Kleine leuchtende Fliegenpilze, zwei mit Lämpchen übersäte Rentiere und ein fast 20 Meter hoher Tannenbaum mit roten und goldenen Weihnachtskugeln und 30 Lichterketten dran: Der Garten von Carla und Bruno Eng ist ein etwas kitschiges, festlich beleuchtetes Winterparadies mitten im Niederamt.

Mindestens sechs Mal pro Jahr erstrahlt das Haus mit Umschwung der Familie Eng an der Schachenstrasse in Obergösgen in neuem Glanz. Osterhasen, frech grinsende Kürbisse, kunterbunte Fasnachtshüte oder kleine Schneemänner lösen sich ab. «Es macht einfach Spass», erklärt Carla Eng ihr Hobby, das sie mit ihrem Mann teilt. «Ich bin mir nichts anderes gewohnt», meint dieser schmunzelnd. Wenn seine Frau dann mal wieder dabei sei, das Innere des Hauses umzugestalten, gehe er halt kochen.

«Zwei bis drei Tage dauert das»

Während sie die Kreative ist, die die neuen Dekorationen bereits im Kopf fertig ausgefeilt hat, kümmert sich Bruno Eng um das Handwerkliche. So ist er jedes Jahr für das Schmücken der riesigen Tanne im Vorgarten zuständig.

Dafür mieten die Engs jeweils einen Kran mit Hebebühne, um die Lichterketten und Weihnachtskugeln auch ganz oben anbringen zu können. Zudem muss ein goldener Stern auf die Spitze der Tanne. «Dafür brauchen wir mit der Vorbereitung schon zwei bis drei Tage», sagt der 55-Jährige. In diesem Jahr wurde er zudem engagiert, um den Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz von Obergösgen zu schmücken — ebenfalls mit dem Kran.

Seit der Lehre im Bastelfieber

Das Hobby sei schon zeitaufwendig, bestätigt seine Frau. Anstatt sich Ferien am Strand oder in den Bergen zu gönnen, kümmern sich die Engs um ihr Zuhause. «Wenn ich dann aber im Dorf unterwegs bin und auf meine Dekoration auf dem Fenstersims oder im Garten angesprochen werde, ist das so schön», sagt die Mutter zweier erwachsener Söhne, die auch schon mal beim Dekorieren mithelfen mussten.

Seit Carla Eng die Lehre als Gärtnerin begonnen hatte, ist sie im Bastelfieber. Und seit sie bei Coop Bau & Hobby in Trimbach als Verkäuferin arbeite, sei sie immer an der Quelle für neue Schätze, die in ihre Dekorationssammlung passten.

Nummer 23 im Obergösger Adventskalender

So kamen die Engs auch an den riesigen, silbernen Stern mit hunderten kleiner Lämpchen: Er leuchtet dieses Jahr auf der Terasse, umgeben von Girlanden mit goldenen Sternen. Vergangenes Jahr, kurz nach Weihnachten, erstand das Ehepaar seinen neuen Schatz im Ausverkauf.

«Das war in diesem Jahr unser Adventsfenster, die Nummer 23», erklärt Carla Eng. Als Mitglied der Obergösger Kulturkommission hat sie bei der Organisation der Adventsfenster mitgeholfen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren kam der Adventskalender wieder zustande. Natürlich wollten die Engs Teil davon sein: «Weihnachten gefällt mir als Saison fürs Dekorieren einfach am besten», sagt die 47-Jährige. Ihr Mann hingegen bevorzugt die wärmeren Monate: «Dann kann man immer draussen sitzen.»

Fliegenpilze wurden aus dem Garten geklaut

Die Familie Eng ist stolz auf ihre Weihnachtsdekoration. Aber: «Wir hatten auch schon viel mehr Sachen aufgestellt», sagt Bruno Eng. Doch in den vergangenen beiden Jahren seien immer wieder leuchtende Pilze, kleine Rentiere oder Weihnachtskugeln gestohlen worden. «Die kamen mit Bolzenschneidern zu uns in den Garten und schnitten die Ketten durch», berichtet Carla Eng. Die Anzeige bei der Polizei habe bisher nichts gebracht. Die übrig gebliebenen Fliegenpilze haben sie nun einbetoniert.

Kurz vor Weihnachten — «Bruno macht wie immer einen traditionellen Braten», sagt Carla Eng — denken die beiden bereits an die nächste Dekoration: «Noch vor Silvester räumen wir drinnen die Weihnachtsdekorationen weg, dann kommen die Winterelemente», erklärt Carla Eng. Und für das kommende Jahr habe sie ebenfalls bereits eine Idee. Ein lebensgrosses, dreidimensionales Rentier mit vielen kleinen Lichtern. Bruno Eng: «Das würden wir dann aber einbetonieren, damit es nicht geklaut werden kann.»