Neue Interessensgemeinschaft
Biker-Aktionstag: Freiwilliger Einsatz für gemeinsam genutzte Waldwege

Die Interessengemeinschaft Bikeregion Olten plädiert für ein Nebeneinander im Wald – auf dem Dulliker Engelberg setzen Freiwillige ein erstes Zeichen dafür.

Noël Binetti
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Koordiniert mit den Solothurner Wanderwegen: Die neue IG Bikeregion Olten mobilisierte in der lokalen Szene für den Einsatz.

Koordiniert mit den Solothurner Wanderwegen: Die neue IG Bikeregion Olten mobilisierte in der lokalen Szene für den Einsatz.

zvg

Mountainbiking wird meist als Individualsport betrieben. Oft ist man allein, zu zweit oder in einer Gruppe von Bekannten unterwegs. Die IG Bikeregion Olten möchte bestehende Gruppierungen innerhalb dieser Szene näher zueinander bringen. Sie will die Möglichkeit schaffen, für Austausch und Organisation untereinander. Die Vernetzung unter Gleichgesinnten ist aber lediglich die eine Seite.

Das zweite Anliegen der im letzten Herbst gegründeten Interessengemeinschaft besteht darin, Ansprechpartner für Aussenstehende zu sein.

Dominik Hug aus Olten ist Mitinitiant der neuen IG Bikeregion Olten und selbst Vorstandsmitglied im Bike Club Olten. Auf Anfrage erklärt er:

«Diese Interessensgemeinschaft soll verschiedenen Behörden aus der Region die Möglichkeit geben, mit der lokalen Bikerszene in Kontakt zu treten.»

Mehrere Bikeschulen und Bikeclubs aus der Region seien bereits Mitglied. Jeweils eine Person stehe in engerem Austausch mit der neuen IG. Diese Vertreter können verschiedene Informationen unkompliziert an ihre Basis weitergeben.

Gefragt, ob die Gründung eine Reaktion auf die zuletzt bekanntgewordenen Konflikte zwischen Waldbesuchern und Bikerinnen darstelle, sagt Hug: «Nein, das war nicht ausschlaggebend.» Hug betont, dass solche Konflikte oft hochstilisiert würden:

«Die meisten Begegnungen, die zwischen den unterschiedlichen Waldbesuchern stattfinden, verlaufen in der Regel problemlos.»

Insgesamt habe aber die Freizeitnutzung im Wald während des Lockdowns zugenommen.

Wegunterhalt in der Gruppe: Rund 40 Freiwillige waren an der Aktion vom Samstag laut IG Bikeregion OLten beteiligt.

Wegunterhalt in der Gruppe: Rund 40 Freiwillige waren an der Aktion vom Samstag laut IG Bikeregion OLten beteiligt.

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Erster Aktionstag wird zum «vollen Erfolg»

Dennoch ist es der IG Bikeregion Olten ein Anliegen, Konflikte zu entschärfen, aufeinander zuzugehen und den Dialog zu fördern. «Daher haben wir mit mehreren Akteuren Kontakt aufgenommen», sagt Hug. Und er ergänzt:

Dominik Hug

Dominik Hug

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«Weil wir Strassen und Wege mitbenutzen, ist es für uns selbstverständlich, dass wir unseren Beitrag zu deren Unterhalt leisten.»

Am letzten Samstag folgten auf diese Ankündigung Taten: Rund 40 Bikerinnen und Biker aus verschiedenen Altersgruppen versammelten sich und leisteten einen Tag lang Freiwilligenarbeit für die Solothurner Wanderwege. Sie beteiligten sich am Wegunterhalt und sanierten eine Treppe im Wald am Dulliker Engelberg.

«Im vorgängigen Gespräch mit dem Vorstand der Solothurner Wanderwege kam zum Ausdruck, dass man unser Angebot zur Mithilfe gerne annimmt», sagt Hug. Vorher habe er das nicht gewusst, doch im Wegeunterhalt sei der Verein immer wieder auf die Unterstützung von Freiwilligen, dem Zivildienst oder anderen Organisationen angewiesen.

«Wir einigten uns mit den Solothurner Wanderwegen auf ein Datum und es gelang der IG Bikeregion Olten schliesslich, über verschiedene Kanäle eine motivierte Gruppe zu mobilisieren.»

Den Einsatzort am Engelberg bestimmte nicht die IG Bikeregion Olten.

«Vertreter vom Verein Solothurner Wanderwege führen eine Liste darüber, wo Reparaturen und Instandstellungen anstehen», sagt Hug. Die

Waldwege und Strassen am Engelberg sind in der Szene beliebt. Deren Nutzung wurde auch schon kritisiert.

Die von den Freiwilligen Bikern sanierte Treppe am Engelberg.

Die von den Freiwilligen Bikern sanierte Treppe am Engelberg.

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Weitere Einsätze in Zukunft vorgesehen

In einer zum Einsatz vom Samstag versandten Medienmitteilung schreibt die IG Bikeregion Olten: «Mit Schaufel und Pickel machten sich die Bikenden an den Unterhalt von Wegen, sanierten eine Treppe und errichteten die Entwässerung eines Wegabschnittes.»

Ein lokales Bauunternehmen übernahm Materialtransporte und stellte Werkzeuge zur Verfügung. Organisiert wurde die Aktion in Absprache mit den Solothurner Wanderwegen, den betroffenen Gemeinden und einem Landwirt, auf dessen Boden Arbeiten ausgeführt wurden. Hug zeigt sich zufrieden: «Von allen Seiten erhalten wir nun positive Feedbacks. Und nicht zuletzt hat es enorm Spass gemacht, einen Tag lang mit Gleichgesinnten zu arbeiten.» Die Stimmung sei äusserst gut gewesen.

Als Dank für die Unterstützung sponserte der Verein Solothurner Wanderwegen den Freiwilligen eine Verpflegung durch das Restaurant Flügelrad.

Für Dominik Hug ist die Aktion auf dem Engelberg die logische Folge einer seit langem anhaltenden Entwicklung: «Mountainbiking ist längst keine Randsportart mehr. Unser Sport ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.» Für die IG Bikeregion Olten stehe das Miteinander im Vordergrund. Durch die neue IG sollen Bikende für Fragen rund um die Nutzung der Waldwege sensibilisiert werden.

Noch steht kein Datum für einen weiteren Aktionstag fest. Aber: «Die Idee ist, dass wir ein- bis zweimal jährlich einen solchen Tag durchführen», blickt Hug in die Zukunft. Dass so viele auf dem Engelberg mitgeholfen hätten, sei eine Bestätigung dafür, dass man auf dem richtigen Weg sei, glaubt Hug.

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