Argovia Cups 2019

Nass, tief und extrem rutschig: So war das Bike-Rennen in Lostorf

Trotz des Schmuddelwetters ziehen die Organisatoren des Mountainbikerennens in Lostorf eine positive Bilanz. Bei den Frauen siegte die Favoritin Annie Last.

«Wir hatten das Wetter im Griff, nicht umgekehrt», blickt OK-Mitglied Stefan Spielmann auf den zweiten Lauf des Argovia Cups 2019 am Sonntag in Lostorf zurück. Die neunte Austragung wurde zu einer Schlammschlacht. Weshalb die Strecke im Verlauf des Renntages von den Verantwortlichen sogar angepasst werden musste: «Die Strecke war sehr tief und rutschig. Deshalb mussten wir bei einzelnen Passagen auf den festen Untergrund wechseln.»

Die Runde wurde dadurch zwar etwas kürzer. «Die Änderungen waren aber nötig, um faire Bedingungen zu gewährleisten», sagt Spielmann. Trotz der immer wieder heftigen Regenschauer habe die Strecke bis zum Schluss gehalten.

28-jährige Britin gewinnt in Lostorf

Bei den Frauen setzte sich die Favoritin Annie Last durch. Die 28-Jährige ist vierfache britische Meisterin, Olympia-Teilnehmerin und sie gewann 2017 die Silbermedaille an der WM im Cross Country und im Vorjahr die Goldmedaille an den Commonwealth Games.

Last wurde auf den sechs Runden à je fünf Kilometern einzig von der neun Jahre jüngeren Ronja Eibl gefordert. Diese hatte im vergangenen Jahr an der WM in Lenzerheide mit der deutschen Staffel die Silbermedaille gewonnen. In Lostorf musste sich Eibl ebenfalls mit Platz zwei begnügen. Drei Sekunden fehlten ihr im Vergleich zur Siegerin. Den dritten Podestplatz belegte die 21-jährige Französin Hélène Clauzel mit einem Rückstand von fast vier Minuten. Dahinter fuhr mit Esther Süss die erste Schweizerin ins Ziel.

Nick Burki war bester Solothurner

Im Elite-Rennen der Männer lieferten sich der Deutsche Maximilian Brandl, der 2018 ebenfalls Team-Silber an der WM in Lenzerheide gewonnen hatte, und der Genfer Martin Fanger ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende musste sich der neun Jahre jüngere Westschweizer dem Breisgauer um weniger als zwei Sekunden geschlagen geben.

Auf Platz drei schaffte es Matthias Stirnemann vom RC Gränichen mit einem Rückstand von etwas mehr als eineinhalb Minuten. Teamkollege Joel Roth wurde Fünfter. Der 20-Jährige hatte den ersten Lauf des Argovia Cups 2019 in Hochdorf LU gewonnen. Nick Burki vom Bike Team Solothurn fuhr auf den 9., der Niedergösger Severin Sägesser auf den 13. und der Gretzenbacher Noah Troxler auf den 17. Platz.

Bei den Junioren gewann der Luzerner Dario Lillo vor dem Franzosen Quentin Bourg und dem Tessiner Janis Baumann. Bei den Juniorinnen ging der Sieg an die Französin Laura Lavry vor der Waadtländerin Akari Kobayashi und Lauriane Duraffourg, einer weiteren Französin.

«Definitiv nicht tote Hose»

OK-Präsident Stefan Spielmann kennt die genauen Zahlen zwar noch nicht, geht aber davon aus, dass die angestrebte Marke von 400 Teilnehmern erreicht wurde. Trotz des Dauerregens. «Wir sind zufrieden. Die Felder bei der Elite waren sehr gut besetzt.»

Auch die Zuschauer liessen sich vom schlechten Wetter nicht abschrecken. «In der Festwirtschaft herrschte definitiv nicht tote Hose», stellt Spielmann klar. Wie der Grossteil des Organisationskomitees trat er auch selbst in die Pedale am Sonntag. Und wurde Zweiter in der Kategorie der Amateure und Masters.

Alles reibungslos abgelaufen

«Das Rennen war ein Spektakel. Ich kam mir vor wie bei Tokyo Drift. Es war extrem rutschig und man musste die Konzentration jederzeit hochhalten», schildert Spielmann seine Eindrücke. Die Stimmung am Streckenrand sei laut gewesen, die Zuschauer feuerten die Fahrer im Schmuddelwetter umso mehr an.

Spielmann stürzte kurz vor Schluss, kam aber glimpflich davon. Sowieso kam es trotz der heiklen Bedingungen zu keinen gravierenden Stürzen. Auch der Zeitplan konnte bis zum Ende eingehalten werden. «Der ganze Renntag ist reibungslos abgelaufen.»

Gestern musste das OK noch das restliche Material wegräumen und Wanderwege rechen, die gelitten haben während der Rennen. Bald wird Bilanz gezogen und ab Ende August startet bereits die Vorbereitung auf das Rennen im nächsten Jahr.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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