Hauenstein-Ifenthal
Pferdekutsche, 100-jährig, sucht Liebhaber – Pius Studer möchte Kutsche verkaufen

Pius Studer aus Hauenstein-Ifenthal möchte die Kutsche schon länger verkaufen, findet aber keinen Abnehmer.

Rahel Bühler
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Um diese alte Dame geht es: die Pferdekutsche von Pius Studer

Um diese alte Dame geht es: die Pferdekutsche von Pius Studer

zvg

Normalerweise gibt es auf dem Neumatt-Hof in Hauenstein-Ifenthal Blütenhonig, frischer Apfelsaft oder Quitten zu kaufen. Dieser Tage hat die Familie Studer allerdings ein ganz besonderes Pferd im Stall: eine über 100-jährige Kutsche. Verkaufen will sie der 70-jährige Pius Studer, dem die Kutsche seit den 80er-Jahren gehört. «Ich fahre nicht mehr damit», begründet er seinen Entscheid. Einfach gefallen sei ihm dieser allerdings nicht. «Etwas Wehmut schwingt auch mit, schliesslich habe ich einmal dafür gekämpft, dass ich sie kaufen konnte.»

«Hochzeits-Boom ist vorbei»

Das handgeschmiedete Gestell der Kutsche ist über 100 Jahre alt, das Innenleben sowie die Räder sind mit 25 Jahren vergleichsweise jung. Sie bietet Sitzgelegenheiten für vier Personen, auf dem Kutschbock befinden sich zwei weitere Plätze. Genutzt werden kann die Kutsche zum Ausfahren an speziellen Anlässen wie etwa an Hochzeiten oder Geburtstagen.

Verkaufen möchte Pius Studer «sein Liebhaberobjekt», wie er es nennt, schon länger. Er findet aber keinen Abnehmer: «Der Fokus der Pferdesportler liegt auf dem Dressurreiten und nicht auf dem Kutschenfahren», weiss er. Ausserdem seien Kutschen, diese hier ist ein Landauer, nichts mehr wert: «Der Boom, in Kutschen zu heiraten, ist vorbei», erklärt Studer. Auf der Homepage des Neumatt-Hofs ist das Gefährt derzeit zu einem Preis von 10'000 Franken ausgeschrieben. «So viel Geld werde ich allerdings nicht erhalten», ist sich der Hauensteiner bewusst. Deshalb würde er sein Gefährt auch für weniger Geld hergeben. Etwa jemandem, bei dem er wüsste, dass er oder sie oft ausfahren würde. Denn: «Ich gebe die Kutsche nur einem Liebhaber.»

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