Niedergösgen
«Kulanter» Gemeinderat: Für Assistenzhunde muss hier keine Hundesteuer mehr bezahlt werden

Davon ist aktuell lediglich ein Tier betroffen – der Gemeinderat Niedergösgen beschliesst zudem den Kauf einer neuen Steuerung für die Schulheizung und die Mehrzweckhalle bekommt ein Geländer auf dem Dach.

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Wegen einer Solaranlage ist das Dach der Mehrzweckhalle begehbar. Darum fordert die Suva eine «Absturzsicherung», also ein Geländer (Archiv).

Wegen einer Solaranlage ist das Dach der Mehrzweckhalle begehbar. Darum fordert die Suva eine «Absturzsicherung», also ein Geländer (Archiv).

Remo Fröhlicher

«Die Holz-Hackschnitzelfeuerung für die Schulanlage leistet seit 2006 gute Dienste», schreibt der Gemeinderat in einem Bericht zu seiner letzten Sitzung. Rund 660 Kubikmeter Holzschnitzel pro Saison aus dem Niedergösger Wald erzeugen Wärmeenergie für alle vier Gebäude. Die Steuerung der komplexen Wärmeverteilung auf die einzelnen Gebäude erfolgt über eine Zentrale mit diversen Parametern.

Seit Herbst 2019 seien diverse elektronische Bauteile der Steuerung defekt, was zur Folge habe, dass die Nachtabsenkung nicht mehr programmiert werden könne und die Heizung auch an den Wochenenden rund um die Uhr laufe. Dadurch ist der Holzschnitzelverbrauch um rund 13 Prozent gestiegen. Für die bestehende Steuerung sind leider keine Ersatzteile mehr verfügbar, sodass eine neue Heizungssteuerung beantragt werden muss.

Der Gemeinderat genehmigte die Kreditfreigabe von insgesamt 25'000 Franken. Der Auftrag für die neue Steuerung im Umfang von 15'000 Franken geht an die Firma Hoval AG, Feldmeilen. Ferner wurden für Elektroarbeiten 7500 Franken, für den Sanitär-Installationen 1500 Franken und 1000 Franken als Reserve eingerechnet.

Für Assistenzhunde wird keine Hundesteuer mehr erhoben

Der Gemeinderat genehmigte ein Gesuch der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde in Allschwil zur Befreiung der Hundesteuer für Assistenzhunde. In den zurzeit geltenden Bestimmungen des Kantons Solothurn sind lediglich Blindenführhunde von der Hundesteuer befreit.

Für die Betroffenen bedeuten die Assistenzhunde eine grosse Erleichterung. Die Ausbildung dieser Hunde wird von der IV mitfanziert. «Der Gemeinderat zeigte sich kulant» und befreite ab sofort auch Assistenzhunde von der Hundesteuer, heisst es im Bericht. Die aktuelle Hundesteuer beläuft sich auf 120 Franken im Jahr. Auf Anfrage sagt Gemeindepräsident Roberto Aletti, dass die beschlossene Befreiung lediglich einen Hund betrifft.

Dieser Assistenzhund Eyk aus Birrhard AG ist ein Australian Shepherd.

Dieser Assistenzhund Eyk aus Birrhard AG ist ein Australian Shepherd.

Sandra Ardizzone

Ein weiteres Traktandum an der Sitzung von letzter Woche war ein erforderliches Geländer auf dem Dach der Mehrzweckhalle. Die zuständige Kommission hat die Submission für eine Suva-konforme Absturzsicherung für das Dach der Mehrzweckhalle ausgelöst und dem Gemeinderat die Arbeitsvergabe an den kostengünstigsten Anbieter beantragt.

Der Gemeinderat stimmte dem Kommissionsantrag zu, verlangt vor der Arbeitsvergabe jedoch zuerst eine Abklärungen bei der Suva, ob das geplante Vorhaben auch deren Ansprüchen befriedige. Die Suva schreibt eine solche Sicherung vor, weil das Dach zur Wartung der dort angebrachten Solaranlage begehbar ist. Der Gemeinderat hat weiter den Entscheid des Bau- und Justizdepartementes zur Beschwerde Signalisation Schachenstrasse zur Kenntnis genommen. Die Beschwerde wurde vollumfänglich abgewiesen. (mgt/otr)

Vier Klassen «kaum mehr zu führen» –
Klassenassistenz für die Schule vorgesehen

Die Schulleiterin führte in einem Antrag an den Gemeinderat aus: Wer tagein tagaus mit 17 bis 25 Kindern arbeitet, ist zwingend darauf angewiesen, dass die Kinder zu einem hohen Masse sozialisiert sind und sich an die Regeln der Schule halten können. In der Schule seien vier Klassen seit einiger Zeit kaum mehr zu führen. Dies münde in vermehrt negativen Erlebnissen bei allen Beteiligten. Zur Behebung solcher Probleme würden in den umliegenden Gemeinden häufig Klassenassistenzen eingesetzt. Diese entlasten Lehrpersonen und können da eingesetzt werden, wo es die Situation erfordert. Die Schulleitung beantragte dafür wiederholt ein Pensum von 60 Stellenprozenten. Zwei erste Anträge hatte der Gemeinderat zurückgewiesen. «Offensichtlich ist es aber so, dass das heutige Schulsystem mit dem Lehrplan 21 andere Herausforderungen an alle Beteiligten stellen als das früher der Fall war», schreibt er im aktuellen Bericht. Nach ausgiebigen Diskussionen folgte der Rat dem Antrag der Schulleitung. Der Gemeindeversammlung wird die Schaffung einer neuen Stelle für die Schule beantragt. Die Klassenassistenz soll in der Lohnklasse 3-4 der Dienst- und Gehaltsordnung eingestuft werden. (mgt/otr)