Jubiläum nachgeholt
Wegen Corona feiern die Sportschützen Gretzenbach ihr hundertjähriges Bestehen mit einem Jahr Verspätung

Der einst erfolgreiche Verein kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Am letzten Wochenende luden die Sportschützen nun zum Fest – wegen der Pandemie wurde es das 101. Jubiläum.

mgt/otr
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Die Mitglieder posieren mit der Flagge.

Die Mitglieder posieren mit der Flagge.

zvg

Die Feierlichkeit wurde mit dem Spiel der Musikgesellschaft unter der Leitung von Andrea Scherrer um 18 Uhr letzten Samstag eröffnet. OK-Präsident Heinz Widmer begrüsste unter den Gästen SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Delegationen von Einwohner- und Bürgergemeinde, aus dem Schiesssport, Vertreter des kantonalen und Bezirksverbandes, Delegationen der Nachbarsektionen sowie der lokalen Schützengesellschaft. Dazu die Fahnengotte Angela Widmer.

«Eine 100-Jahresfeier ist in der heutigen schnelllebenden Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr», meinte Widmer zu den Anwesenden. Vorab bei den 50-Meter-Schiessgesellschaften hätten solche aufgelöst oder mit anderen fusioniert werden müssen.

Nach dem Durchstöbern von Protokollen, Ordnern und Statuten, die sehr umfangreich sind, sei einiges zusammengekommen. Die Namen des Vereins wechselten im Laufe der Geschichte von «Flobertclub» über «Kleinkaliber-Schützen», zu «Sportschützen Gretzenbach». Heute fehlen die grossen Erfolge, wie sie zum Ende des letzten Jahrhunderts noch gefeiert werden konnten und damals regelmässig in den Sportnachrichten von Radio und Fernsehen erwähnt wurden.

Gründungsjahr 1921

Am 12. Februar 1921 wurde der Verein gegründet, zwecks «Hebung und Pflege des freiwilligen Schiessens». Im Frondienst erstellten die Mitglieder das Schützenhaus und den separaten Scheibenstand im Schachen an der Aare. Von Beginn weg war der Club «sehr aktiv», die ersten Erfolge hätten sich eingestellt, heisst es in einem Bericht. Doch der Schiessplatz wurde mehrmals von der Aare überflutet: Im Frühjahr 1970 konnte die neue Schiessanlage im Ortsteil Zingg eingeweiht werden. Voran ging eine «intensive» Planung und unzählige Arbeiten und Frondienststunden.

Die Anwesenden lauschen einer Ansprache.

Die Anwesenden lauschen einer Ansprache.

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Einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte war das Eidgenössische Kleinkaliber-Schützenfest 1975 in Neuhausen, wo die Gretzenbacher «alles gewannen, was zu gewinnen war». Die grossen Erfolge sind verbunden mit den Namen Hans Sinniger, Peter Ruch oder Beat Carabin, darunter Welt- und Schweizermeister sowie die Teilnahme an Olympischen Spielen. Die Förderung von Jungschützen werde bis heute sehr beachtet. Vom Nachwuchs wurde Daniela Gugger im Jahre 2000 ebenfalls Schweizer Meisterin. Auch Larissa Donatiello feiert grosse Erfolge bei den Junioren.

Sie bildet sich im Leistungszentrum Magglingen weiter und reist mit der Junioren-Nationalmannschaft an Wettkämpfe ins Ausland. «Ohne den Zusammenzug der stärksten Schützen und Schützinnen aus der Region, hätten die Sportschützen nie diese Erfolge feiern können», heisst es.

Was bringt die Gegenwart?

OK-Präsident Heinz Widmer.

OK-Präsident Heinz Widmer.

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Eine weitere grosse Baustelle war die jeweilige Sanierung der Schliessanlage mit den Ausbauten und der Entsorgung des alten Bleis im Zielhang. 2006 wurde die Schiessanlage auf elektronische Trefferanzeigen umgerüstet. Um heute Erfolge zu haben, braucht es ausserordentliche Anstrengungen der Schützinnen und Schützen, von den Betreuern und der Vereinsleitung.

In der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft schossen die Sportschützen ab Beginn in der Liga A oder B mit. «Leider kann man heute nicht mehr mithalten». Es werden Resultate geschossen, die nur mit täglichem Training möglich sind. Die Sportschützen kämpfen jetzt in der 2. Liga vorne mit. Das Freizeitangebot für die Jugend wird immer vielseitiger, sodass das sportliche Schiessen heute einen schweren Stand hat und es an Nachwuchs mangelt. Zum Abschluss meinte Heinz Widmer:

«Blicken wir aber gemeinsam in die Zukunft und weiterhin ‹guet Schuss›».