Lostorf
Der Neubau der Asylunterkunft ist in der Prioritätenliste nach unten gerutscht

Der Neubau des Asylpavillons Lostorf wird mit rund einem Jahr Verzögerung nun in Angriff genommen. Die Gründe für die Verzögerungen lägen bei der Gemeinde.

Rebecca Rutschi Jetzt kommentieren
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Der Neubau ist bereits ausgesteckt. Aus finanziellen Gründen hat die Gemeinde von der Sanierung des bestehenden Gebäudes abgesehen.

Der Neubau ist bereits ausgesteckt. Aus finanziellen Gründen hat die Gemeinde von der Sanierung des bestehenden Gebäudes abgesehen.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Im Sommer 2019 sprachen die Verantwortlichen der Gemeinde gegenüber dieser Zeitung erstmals vom geplanten Neubau des Asylzentrums in Lostorf. Es wurde damals betont, wie wichtig es sei, dieses Bauprojekt zeitnah umzusetzen. Die bestehende Asylunterkunft ist nämlich in denkbar schlechtem Zustand. Deren Renovation würde sich deswegen finanziell nicht lohnen – ein Neubau komme billiger.

Das Projekt wurde anschliessend konkretisiert und die Kosten im Dezember desselben Jahres der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Diese genehmigte den Kredit in Höhe von 650'000 Franken. Seither wurde es jedoch still um das marode Gebäude. Bis die Gemeindebehörde Anfang 2021 verkündete, den Neubau nun endlich in Angriff nehmen zu wollen. Basierend auf den Aussagen, welche die Zuständigen der Gemeinde gegenüber dieser Zeitung im Sommer 2019 machten, ist sie damit um rund ein Jahr im Verzug.

Projekt verzögerte sich, wird dadurch aber günstiger

Die Gründe für die Verzögerungen lägen primär bei der Gemeinde, sagt Gemeindepräsident Thomas A. Müller auf Anfrage. Nachdem der Gemeinderat aufgrund der vorliegenden Offerten den Variantenentscheid gefällt hatte, habe er entschieden, das Projekt auszuschreiben und weitere Offerten einzuholen. Dieses Vorgehen habe leider viel Zeit gekostet. Positiv sei aber zu vermerken, dass dadurch viel Geld gespart werden konnte, betont Müller.

Das Projekt habe ausserdem nicht oberste Priorität gehabt. Es sei auch schlichtweg nicht möglich, alles auf einmal zu erledigen, dazu würde es an Kapazität fehlen. «In der Lostorfer Bauverwaltung arbeiten schliesslich nur der Bauverwalter und dessen Sekretärin.» Die Zuständigen gewichteten dabei die Sanierung der Hauptstrasse Nord und die Renovation des Schulhauses 1912 stärker. Bei letztgenanntem Projekt habe man zudem einen grossen planerischen Aufwand gehabt, um den Schulbetrieb mit den Bauarbeiten koordinieren zu können, berichtet Müller.

In einem Gespräch mit Bauverwalter Heinz Marti bestätigt dieser, dass die Verzögerungen der ­Gemeindebehörde zuzuschreiben seien. Er betonte jedoch auch, dass dafür teilweise auch die Coronakrise verantwortlich sei. Das Bauprojekt am Asyl­pavillon sei aufgrund der ­damit verbundenen Herausforderungen etwas in den Hintergrund geraten.

Keine weiteren Verzögerungen erwartet

Die Zuversicht darüber, dass das Bauprojekt in diesem Jahr durchgeführt und nicht erneut verschoben wird, sei gross, versichert Müller. Am vergangenen Montag leitete die Gemeindebehörde die Arbeitsvergabe der Bauarbeiten ein. Damit liegt sie im bisher bekannt gegebenen Zeitplan. Der hölzerne Neubau sollte im kommenden September oder Oktober bezugsbereit sein.

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