Noch vergangene Woche standen mehrere Post-Fahrzeuge im typischen Gelb vor dem Gebäude an der Hauptstrasse 3 in Lostorf. Seit 2014 war dort die Paketzustellung zu Hause. Damals zog nämlich die Poststelle selbst um: in den Neubau an der Hauptstrasse 22. Auf den 1. April wurde die Postverteilstelle nach Däniken verschoben. Diese wurde wurde nämlich Anfang Jahr um- und ausgebaut. Die Däniker Zentrale ist nun zuständig für die Gemeinden Däniken, Obergösgen, Dulliken, Lostorf und Rohr.

 Aufgrund der Zusammenlegung der Verteilstellen wird die Liegenschaft in Lostorf, von vielen «ehemalige Post» genannt, überflüssig. Darum will die Post sie nun veräussern: Auf mehreren Immobilienvermittlungsplattformen ist das Gebäude ausgeschrieben. «In Lostorf verkaufen wir an zentraler Lage Gewerberäumlichkeiten im Stockwerkeigentum», schreibt die Post im Inserat.

«Eignet sich für Büro, Praxisgemeinschaft oder Beratungsräume»

Das Gebäude aus den 1980er-Jahren verfügt über eine Fläche von 536 Quadratmeter auf zwei Geschossen. 1,1 Millionen Franken kostet die Liegenschaft, die nach Vereinbarung verfügbar ist. Die Post schreibt weiter: «Dank der guten Lage eignen sich die Räumlichkeiten nach der Umnutzung bestens für ein Büro, eine Praxisgemeinschaft oder für Beratungsräume.»

Auf Anfrage bestätigt die Post den Verkauf der Lostorfer Liegenschaft. Für die Kundschaft soll sich dadurch nichts ändern: «Das Zustellangebot bleibt unverändert und die Postfächer bleiben bis auf weiteres am heutigen Standort», sagt Post-Sprecher Markus Flückiger gegenüber dieser Zeitung. Ein neuer Standort für die Postfächer sei noch nicht bestimmt, die Post müsse verschiedene Varianten prüfen.

Könnte es ein neues Zuhause für den Kindergarten geben?

Das ehemalige Post-Gebäude liegt direkt neben der Gemeindeverwaltung. Durch das Vordach sind denn auch die beiden Gebäude miteinander verbunden. «Wir wurden bereits vor rund sechs Monaten von der Post darüber informiert, dass die Zustellung nach Däniken verschoben wird», sagt der Lostorfer Gemeindepräsident Thomas Müller auf Anfrage. Die Post habe die Gemeinde auch nach möglichen Standorten für die Postfächer gefragt.

Müller wundert sich aber darüber, dass die Post nicht auf die eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten aufmerksam macht. «Das Gebäude befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Das heisst, die Nutzung ist explizit öffentlichen Zwecken vorbehalten», so Müller.

Er sei darum erstaunt, dass die Post in ihrem Inserat die Büronutzung erwähnt. Eine private Firma könne die Räume nämlich nicht einfach nutzen, dies würde eine Umzonung des Grundstücks bedingen. Eine solche stehe jedoch nicht zur Diskussion.

«Wir prüfen, ob wir die Liegenschaft selbst brauchen können»

Die Gemeinde selbst überlegt sich nun, das Gebäude zu kaufen. Müller erklärt: «Wir prüfen momentan, ob wir die Liegenschaft selbst brauchen können.» Mehrere Ideen stünden derzeit im Raum: So sei eine regionale Bauverwaltung denkbar, die für mehrere Gemeinden in der Region tätig ist. Oder aber die ehemalige Post könnte zu einem Kindergarten umgewandelt werden. Müller: «Der Kindergarten Kirchmatt ist baufällig. Da brauchen wir bald eine neue Lösung.»

Konkrete Nutzungspläne habe die Gemeinde aber noch nicht. «Die Post verlangt einen stolzen Preis für das Gebäude. Den dürfen wir uns als Gemeinde nur leisten, wenn wir die Liegenschaft wirklich brauchen. Als Reserve macht sie keinen Sinn», erklärt der Gemeindepräsident. Ausserdem würde eine Umnutzung des ehemaligen Post-Gebäudes etliche Umbauarbeiten mit sich bringen. Noch sind die Post-Schalter, Pausen- und Umkleideräume von früher darin zu finden. Die Post bestätigt, dass sie mit der Gemeinde Lostorf in Kontakt stehe. Über Kaufinteressenten will sie keine Auskunft geben.