Das letzte Traktandum der Winznauer Budgetgemeindeversammlung sollte das Interessanteste werden: Der Gemeinderat hatte auf Antrag der Planungskommission die Nutzungsplanung «Büelacker» zur öffentlichen Mitwirkung im Sommer freigegeben. Das Gebiet, das bisher in der Zone für öffentliche Bauten lag, wurde der Wohnzone W3 zugeteilt.

Im Rahmen dieses Verfahrens hatten Heidi und Roland Kühne ein Postulat eingereicht, in dem sie festhielten, dass mit der geplanten Umzonung eine Ausweitung von Schul- und Sportanlagen verunmöglicht werde. Kommenden Generationen würden grössere Festivitäten verwehrt. Zudem bestehe wegen des zu erwartenden höheren Verkehrs-Aufkommens ein grösseres Gefahrenpotenzial für Fussgänger, Automobilisten. Deshalb sei von der Umzonung abzusehen. «Ich kann mir das einfach nicht vorstellen», bekannte Roland Kühne.

Der Gemeinderat hielt unter anderem fest, dass die Prüfung der geforderten Punkte bereits erfolgt sei. Auch bestehe bezüglich des Ausbaus der Gemeinde-Infrastruktur genügend Entwicklungspotenzial, und das Gebiet «Büelacker» stelle «eine hochwertige Wohnzone» dar. Zudem dürfe das Geschäft, welches in der Ratskompetenz liege, gemäss kantonaler Gesetzgebung nicht der Gemeindeversammlung übertragen werden. Deshalb empfahl er, das Postulat abzulehnen. Eine knappe Mehrheit der 69 anwesenden Stimmberechtigten sah dies anders: Nach langer Diskussion wurde das Postulat mit 37 zu 31 Stimmen für erheblich erklärt. Somit muss der Gemeinderat nochmals über die Bücher und den Verwendungszweck des «Büelacker»-Baulandes überdenken.

Budget klar genehmigt

Eigentliches Kerntraktandum der Winznauer Budgetgemeindeversammlung war der Voranschlag 2019, der von Finanzverwalter Wolfgang Fahrer erläutert wurde. Dieser sieht ein Defizit von 182 000 Franken vor. Nettoinvestitionen sind für 84 000 Franken vorgesehen. Die Stimmberechtigten hiessen das Budget 2019 mit 65 zu 4 Stimmen gut. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 121 Prozent für natürliche und juristische Personen.

Zudem sagte der Souverän mit 59 zu 4 Stimmen, bei sechs Enthaltungen, Ja zum Budget der Sozialregion Olten. Winznaus Anteile hier betragen 763 400 Franken für die gesetzliche Sozialhilfe, 137 400 Franken für die Sozialadministration Lastenausgleich und 109 400 Franken für die Sozialadministration Restkosten. Diese Anteile werden in der Gemeinde als zu hoch empfunden: «Der Gemeinderat will von der Sozialregion Olten eine Kostenanalyse und Vorschläge zur Einsparung von Kosten», informierte Fahrer.

Da die Infrastruktur zur Anstellung eines Bauverwalters fehlt, beantragte der Rat ausserdem eine externe Unterstützung im Bereich Bauwesen durch die Gemeinde Trimbach. Einige Vorteile wären zum Beispiel die Gewährleistung von Erreichbarkeit oder die Fachkompetenz durch die Trimbacher Bauverwaltung, welche auch die Baugesuche überprüft. Der Entscheid und die Verfügungs-Kompetenz liegen weiterhin bei der Winznauer Baukommission. Zudem können die Infrastrukturkosten gespart werden. Der Souverän hiess die Zusammenarbeit mit Trimbach sowie die damit verbundenen jährlich wiederkehrenden Kosten von 50 914 Franken mit 62 zu 5 Stimmen gut.

Einstimmig Ja sagten die Anwesenden zu allen weiteren Traktanden: der Totalrevision des Abwasserreglements, der Totalrevision des Reglements über Grundeigentümer-Beiträge und -Gebühren und der Totalrevision des Gebührentarifs.