste Hürde genommen; die Planung kann ihren Lauf nehmen. «Ich werde mich demnächst mit dem Architekten zusammensetzen.» Merz will nichts überstürzen: «Das Ganze braucht seine Zeit, das war mir von Anfang an klar.» Auch die Zusammenarbeit mit Gemeinde und Kanton entwickle sich zielführend:

«Wenn die Pläne erstellt sind, erfolgt die Baueingabe. Diesen Schritt möchten wir noch dieses Jahr realisieren.»

Dann werde sich zeigen, ob dagegen Einsprachen eingehen. Doch dann kommt schon der Winter und mit ihm die Zeit, über allfällige Einwände zu verhandeln. Merz erklärt: «In den Wintermonaten will ich sowieso keine baulichen Massnahmen angehen, weil hier in Steinhaufen und kleinen Unterschlüpfen viele Tiere ein Zuhause haben.» Zuvor sollen die konkreten Pläne aber wiederum der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Idyllisch gelegen: Das Grundstück, auf dem für die Moiren-Stiftung eine Sonderzone Gnadenhof entstehen soll.

Idyllisch gelegen: Das Grundstück, auf dem für die Moiren-Stiftung eine Sonderzone Gnadenhof entstehen soll.

Bruno Kissling (Archiv)

Erste Platzierungsanfragen abgelehnt

Aktuell stellt die Baubehörde der Gemeinde das Dossier dem kantonalen Amt für Raumplanung zu. Dieses prüft sämtliche Unterlagen und formuliert schliesslich einen Genehmigungsantrag zuhanden des Regierungsrates. Wenn dieser sein Einverständnis erteilt, wird die von Merz angestrebte Änderung in eine «Sonderzone Gnadenhof» mit der Publikation im Amtsblatt rechtskräftig.

Merz ist zuversichtlich, dass ihr Projekt 2024 abgeschlossen wird und sie den Gnadenhof mit ihrer eigenen Moiren-Stiftung in Betrieb nehmen kann. Unterdessen hatte sie bereits mehrere Anfragen, ob sie Tiere bei sich aufnehmen könne. «Die habe ich alle abgelehnt, jetzt leben hier nur meine eigenen Tiere. Ich will damit warten, bis alles bewilligt und fertig ist», sagt sie.

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