«Jedes Mal, wenn wir ein neues Projekt starten, fragen wir uns: Wie können wir dieses Produkt optimieren, es noch besser machen?», erklären Sarah Hügin und Benedikt Löwenstein, Creative Directors von Mizko Design, ihre Inspiration.

Genauso seien sie auch beim Design der Vase «LYS» vorgegangen, die kürzlich mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde. Der German Design Award ist der Premiumpreis des Rates für Formgebung und geniesst in Fachkreisen ein hohes Ansehen. Für den Award, der von einer internationalen Jury vergeben wird, wurden 4000 Produkte eingereicht.

Die Vase «LYS» wurde als Kundengeschenk für Manor entworfen. Schon zum dritten Mal stellte Mizko Design damit ein Produkt für die Warenhauskette her. 2013 wurden ausgewählte Manorkunden mit der Obstschale «La Vague» beschenkt, und 2014 erhielten sie den stapel- und wandelbaren Kerzenständer «Karat», der ebenfalls mit einem German Design Award belohnt wurde.

Wandelbares Design

So kam in der dritten Runde die Idee der Vase – die Designer wollten für Manor etwas herstellen, das jeder brauchen kann, das sich aber trotzdem von den beiden ersten Geschenken unterscheidet. Gleichzeitig ist eine Vase ein Produkt mit viel Optimierungspotenzial. «Ich denke, das Problem kennt jeder: Man erhält Blumen geschenkt, hat aber nie die richtige Vase für den ganzen Strauss oder die einzelne Rose», so Hügin.

Dies habe das Designerduo ändern wollen. Die multifunktionale «LYS» lässt sich nämlich je nach Bedarf umstellen. Setzt man das Zwischenstück aus geöltem Eschenholz auf die Öffnung der Vase, ist diese für eine solitäre Blume verwendbar. Stellt man die Vase jedoch auf das Holzstück, kann sie einen ganzen Strauss fassen.

Dass das Holzstück separat auch als Kerzenständer genutzt werden kann, ist den beiden während des Designprozesses aufgefallen. Das Ziel, das Produkt zu optimieren, haben Löwenstein und Hügin also durchaus erreichen können – und dabei eine wandelbare und gleichzeitig zeitlos stilvolle Vase kreiert.

Erwerben kann man «LYS» leider nicht, oder jedenfalls noch nicht. «Ungefähr ein Jahr nachdem Manor die Produkte als Kundengeschenk gebraucht hat, haben wir die Obstschale und die Kerzenständer in unserem Onlineshop und in einigen Läden zum Verkauf angeboten», so Löwenstein.

Da sich dies wegen der hohen Produktionskosten jedoch kaum gelohnt habe, hatten die beiden vor, die Vase nicht zu verkaufen. «Aber genau bei diesem Produkt haben wir von vielen gehört, dass sie es kaufen möchten. Ich verspreche nichts, aber bei genügend Anfragen würde es sich ja vielleicht doch lohnen», lacht der Creative Director.

Die Geschichte ohne Geschichte

Fragt man die Jungdesigner nach der Geschichte hinter dem Namen «Mizko», lachen diese nur. «Dahinter steckt leider keine tolle Geschichte. Der Name ist ein Fantasiekonstrukt und bedeutet nichts», erklärt Hügin. «Das ist auch schon die ganze Story.

Die Geschichte ohne Geschichte, sozusagen», fügt Löwenstein schmunzelnd an. Entstanden ist Mizko Design vor vier Jahren, kurz nachdem Hügin und Löwenstein, die auch privat ein Paar sind, ihr Industrial Design Studium an der FHNW in Aarau abgeschlossen hatten.

Was mit einigen Freelance-Aufträgen begann, wurde schlussendlich mithilfe des dritten im Bunde, CEO Maurice Calanca, zu ihrem eigenen Designunternehmen. Gestartet haben sie in Aarau, dort wurden die Büroräumlichkeiten jedoch schnell zu klein, weshalb ein grösseres Büro gesucht werden musste.

In der Region wollten Hügin und Löwenstein der zentralen Lage wegen jedoch bleiben. So stiessen die beiden schliesslich auf das Nabholz-Areal in Schönenwerd, wo sie sich seit drei Jahren kreativ ausleben können.

Was ihr Angebot betrifft, möchte das Paar sich wieder etwas einschränken. «Als Jungunternehmer hat man das Gefühl, so viel wie möglich anbieten zu müssen, um den Kunden zufriedenzustellen. Ich glaube, das ist eine Art Gründerkrankheit», lacht Löwenstein. Daher sei das Serviceangebot der Firma so breit gefächert.

Neben Produktdesign bieten sie auch Grafikdesign, Raumkonzepte und vieles mehr an. Zukünftig möchten sie sich jedoch wieder auf Produktdesign, ihr eigentliches Geschäft, fokussieren. Auch wollen Hügin und Löwenstein das Thema Kundengeschenk vertiefen, denn die Entwicklung dieser gefalle ihnen besonders.

«Es ist sehr herausfordernd, die Philosophie der Kunden in einem Produkt widerzuspiegeln. Diese Herausforderung kann zwar manchmal auch nervenzerreissend sein», so Löwenstein. «Aber wenn man schlussendlich das Produkt in den Händen hält, sind alle Strapazen wieder vergessen», fügt Hügin an.