Das Pilotprojekt des mobilen Spielplatzes im Rankwog startete im August 2018. Die Erwartungen waren gross: Die wöchentlichen Spielnachmittage auf der Wiese neben dem Kindergarten sollten die Lebensqualität verbessern und die aufgeheizte Stimmung abkühlen. «Wir hoffen, über die Kinder den Dialog zwischen den Erwachsenen fördern zu können», sagte der Trimbacher Gemeindepräsident Martin Bühler damals zu dieser Zeitung. Das Projekt steckte allerdings noch in den Kinderschuhen.

Während des Winters hat das Pilotprojekt nun gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Mehrere Bewohner des Wohnquartiers Rankwog engagierten sich: In «Théo’s Bäsebeiz» trafen sich die Kinder jeweils an einem Nachmittag pro Monat zum Spielen und Malen. Während Claudia Meier Mal- und Bastelsachen organisierte, brachte Dora Hammer verschiedene Kuchen vorbei. Und Theo Niklaus spendierte die Getränke.

«Wir wollen die Kinder zusammenbringen»

Damit das Pilotprojekt nun komplett eigenständig werden kann, wurde vergangene Woche ein Verein gegründet: der Verein Forum Rankwog Trimbach. Sein Zweck: «Das Zusammenführen von Gruppen- und Einzelinteressenten in den Aufbau und Erhalt eines konsensfähigen und lebendigen Quartiers Rankwog», so steht es in den Vereinsstatuten.

Die frischgebackene Präsidentin Merita Djelili ergänzt: «Wir wollen die Kinder zusammenbringen, sodass wir gemeinsam etwas bewirken können.» Djelili ist im Rankwog aufgewachsen und wohnt nun zusammen mit ihren beiden Söhnen in einem der Mehrfamilienhäuser.

1985 gab es bereits einen ähnlichen Verein

Der Verein ist ein Gemeinschaftswerk, als treibende Kraft steht aber der Trimbacher Karl Zimmermann dahinter. Er bezeichnet sich selbst als «Rankwog-Urgestein» und kümmert sich im Verein um die Finanzen. So kennt er denn auch die Geschichte seines Quartiers: «1985 gab es bereits einen Verein, der den Jugendraum betrieben hatte. Da Gelder unkontrolliert ausgegeben wurden, ging es mit dem Projekt aber schon bald bergab.»

Umso mehr scheint er sich zu freuen, dass er nun nochmals Teil einer engagierten Bewegung im Quartier sein darf. Zimmermann: «Unser Hauptziel besteht darin, den Turnaround im Rankwog zu schaffen.» Der Verein soll dabei als Dach über Aktivitäten aller Art im Quartier sein.

«Wandern mit Hauswarten»

So organisiert Kurt Weber — er ist Hauswart und Vereinsvorstandsmitglied — vier Ausflüge pro Jahr: «Wandern mit Hauswarten», heisst das Angebot, an dem auch Vereinspräsidentin und Hauswartin Djelili teilnimmt. «Wir müssen einen Weg finden, für jeden Bewohner etwas zu bieten», so Zimmermann.

Nichtsdestotrotz gibt es gleich mehrere Faktoren, die sich erschwerend auswirken: So sei der Altersunterschied zwischen den Quartierbewohnern riesig, die Älteren würden sich fast ausschliesslich zurückziehen und die Wünsche der Wohnungsmieter würden nicht immer denjenigen der Eigentumswohnungsbesitzer entsprechen. «Das sind wir uns alles bewusst», sagt Zimmermann und die Präsidentin Djelili nickt zustimmend.

Spielwiese soll zu «Spielplatz light» werden

Während sich der Verein Forum Rankwog noch im Aufbau befindet, scheinen die Spielnachmittage bereits ein fester Bestandteil des Quartiers zu sein: Nach der Winterpause kommt der mobile Spielplatz Mitte Mai wieder zurück auf die Spielwiese neben dem Kindergarten. Früher ist ein Beginn laut Zimmermann nicht möglich, da die Bauarbeiten an der Winznauerstrasse noch einige Wochen dauern würden.

«Wir setzen alles daran, dass die Spielwiese zu einem ‹Spielplatz light› wird», sagt Zimmermann. Das will heissen: Die Spielsachen werden weiterhin vom Robi-Spielplatz in Olten ausgeliehen, Djelili verstaut sie in den Lagerräumen in ihrem Wohnhaus. Ausserdem sollen die Nachmittage wie schon zu Pilotprojekt-Zeiten von Helfern aus dem Quartier geleitet werden. Zimmermann: «Wir vom Verein sind daran, neue Helfer zu rekrutieren.» Die Gemeinde Trimbach unterstützt das Nachmittagsprogramm für den Nachwuchs weiterhin finanziell.

«Das ist die Gemeinde dem Quartier schuldig»

Gemeindepräsident Martin Bühler ist noch immer überzeugt vom Rankwog-Projekt: «Uns ist klar, das ist ein ehrgeiziges Projekt, da es viel Engagement dafür braucht. Aber die Gemeinde ist es dem Quartier Rankwog schuldig.» Schliesslich würden in diesem Teil von Trimbach rund zehn Prozent aller Einwohner leben. Ende 2019 will die Gemeinde dann ein Fazit ziehen.

Neben dem Spielnachmittag kann sich Bühler auch ein gleichzeitig stattfindendes Sprachcafé vorstellen. «Das wäre ein Zusatzangebot. Für alle, die wollen», erklärt Bühler. Noch sei aber offen, wer diese Treffen für Erwachsene leiten könnte.