Entwicklung
Winznau setzt beim räumlichen Leitbild auf eine öffentliche Mitwirkung à la Corona

Die Gemeinde Winznau geht in der öffentlichen Mitwirkung zum Räumlichen Leitbild digitale Wege - aber auch ein Spaziergang ist geplant.

Noël Binetti
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Innovativ: Die Gemeinde verlagert eine Ergebniskonferenz zum Räumlichen Leitbild «Winznau 2040» zu einem grossen Teil ins Internet.

Innovativ: Die Gemeinde verlagert eine Ergebniskonferenz zum Räumlichen Leitbild «Winznau 2040» zu einem grossen Teil ins Internet.

Bruno Kissling (Archiv)

Im September 2019 fand eine Zukunftskonferenz zur Entwicklung der Gemeinde Winznau statt. Rund 60 Personen aus der Gemeinde haben damals daran teilgenommen. Die Ergebnisse sind in das Räumliche Leitbild eingeflossen. Nun steht dieses nochmals zur öffentlichen Mitwirkung bis Ende März bereit.

Wie die Gemeinde in einer amtlichen Publikation festgehalten hat, findet aufgrund der Pandemie keine reale Ergebniskonferenz statt. Trotzdem ist die Gemeinde bemüht, die Einwohnerinnen und Einwohner an der Entscheidungsfindung partizipieren zu lassen.

Am Montag gab es einen virtuellen Infoanlass. Über die Videosoftware Zoom informierten der Gemeinderat und die Planungskommission die Bevölkerung über den Stand der Dinge. «Es nahmen schätzungsweise 60 Personen daran teil», sagt der Winznauer Gemeindepräsident Daniel Gubler auf Anfrage. «Fünfzig waren angemeldet, teilweise waren aber mehrere Personen auf dem Bildschirm sichtbar.»

Nach einer allgemeinen Information durch die Planungskommission von Winznau sowie des ausführenden Ingenieurbüros hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in einzelnen digitalen Konferenzräumen im Detail von einem Moderator über die Vorhaben informieren zu lassen und Fragen zu stellen.

Gubler sagt dazu: «Das hat sehr gut funktioniert, wir erhielten danach viele gute Feedbacks.» Im Anschluss habe man die Ergebnisse im Plenum zusammengetragen und besprochen. Mit dieser Aktion versuchte die Gemeinde trotz der schwierigen Umstände möglichst viele Leute zu erreichen. Nebst Flyern und einer amtlichen Publikation habe man auch auf den Sozialen Medien auf den Anlass aufmerksam gemacht. «Die Gemeinde hat zwar keine eigenen Kanäle dafür, doch wir starteten einen Aufruf in einer geschlossenen Dorfgruppe eines sozialen Netzwerks», erklärt Gubler.

Dorfspaziergang als analoges Pendant

Wurden so auch die älteren Einwohnerinnen aus der Gemeinde erreicht?

«Es stimmt, das Durchschnittsalter war unter 60 Jahren. Die ältere Generation war nicht gut vertreten»,

gibt Gubler zu. Darum sollen nun bei zwei physischen Dorfspaziergängen auch jene erreicht werden, die nicht an der Veranstaltung im Netz teilnehmen konnten oder wollten. Der erste Spaziergang findet diesen Samstag statt. Gubler möchte das Projekt «Räumliches Leitbild Winznau 2040» nun zum Abschluss bringen: «Nachdem sich die Planungskommission erneut über das Dossier beugt, wird es zur Absegnung dem Gemeinderat vorgelegt.» Danach kommt der Entwurf in eine Endfassung und wird zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet. «Wenn alles passt, können wir die Vorlage an der Versammlung vom 28. Juni zur Abstimmung bringen», sagt Gubler.

So könnte das Räumliche Leitbild noch in der auslaufenden Legislatur abgeschlossen werden. Hauptstrasse und sichere Schulwege im Fokus Inhaltlich geht es bei der Raumentwicklung hauptsächlich um den Verkehr im Dorf so wie die allgemeine Siedlungsentwicklung. Einer der wichtigsten Punkte sei die Hauptstrasse. «Sie teilt unser Dorf in zwei Hälften und sorgt immer wieder für Diskussionen.»

Gubler sieht dabei die Lärmbelastung der Strasse sowie die Sicherheit des Langsamverkehrs als zentrale Anliegen der Bevölkerung. «Auch bei der Schulwegsicherung liegt ein Schwerpunkt», erklärt Gubler.

Aus Rückmeldungen der Bevölkerung glaubt Gubler zu wissen, dass diese zufrieden ist: «Den Leuten gefällt es hier zwischen Jurasüdfuss und dem Naherholungsgebiet an der Aare.» Gespräche würden zeigen, dass der dörfliche Charakter der Gemeinde erwünscht sei. «In Winznau wollen wir nicht Wachstum um jeden Preis.»

Hinweis: Dorfspaziergänge am Samstag, 13. und 27. März, von 9 bis 12 Uhr. Treffpunkt ist der Traubenplatz in der Dorfmitte.