Herr Meier, am 1. August treten Sie Ihre neue Stelle als Chefarzt Kardiologie im Kantonsspital Graubünden an. Welches Gefühl haben Sie, wenn Sie daran denken, wieder in die Schweiz zurückzukommen?

Pascal Meier: Ich freue mich sehr auf die Rückkehr in die Schweiz, hier fühle ich mich halt «eifach deheime». Ich liebe die vielfältige Landschaft in der Schweiz, die Jura Hügel und die Berge. Und ich freue mich, wieder «Rivella» trinken zu können, was es ja im Ausland nicht gibt.

Gibt es spezielle Gründe für Ihre Rückkehr oder ist es Zufall?

Nein das ist ganz und gar kein Zufall, es zieht mich schon sehr in die Schweiz zurück. Ich bin froh, wieder näher bei Familie und langjährigen Freunden aus der Region zu sein. Dass ich als Chefarzt am Kantonsspital Graubünden gewählt wurde, hat mich gefreut. Es ist eine Herausforderung, die mich sehr reizt.

Was ist genau, reizt Sie denn?

Es ist eine hervorragende Klinik. Nächstes Jahr wird der erste Teil eines über 500 Millionen Franken teuren Neubaus fertig. Die Herzabteilung werden wir noch weiter ausbauen, unter anderem mit einer Spezialabteilung für Rhythmusstörungen. Damit werden wir alle wichtigen Gebiete der Kardiologie anbieten können.

Sie sind dann wieder näher an der Region Olten. Wie haben Sie den Kontakt bislang aufrechterhalten?

Ich war über all die Jahre, seit ich im Ausland lebe, sehr häufig in der Region Olten zu Besuch. So alle ein bis zwei Monate. Meine Kindheit und Jugendzeit hier war für mich sehr prägend. Die gute Schulausbildung in Däniken und die Kanti in Olten waren die Basis für meine berufliche Karriere und ich bin meinen Lehrern dafür sehr dankbar. Die Qualität der Schulen ist enorm wichtig, so hat dies auch meinen beiden Brüdern eine sehr erfolgreiche Laufbahn ermöglicht.

Was machen denn Ihre Brüder?

Markus leitet als Direktor die Hirslanden Klinik in Aarau, und Matthias ist Architekt und arbeitet als Bauverwalter in Däniken.

Was verbindet Sie heute noch mit Däniken und Olten ausser ihre Familie?

Ich fühle mich auch nach all den Jahren noch sehr heimisch hier. Ich kehre immer gerne zu diesen Wurzeln zurück, um Energie zu tanken. Ich mag die Landschaft und die Leute hier sehr. Neben meinen Eltern und Brüdern, die in Däniken und Schönenwerd leben, schätze ich auch die langjährigen robusten Freundschaften mit Leuten aus der der Primarschul- und Kantizeit. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese mich prägende Zeit.

Können Sie eine Anekdote ihrer Schulzeit in Olten schildern oder erinnern Sie sich vielleicht an einen bestimmten Lehrer?

Mein Vorbild an der Kanti Olten war der Sport- und Geschichtslehrer Ruedi Oegerli. Er hat meine Begeisterung am Sport und an den Bergen geweckt. Jedes Jahr gab es an der Kanti unter Ruedi Oegerlis Leitung ein Wanderlager im Bündnerland. Dort haben sich enge Freundschaften ergeben. Und vielleicht ist dies auch der Grund, dass ich nun ins Bündnerland gehe.

Ruedi Oegerli hat somit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Genau. Er war es unter anderem auch, der mich zum Medizinstudium bewegt hat. Als ich ihm gesagt hatte, ich wäge ab zwischen Medizinstudium und Sportlehrerstudium, hat er mir sofort gesagt, er habe mich schon lange als künftigen Arzt gesehen. Das passe hervorragend. Ich habe dann ein Praktikum im Spital Zofingen gemacht und wusste von da an, dass ich unbedingt Medizin studieren will.

Sie gingen dann nach Bern an die medizinische Fakultät. Wie kamen Sie schliesslich auf das Fachgebiet Kardiologie?

Zunächst hatte mich früher als Bergläufer im Turnverein Däniken und Bergsteiger im SAC Olten die Idee des Rega-Arztes fasziniert. Noch während dem Studium traf ich am Inselspital Bern einen etwas verrückten, zerstreuten, aber hochintelligenten Kardiologen, Professor Marc Gertsch. Er war ein sehr enthusiastischer Kardiologe und der wohl weltweit beste Experte für Elektrokardiogramme EKG. Er hat mich dann so quasi mit dem Kardiologie-Virus angesteckt. Und obwohl ich damals noch ein junger Student und er ein weltbekannter Experte war, hat er mich gebeten, ihm beim Verfassen eines Buches über EKG zu helfen. Das Buch wurde zum Standardwerk und ist es bis heute geblieben. Ich habe dabei sehr viel gelernt.

Sie sind aktiv auf Twitter und laut der Fachzeitschrift «Medinside» gehören Sie «zu den wenigen Schweizer Ärzten, die aktiv auf Social Media unterwegs sind». Erklären Sie unseren Lesern, was Sie auf Twitter machen.

Zusätzlich bin ich auch noch Chefredaktor der Herz-Fachzeitschrift «Open Heart», was gewöhnlich nur von Fachärzten gelesen wird. Als einer der ersten Ärzte habe ich begonnen, über neue Erkenntnisse und Therapien via soziale Medien wie Facebook und Twitter zu berichten. Das ist auf ein immenses Interesse gestossen, auch bei Patienten. Patienten können so sehr einfach und rasch über neue Therapieformen erfahren. Patienten und Berufskollegen schätzen diese direkte Kommunikation.

Wie sieht Ihr Privatleben aus, sind Sie verheiratet?

Am 20. Oktober werden meine Verlobte Ilona Zwahlen und ich in der Schlosskirche Niedergösgen heiraten.

Wieso fiel die Wahl auf Niedergösgen?

Meine Eltern lernten sich damals während des Glockenaufzugs bei dieser Kirche kennen. Niedergösgen ist zudem mein Heimatort. Ilona und ich fühlen uns der Region sehr verbunden. Es war für uns somit klar, hier zu heiraten.

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