Dulliken

«Planung war zu optimistisch»: Souverän genehmigt halbe Million Franken

2,5 Millionen Franken kostet der Neubau des Klubhauses auf der Sportanlage Ey in Dulliken. Das Gebäude wird von drei Sportvereinen genutzt.

2,5 Millionen Franken kostet der Neubau des Klubhauses auf der Sportanlage Ey in Dulliken. Das Gebäude wird von drei Sportvereinen genutzt.

Die Dulliker mussten erneut über das neue Klubhaus in der Ey in Dulliken entscheiden. Nicht alle waren vom Nachtragskredit begeistert.

Mit 88 Stimmberechtigten waren an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung weniger Dulliker Einwohner anwesend als vergangenen Dezember an der Budgetversammlung. Die Entscheidung, Geld in ein neues Klubhaus in der Sportanlage Ey zu investieren, fiel aber ähnlich eindeutig aus.

Mit 82 Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen genehmigte der Souverän den Nachtragskredit von einer halben Million Franken. Dieser Betrag kommt zu den zwei Millionen Franken dazu, die im Dezember von 155 von 162 Stimmberechtigten befürwortet wurden.

Darum reichen zwei Millionen Franken nicht

Grund für den Neubau des Klubhauses ist, dass sich das aktuelle Gebäude in einem
desolaten Zustand befindet. Mit dem FC Dulliken, dem FC Juventus Dulliken und dem Baseball-Verein Truck Star Dulliken nutzen drei Vereine mit über 340 Mitgliedern die Anlage.

Neben der Genehmigung des Protokolls der vergangenen Gemeindeversammlung war der Nachtragskredit für das Bauvorhaben das einzige Traktandum. Gemeindepräsident Walter Rhiner erklärte, wie es zur ausserordentlichen Versammlung gekommen war: Nach der Genehmigung im Dezember startete die Detailplanung des Projekts. Dabei stellte sich heraus, dass die einberechneten zwei Millionen Franken nicht reichen würden. Das Vorhaben musste erneut vor den Souverän.

Gemeinderat sah keine Einsparmöglichkeiten

Um den Baustart, der eigentlich auf diesen Herbst angesetzt war, nicht weiter zu verzögern, entschied sich der Gemeinderat für eine ausserordentliche Gemeindeversammlung. «Dass ein Beschluss in der Detailplanung nicht besteht und noch einmal fast unverändert vor die Versammlung muss. Diese Situation hat der Gemeinderat nicht gesucht», stellte Rhiner fest.

Die Planung sei zu optimistisch gewesen, wie sowohl der Gemeindepräsident als auch Gemeinderat Konrad Schenker eingestehen mussten. Schenker erklärte, dass die Hauptgründe bei der Lüftung und den Sanitäranlagen liegen, deren Kosten erst unterschätzt wurden. Der Gemeinderat habe aber keine weiteren Einsparmöglichkeiten gesehen.

Droht eine Steuererhöhung?

Der Annahme des Nachtragskredits ging eine Abstimmung voraus, ob der Nachtragskredit an die Urne gebracht werden sollte. Unmittelbar nach dem Eintreten auf das Traktandum stellte eine Einwohnerin den entsprechenden Antrag. Sie verlangte eine genauere Erklärung, wie die Mehrkosten entstehen konnten, und sorgte sich um eine drohende Steuererhöhung. In diesem Zusammenhang erwähnte sie auch die anstehenden Investitionen von knapp 40 Millionen Franken für neuen Schulraum.

Fast ebenso rasch kamen Stimmen, die von einer Urnenabstimmung abrieten. «Damit würden wir wieder ein halbes Jahr verlieren», mahnte ein Einwohner und erinnerte an den schlechten hygienischen Zustand des bestehenden Klubhauses, in dem etwa die Decke abblättert und Schimmel die Wände überzieht. Für sein Votum erntete er Applaus.

Dulliker wollten keine Urnenabstimmung

Gemeindeschreiber Andreas Gervasoni bestätigte, dass die Gemeinde finanziell derzeit gut dastehe und die Finanzierbarkeit des Vorhabens gewährleistet sei. Er relativierte die
40 Millionen Franken, die die Vorrednerin erwähnt hatte: «Dieser Betrag verteilt sich auf die nächsten 35 Jahre. Nur 17 Millionen entfallen auf den neuen Schulraum und einen neuen Kindergarten, der restliche Betrag wird für Unterhaltskosten benötigt.»

Anschliessend stimmte die Versammlung über den Antrag auf eine Urnenabstimmung ab. Der Vorschlag wurde mit drei Ja-Stimmen bei 85 Gegenstimmen ohne Enthaltungen abgeschmettert – und der Kredit wurde anschliessend deutlich angenommen.

«Das habe ich noch nie erlebt»

Gemeindepräsident Rhiner entschuldigte sich für die zu euphorische Planung und drückte seine Freude darüber aus, dass dem Neubau des Klubhauses nun nichts mehr im Weg steht. «Das habe ich in meiner Zeit in der Politik noch nie erlebt, dass wir ein bewilligtes Geschäft noch einmal bringen mussten», gab er zu.

Zum Schluss der knapp einstündigen Versammlung informierte er noch darüber, dass für die ausgeschriebene Stelle als Leitungsperson der Bauverwaltung derzeit die Bewerbungen gesichtet und bald erste Bewerbungsgespräche geführt werden.

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