Kienberg
Verwunschener Pfad und alte Ruine freigelegt – Enthusiasten erweiterten das Wandergebiet im entlegenen Kantonsteil

Am Wochenende trafen sich Wandernde zur Einweihung eines neuen Wanderwegs. Dabei wurde eine historische Route begangen, die in Vergessenheit geraten ist. Und Forschungen haben gezeigt, dass die beiden Ruinen um Kienberg bisher falsch bezeichnet wurden.

Noël Binetti
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In Kienberg wurde am Samstag ein neu erstellter Wanderweg zur wiederentdeckten Ruine «Alt Kienberg» eingeweiht. Rund 25 Personen nahmen an der Einweihung der Route teil.

In Kienberg wurde am Samstag ein neu erstellter Wanderweg zur wiederentdeckten Ruine «Alt Kienberg» eingeweiht. Rund 25 Personen nahmen an der Einweihung der Route teil.

Patrick Lüthy

Die Bezeichnungen der beiden Burgruinen um Kienberg stifteten in der Vergangenheit bereits Verwirrung: Generationen von Kienbergerinnen und Kienbergern lernten in der Schule, dass westlich des Dorfes, in Richtung Oltingen, die Ruine «Heidegg» und südöstlich des Dorfes jene mit dem Namen «Alt Kienberg» liege.

Forschungen der Universität Basel haben aber neue Erkenntnisse zutage gebracht und heute ist der Fall klar: Die westlich gelegene Anlage ist auf dem offiziellen Schweizer Kartenmaterial mit «Burgruine Alt Kienberg» beschriftet; die im Osten lediglich mit «Burgruine». Der Verein «Kienberg plus» hat sich mit dem Solothurner Amt für Archäologie und Denkmalpflege auf einen Tausch der Namen geeinigt. Die Ruine «Kienberg-Heidegg» ist also neu jene südöstlich:

Ein alter Weg kann wieder begangen werden

Die Ruine nahe Oltingen, die jetzt den Namen «Alt Kienberg» hat, ist von dichtem Blätterwerk umgeben. Der Verein «Kienberg plus» hat sich an deren Rehabilitierung gemacht und den Weg dorthin rekonstruiert. Finanziell unterstützt wurde er dabei durch den Swisslos Fonds des Kantons Solothurn und vom Jurapark Aargau.

Mitglieder des Vereins beteiligten sich an den Arbeiten.

Mitglieder des Vereins beteiligten sich an den Arbeiten.

Patrick Lüthy

Der Vizepräsident des Vereins, Ruedi Bienz, erklärt:

Ruedi Bienz vom Verein «Kienberg+».

Ruedi Bienz vom Verein «Kienberg+».

Patrick Lüthy
«Sträucher mussten geschnitten und Passagen des vergessenen Weges freigelegt werden.»

Mitglieder des Vereins hätten sich an den Arbeiten beteiligt; am Samstag erfolgte nun die Einweihung des neu erstellten Pfades. Bei einer gemeinsamen Begehung der neuen Wanderroute oberhalb Kienbergs schnürten rund 25 Personen ihr Schuhwerk.

Zusammen besuchten sie die historische Stätte und der Verein sorgte unterwegs für eine Erfrischung. Bienz schwärmt: «Es handelt sich um einen wunderschönen Weg, der gut mit einem Abstecher zum Aussichtspunkt ‹Schnäpfenflüeli› kombiniert werden kann.» Das Wandergebiet in einem abgelegenen Teil des Kantons wurde also erweitert.

Die beiden Ruinen um Kienberg sorgten in der Vergangenheit für Verwirrung: Neu ist die Ruine «Heidegg» südöstlich des Dorfes und die hier gezeigte mit dem Namen «Alt Kienberg» liegt westlich, nahe Oltingen.

Die beiden Ruinen um Kienberg sorgten in der Vergangenheit für Verwirrung: Neu ist die Ruine «Heidegg» südöstlich des Dorfes und die hier gezeigte mit dem Namen «Alt Kienberg» liegt westlich, nahe Oltingen.

Patrick Lüthy

Für Interessierte sind bei der Ruine geschichtliche Infos angebracht und der Weg ist ab der Bushaltestelle Saalhöhe ausgeschildert. Verschiedene Varianten sind möglich; auch ab der Dorfmitte Kienbergs. Ruedi Bienz: «Bisher war diese Ecke ein Insidertipp.» Nun wird sich zeigen, wie viele Neugierige das frisch erschlossene Terrain erkunden. Im Anschluss an die Begehung wurde im Dorf ein Sommerfest gefeiert.