Kraftwerk Gösgen
Wasserkraft: In Niedergösgen soll auch langfristig Wasserstoff durch «Aarestrom» produziert werden

Die Wasserstoffanlage in Niedergösgen sorgte vergangenes Jahr für Knatsch: Die Nachbaren störten sich ab dem Lärm der Anlage. Dennoch soll nun die langfristige Produktion sowie der künftige Ausbau gesichert werden.

Felix Ott
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Die Konzession für das Wasserkraftwerk Gösgen soll angepasst werden.

Die Konzession für das Wasserkraftwerk Gösgen soll angepasst werden.

Bruno Kissling (Archiv)

Um die Wasserstoffproduktionsanlage in Niedergösgen gab es in der Vergangenheit bereits Knatsch: Anwohnende berichteten über Lärmbelästigungen und gelangten an den Gemeinderat.

Die Betreiberin der Anlage, die Hydrospider AG, von der Alpiq Teilhaberin ist, setzte anschliessend bauliche Massnahmen um. Es wurden Schalldämpfer und Lärmschutzwände bei der Produktionsanlage sowie bei der Abfüllstation installiert.

Diese sind laut der Nachbarschaft noch nicht zureichend: Deshalb erhoben sie, als die Firma Ende November ein Baugesuch einreichte um die bestehende Kühlanlage zu ersetzen, erneut Einsprache.

Beim Kraftwerk Gösgen hat Hydrospider 2020 ihre erste Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen.

Beim Kraftwerk Gösgen hat Hydrospider 2020 ihre erste Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen.

Fabio Baranzini (Archiv)

Das Baugesuch ist bis heute hängig, wie die Hydrospider AG auf Anfrage schreibt. Dennoch setzt die Firma auf Ausbau; sie will die nötigen Voraussetzungen für einen regulären Betrieb der Anlage schaffen. Dafür stellte sie beim Kanton Solothurn einen Antrag zur Anpassung der Konzession.

Sie nehme aber die Lärmthematik sehr ernst und stünde in engem Austausch mit dem Kanton, der Gemeinde sowie der Nachbarschaft. Auch für den Ausbau der Anlage sei der Aspekt der Lärmbelastung sehr wichtig und werde berücksichtigt, so die Medienstelle des Wasserstoffproduzenten.

Alpiq beantragt Anpassung der Konzession

Nun beantragt die Teilhaberin von Hydrospider, die Alpiq Hydro Aare AG, eine Anpassung der Konzession für das Wasserkraftwerk Gösgen. Die seit 2020 geltende Konzession sieht vor, die erzeugte Energie in das regionale Stromverteilnetz und in das Bahnstromnetz einzuspeisen.

Für den separaten Strombezug der Wasserstoffanlage gilt aktuell eine Ausnahmebewilligung; befristet auf Ende Jahr. Durch die Konzessionsänderung kann die Alpiq auch längerfristig Strom für die Wasserstoffproduktion beziehen. Die Medienstelle der Alpiq schreibt:

«Bei dieser Ergänzung in der Konzession handelt es sich um eine formelle Übernahme der heutigen provisorischen Bewilligung.»

Die Wasserstoffanlage habe weder Auswirkungen auf die Jahresproduktion noch auf die Kosten des Kraftwerks Gösgen.

Der «grüne» Wasserstoff spiele eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Schwerverkehrs, schreibt der Energieversorger weiter. Denn der Wasserstoff von Hydrospider wird für Fahrzeuge als Treibstoff verwendet, die dann lediglich Wasserdampf ausstossen.

Das Gesuch zur Konzessionsänderung liegt bis am 18. Mai 2022 beim Solothurner Amt für Umwelt öffentlich auf. Im Kanton Aargau ist das Gesuch ebenfalls einsehbar.