Niederamt

«Konkurrenz hat auch etwas Sportliches»: So reagieren Fitness-Betreiber auf andere Anbieter

Leonardo Schiavone bleibt angesichts der Konkurrenz gelassen: «Das Mitglieder mal das Studio wechseln, ist doch normal.»

Leonardo Schiavone bleibt angesichts der Konkurrenz gelassen: «Das Mitglieder mal das Studio wechseln, ist doch normal.»

Entlang der Oltnerstrasse im Niederamt gibt es eine Häufung von Fitness-Angeboten. Doch das ist nicht unbedingt das grösste Problem.

Diese Woche wurde bekannt, dass Pascal Jörg mit drei Filialen seiner Fitness-Factory von Olten nach Dulliken zieht. Dort gibt es im näheren Umkreis aber schon andere Angebote zum Schwitzen. Doch die Betreiber sehen der neuen Situation mehr oder weniger gelassen entgegen. Zu schaffen machen ihnen eher die Corona-Schutzmassnahmen.

Carina Suma-Di Pietro ist nicht sehr glücklich über die neue Situation. Sie ist Betreiberin von Carinas Fitness-Factory in Däniken. «Konkurrenz bleibt halt Konkurrenz», sagt sie. Nicht ideal ist auch die Ähnlichkeit des Namens zum Oltner Fitness-Unternehmer Jörg. Doch Suma-Di Pietro ist zuversichtlich. «Hinter uns allen liegt eine schwere Zeit.» Es gelte nun, vorwärts zu schauen. Ihre Fitness-Factory eröffnete sie erst im September 2019. Darum wurde sie vom Lockdown mit voller Wucht getroffen. Allmählich erhole sich die Situation aber. «Das Einhalten der Abstände ist weiterhin sehr wichtig für uns.»

Die Besucherinnen von Carinas Fitness-Factory sollen sich wohl fühlen. «95 Prozent unserer rund 60 Mitglieder sind Frauen», sagt Suma-Di Pietro. Das habe sich einfach so ergeben. Angeboten werden keine klassischen Trainingsgeräte, sondern «Groupfitness».

In Klassen, die zu fixen Zeiten stattfinden, trainiert man dort gemeinsam. «Bei uns herrscht eine warme und angenehme Atmosphäre.» In hellen Räumen und im persönlichen Umgang untereinander gebe es auch immer Platz für gute Gespräche, vor oder nach den Stunden. «Bei uns ist es mehr als einfach kommen, trainieren und wieder gehen.»

Mitglieder wechseln mal das Studio

Weniger kritisch betrachtet Leonardo Schiavone die Situation. Er ist Geschäftsführer von Vitas Wellness und Fitness in Däniken. Er sagt: «Vor dem Lockdown hatten wir etwa 980 Mitglieder.» Jetzt liegt deren Anzahl bei rund 750. «Dieser Rückgang wegen Corona merken wir.»

Das Alleinstellungsmerkmal in der Region von Vitas sei die eigene Sauna- und Wellnessanlage, sonntags gebe es Jumping-Fitness mit Trampolin. Schiavone sagt: «Ich hoffe jetzt wieder auf eine gute Entwicklung. Auf den Zuzug eines anderen Anbieters blickt er gelassen. Dieser habe ja bereits zuvor bestanden, «jetzt kommt er einfach etwas näher».

Konkurrenz habe es immer gegeben. Dass einzelne Mitglieder mal wechseln würden, dass sei normal. Früher trainierte im Vitas auch der EHC Olten. Wegen den Massnahmen gegen die Pandemie durften die Sportler aber nicht mehr in die öffentliche Fitness. «Die haben sich dann eigene Geräte gekauft und so trainiert.» Der Lockdown fiel genau in die Zeit, da die Sportler normale ins Vitas zum trainieren gehen. Schiavone: «Ich hoffe, dass sie im nächsten Frühling wieder zu uns kommen können.

Mobilität und Geschicklichkeit

Ein anderer Anbieter für Fitness, der aber den gleichen Nachnahmen trägt, ist Marco Schiavone. Mit seinem Bruder Fabio und dem gemeinsamen Kollegen Alessandro Cinque, führt er das Atomic Monkey Crossfit in Gretzenbach. Die beiden sind die Söhne Leonaro Schiavones. Haben sie also beim Vater abgekupfert?

«Nein», sagt Marco Schiavone, «wir machen etwas anderes und sind kein klassisches Fitness-Center.» Er hat Sport studiert und manchmal beim Vater gearbeitet. Vor vier Jahren habe er begonnen Crossfit zu betreiben. Dann sei die Idee entstanden, eine eigene «Crossfit Box» zu eröffnen. «Bei uns kommen die Leute in Klassen.» Diese seien eher klein, um so die Qualität des Coachings zu garantieren.

Crossfit sei eine Sportart, die mehrere konditionelle Aspekte abdecke. Darin vereint sind Elemente vom Rudern, Radfahren, Laufen oder Turnen. Einen grossen Stellenwert geniesse laut Schiavone zudem das Mobilitäts- und Beweglichkeitstraining, aber auch Ausdauer und Geschicklichkeit.

Angesprochen auf die Corona-Vorsichtsmassnahmen sagt der Jungunternehmer: «Ich glaube, weil wir erst am 2. August eröffneten, war das Ganze für uns etwas leichter.» Der Entscheid zur Eröffnung sei schwierig gewesen. «Das brauchte Mut in dieser Situation.» Die intensive Phase des Lockdowns hat das Unternehmen nicht erlebt. Doch nun laufe es aber gut. Auch hätten sie noch Kapazitäten, um das Crossfit-Training weiter auszubauen. Auch zusätzlicher Platz sei am jetzigen Standort vorhanden. Er kann sich vorstellen, das Angebot weiter auszubauen, Stichwort Ernährung.

Zum Umzug der Fitness-Factory aus Olten nach Dulliken meint Schiavone: «Das sehen wir entspannt. Konkurrenz hat auch etwas Sportliches.» Aktuell zählt Atomic Monkey Crossfit rund 70 Mitglieder.

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