Schönenwerd

Neue Leitung: «Wir müssen das Paul Gugelmann-Museum neu erfinden»

Madeleine Kuhn löst Alice Kling als Geschäftsleiterin des Paul Gugelmann-Museums ab, Martin Planzer ist neuer Präsident des Vereins.

Gugelmann liessen sich am Mittwoch Abend von den Corona-Ängsten nicht einschüchtern und kamen scharenweise zur 25. Generalversammlung des Vereins zur Förderung des Paul Gugelmann-Museums. So sah man im gediegenen Speisesaal des Bally-Houses unter anderem Ruth Grossenbacher, Peter André Bloch, Esther Gassler, Verena Widmer und Peter Vogt, um nur einige Helferinnen und Helfer der ersten Stunde zu nennen. In der zweithintersten Sitzreihe, ganz in schwarz gekleidet, verfolgte Paul Gugelmann das Geschehen. Nicht nur wegen des Jubiläums war für den begnadeten Künstler die Versammlung aussergewöhnlich: Mit über 91 Jahren trat er nun von allem Ämtern zurück: als Führungsperson im Museum, Vorstandsmitglied und Museumstechniker. Aber er war nicht der einzige, der an diesem Abend seinen Stab weiterreichte.

Im Vorstand des Vereins kommt es zu einer grösseren Rochade: Reto Gribi gab seinen Rücktritt nach 22 Jahren als Kassier bekannt, ebenso hören Geschäftsführerin Alice Kling nach 15 Jahren und Toni Zaugg nach 11 Jahren als Präsident auf. Der Vorstand setzt sich künftig zusammen aus Martin Planzer (Präsident), Christian Tännler, Fredi Kuhn, Klemenz Schenker Yvonne Troxler( krankheitshalber abwesend) und Noémie Graber. Mit ihr bleibt die Familie vertreten, sie ist das Grosskind von Paul Gugelmann. Die Rechnung schloss mit einem Verlust von rund 3100 Franken. Kassier Gribi beruhigte jedoch die 85 Mitglieder: «Wir mögen das verkraften.»

Alice Kling: "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge."

In einer Laudatio würdigte Toni Zaugg die Verdienste von Museumsleiterin Alice Kling: «Es ist enorm, was sie geleistet hat.» Kling habe überall Hand angelegt, wo es nötig war. Sie sei sich auch nicht zu schade gewesen, die Rolle der Putzfrau zu übernehmen, als dies angezeigt war. Voll und ganz habe sie sich der Präsentation der Werke von Paul Gugelmann verschrieben: «Es war ihr Museum.»
Alice Kling sagte dem Publikum, sie trete mit einem lachenden und weinenden Auge» zurück. Der Abschied falle ihr schwer, aber sie freue sich auf die neu gewonnene Freizeit. Ihrer Nachfolgerin Madeleine Kuhn aus Schönenwerd übergab sie einen Datenstick und vertraute ihr den Schlüssel zum Museum an. Kuhn, die sich seit zwei Monaten in die Stelle einarbeitet, kennt das Paul Gugelmann-Museum durch ihren Schwiegervater, der als ehrenamtlicher Museumsführer tätig ist. Die Mutter zweier erwachsener Kinder erklärte, sie wolle nicht gleich das ganze Museum auf den Kopf stellen, sondern sich erst in Ruhe ein Bild machen: «Ich bin überzeugt, vieles läuft gut.»

Auch Präsident Toni Zaugg wurde verabschiedet. Er habe das «Schifflein gelenkt, auch durch Stürme», sagte Christian Tännler. Das Auto, mit dem Zaugg den Vorstand jeweils zu Terminen chauffierte, wurde dabei zu einem «fahrenden Sitzungszimmer», so Tännler. Es sei nun der richtige Moment, um aufzuhören, sagte Zaugg mit Blick in die Zukunft: «Das Museum brauche einen neuen Anfang. Neue, jüngere Leute seien gefragt. Die sinkenden Besucherzahlen machen ihm Sorgen: «Wir müssen das Museum neu erfinden.» Als neuer Präsident amtet Martin Planzer, der sich als «Übergangslösung» bezeichnete. Für 25 Jahre treue freiwillige Mitarbeit wurden mit einem Geschenk und Applaus geehrt: Renata Amsler, Bruno Haas, Dominique Leiser, Hans Nussbaumer, Silvia Nussbaumer, Christian Tännler, Urs Widmer und Verena Widmer.

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