Mussie Zerai aus Erlinsbach SO bekommt auf dem Höhepunkt der Krisensituation im Mittelmeer zahlreiche Anrufe von Flüchtlingen. Er gibt die Koordinaten der in Seenot geratenen Boote an die italienische oder maltesische Küstenwache weiter und rettet damit unzählige Leben.

Der heute 40-jährige katholische Priester und humanitäre Aktivist ist gebürtiger Eritreer und betreut im Auftrag des Vatikans seit vier Jahren auch die gläubigen Eritreer und Äthiopier in der Schweiz. Für seinen Einsatz wurde Mussie Zerai dieses Jahr sowohl für den Friedensnobelpreis als auch für den «Beobachter Prix Courage» vorgeschlagen. 

Ebenfalls für den «Beobachter Prix Courage» nominiert:

- Alexander Marx aus Vulpera GR bewies Mut, als er den Fleischskandal um den Bündner Fleischhändler Carna Grischa letztes Jahr quasi im Alleingang aufdeckte, obschon ihn sein ehemaliger Arbeitgeber deswegen unter Druck setzte. Dank Marx konnten die Geschäftspraktiken von Carna Grischa, bei denen man Poulet aus Ungarn für Schweizer Güggeli ausgab und Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte, enthüllt werden.

- Petra und Bruno Zürcher aus Buchs ZH sprachen öffentlich über den Suizid ihrer Tochter Mirjam. In einem Artikel im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» beschreiben sie ihren steinigen Weg zurück
ins Leben, gepflastert mit Verzweiflung, Schuldgefühlen und Wut. Dank ihrem offenen Umgang mit dem Thema Kindsverlust haben sie zahlreichen Eltern in ähnlichen Situationen Mut gemacht. 

- Senat Iseni aus Dietikon ZH zog in letzter Sekunde einen betrunkenen Passanten von den Gleisen im Bahnhof Stadelhofen, bevor der einfahrende Zug den Mann überfahren hätte. Mit seiner
geistesgegenwärtigen Tat rettete Iseni selbstlos und ohne Zögern das Leben eines Fremden. 

- Erna Niedermann aus Flawil SG rettete zwei Frauen aus der reissenden Thur. Obschon sich die 70-Jährige selber als eher schlechte Schwimmerin bezeichnet, stürzte sie sich samt Schuhen und
Tasche in den Fluss. Dank ihrem beherzten Eingreifen haben die beiden jungen Frauen den Zwischenfall unbeschadet überlebt.

- Bianca Koller aus Dietschwil SG reiste in einem Jahr gleich zweimal für das Schweizerische Rote Kreuz in Krisengebiete, wo sie trotz Ansteckungsgefahr und Nachbeben Nothilfe leistete. Bei ihrem
ersten Einsatz widmete sich die junge Pflegefachfrau Ebola-Kranken in Sierra Leone. Im gleichen Jahr flog sie nach Nepal, das von schlimmen Erdbeben verwüstet worden war. Mit ihrer selbstlosen
Mithilfe bewies Bianca Koller grossen Mut und viel Mitgefühl.

Die Wahl des Preisträgers erfolgt sowohl durch das Publikum via Telefon- und SMS-Voting als auch durch die Jury unter der Leitung von Pascale Bruderer. Der «Beobachter Prix Courage» ist mit 15‘000
Franken dotiert. Der Preisträger wird am 30. Oktober in feierlichem Rahmen in Zürich geehrt.