Es war ein schönes Bild: Der verspätete Kantonsratspräsident Urs Huber kämpfte draussen vor Schloss Wartenfels mit seinem türkisfarbenen Schirm im Wind. Der aufgespannte Schirm verrenkte und verzog sich im Sturm, bis Huber ihn mit einiger Anstrengung bändigen konnte. Ein bisschen zerzaust schaffte es schliesslich auch der höchste Solothurner in die behagliche Schlosshalle. Die Feier zur Verleihung des Preis Pro Wartenfels hatte bereits begonnen.

Anerkennung für mutige Tat

Der Regen trommelte an die Scheiben, dieweil Olten Brass den stimmigen Auftakt mit Auszügen aus Händels «Wassermusik» machte. Dann übernahm Peter André Bloch, Präsident der Stiftung Schloss Wartenfels, das Zepter: Dieses Jahr würden vier Preisträger aus dem Kulturbereich mit dem «Prix Wartenfels» ausgezeichnet. Wie üblich mit dem von Paul Gugelmann gestalteten Kunstobjekt «Blick in die Welt», als Anerkennung hoher Leistungen für die Region Olten-Gösgen-Gäu.

Heuer würde allerdings zum ersten Mal auch ein Überraschungspreis verliehen. Dessen Preisträger Philippe Viau, obschon als Letzter ausgezeichnet, beeindruckte manchen Anwesenden wohl am meisten: Der 25-Jährige hatte Ende Juli in Niedergösgen einen ertrinkenden Mann aus der Aare gerettet. Die «mutige und spontane Tat im Dienste aktiver Mitmenschlichkeit» zeuge von «Herzenskultur», wie Bloch meinte. Regierungsrat Roland Fürst überreichte Viau den von Gugelmann kreierten Anerkennungspreis.

Gewürdigt wurde Kulturschaffen

Ausgezeichnet wurde auch die Malerin Isabelle Althaus aus Lostorf. Dies für ihre abstrakte Malerei, die von der Natur inspiriert und seit der ersten Ausstellung vor 35 Jahren sichtbar gereift sei.

Der Künstler und Kunstvermittler Christof Schelbert erhielt den Preis Pro Wartenfels aufgrund seiner Tätigkeit als langjähriger Gestalter der Oltner Neujahrsblätter. Ausserdem habe er sich als innovativer Kunstschaffender, engagierter Kulturvermittler und aktiver Kulturförderer bewiesen. Bloch lobte die «grosszügige Vielseitigkeit und hohe Qualität» seines Schaffens.
art i.g., der «Verein zur Förderung von Kunst & Kultur» in Olten, wurde für langjährige Verdienste in der regionalen Kulturförderung geehrt. Er zeichnet unter anderem für die Durchführung der vormaligen Ausstellung «JugendArt» sowie für Poetry-Slam-Veranstaltungen verantwortlich.

Bevor Olten Brass mit dem Stück «Tequila» zum Apéro überleitete, wurde die Blechblasformation selbst mit dem Prix Wartenfels bedacht. Das einstige Quartett besteht seit 30 Jahren und zählt heute sechs Mitglieder. Olten Brass tritt in der ganzen Region auf. Aus allen Wolken fiel Trompeter Christoph Remensberger. Der Aargauer war auf Schloss Wartenfels gekommen, um ein Konzert zu geben. Dass er im Kanton Solothurn einen Preis erhalten würde, damit hatte er nicht gerechnet.