Kreditanträgen zugestimmt
Sanierter Schöpflerweg soll Langsamverbindung zwischen Dorfteilen sicherstellen

Das Walterswiler Budget 2022 weist auch wegen Corona ein grosses Defizit auf. An der Gemeindeversammlung wurde dem verstorbenen Finanzverwalter der Gemeinde gedacht.

Beat Wyttenbach
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Die Sanierung des Schöpflerweges kann in Angriff genommen werden.

Die Sanierung des Schöpflerweges kann in Angriff genommen werden.

Bruno Kissling

Nebst dem Voranschlag 2022 war das Projekt «Schöpfler» das Haupttraktandum an der Walterswiler Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend, zu der Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm 35 Stimmberechtigte im Gemeindehaus begrüssen konnte.

Verkehrsverbindung zwischen zwei Ortsteilen

Gemeinderat Stephan Wicki stellte das Grossprojekt «Schöpfler» mit einem Investitionsvolumen von rund 700'000 Franken vor. Es besteht aus vier Hauptteilen: Im Rahmen der Ortsplanungsrevision soll dieser Weg als Langsamverkehrsverbindung zwischen den Ortsteilen Walterswil und Rothacker aufgewertet werden. Dies macht laut Wicki erstens den Bau einer neuen Wasserleitung notwendig, damit die Wasserversorgung des unteren Dorfteils bei einem allfälligen Rohrbruch nicht gefährdet wird.

Zweitens soll der Schöpflerbach entlang des Weges, der sein Wasser aus einer Quelle bezieht, respektive die Deponie Rothacker entwässert, instandgesetzt werden. Damit soll eine geordnete Entwässerung gesichert und eine Überflutung des Schöpflerweges eingedämmt werden. Die genauen Massnahmen müssen noch mit dem Amt für Umwelt abgesprochen werden.

Drittens muss der Belag auf einer Länge von 375 Metern komplett erneuert und die Entwässerung gesichert werden. Und schliesslich sollen Vorbereitungen für Strassenbeleuchtungen vorgenommen werden. «Dies ist kein Luxusprojekt, sondern dient der Werterhaltung unserer Infrastruktur», erklärte Wicki.

Die anschliessende Diskussion zeigte zwei Punkte deutlich auf: Erstens bestand Uneinigkeit bezüglich der Vorbereitungsarbeiten für die Strassenbeleuchtung. Und zweitens wurde in aller Deutlichkeit gefordert, dass der Kanton, der die Deponie Rothacker betreibt, mit ins Boot geholt werden muss. «Nur so macht das Ganze Sinn», lautete der eindeutige Tenor. Der Souverän stimmte in der Folge dem Projekt deutlich mit 30:3 Stimmen zu.

Wegen Corona: ein Budget mit roten Zahlen

Das Walterswiler Budget 2022, das wegen des plötzlichen Ablebens von Finanzverwalter Bernhard Hänni im September, dem zu Beginn der Versammlung gedacht wurde, teils mit externer Hilfe erarbeitet werden musste, weist bei Ausgaben von rund vier Millionen Franken und Einnahmen von rund 3,6 Millionen Franken ein Defizit von fast 400'000 Franken auf. «Es muss mit höheren Ausgaben bei der Sozialen Sicherheit und tieferen Erträgen bei den Gemeindesteuern gerechnet werden», erklärte Interims-Finanzverwalterin Monika Probst. Die Gründe dafür seien bei den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu suchen.

Die Steuerfüsse bleiben unverändert (125 Prozent für natürliche und 110 Prozent für juristische Personen).

Die Spezialfinanzierungen hingegen rechnen allesamt mit Ertragsüberschüssen: Die Wasserversorgung mit 192 Franken, die Abwasserentsorgung mit 58’974 Franken und die Abfallbeseitigung mit 2’250 Franken. Unverändert auch die Feuerwehrersatzabgabe (15 Prozent der einfachen Staatssteuer) sowie alle Gebühren. Der Souverän hiess den Voranschlag 2022 einstimmig gut.

Stephan Wicki stellte nebst dem Projekt «Schöpfler» noch zwei weitere Investitionskredite vor: Für die Fertigstellung des Quellenwegs – er muss noch mit einem Deckbelag versehen werden – beantragte der Gemeinderat 43’000 Franken. Und für einen Projektkredit für die Erschliessung der Lischmattstrasse, respektive die Fertigstellung der Münchisbergstrasse durch eine Meteor-/Sauberwasserleitung wurden 18’500 Franken beantragt. Beide Kredite genehmigte der Souverän einstimmig. Schliesslich sagten die Anwesenden ebenso oppositionslos Ja zu einer vom Gemeinderat beantragten Aufstockung des Finanzverwaltungs-Pensums von 60 auf 80 Stellenprozente.

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