Der Betrachter sieht es von Weitem: Das Garderobengebäude auf dem Fussballplatz in Schönenwerd hat schon bessere Tage erlebt. Die Fassade ist fleckig, die Farbe an den Türen verbleicht, die Sitzbänke abgenutzt. Es steht im Gegensatz zur modernen Betoncouparena der Schönenwerder Volleyballer, die sich unmittelbar hinter dem Terrain des FC Schönenwerd-Niedergösgen befindet.

«Bekannt ist der schlechte Zustand bereits seit Jahren. Schon mein Vorgänger hat sich um das Anliegen gekümmert», berichtet Joel Kleger, einer der beiden Co-Präsidenten des FC Schönenwerd-Niedergösgen im Gespräch im Clubhaus. Dieses wurde in den 1980er-Jahren renoviert und ist in einem besseren Zustand als das in den 1950er-Jahren erbaute Garderobengebäude. «In der Zwischenzeit wurden zwar Sanierungsarbeiten an der Lüftung erledigt», berichtet Kleger, aber das reiche nicht. Aus diesem Grund stehe der FC schon seit mehreren Jahren in Kontakt mit der Schönenwerder Gemeinde.

Co-Präsident Joel Kleger zeigt eine der Garderoben im Innern des Gebäudes.

   

18 Teams mit 348 Mitgliedern

Der FC Schönenwerd hat sich 2012 mit dem Fussballclub Niedergösgen zusammengeschlossen und hat seither zwei Standorte. Mittlerweile umfasst der Club 18 Teams mit 348 Mitglieder. Die Juniorenmannschaften verfügen über separate Garderoben, die ebenfalls in den 80ern gebaut wurden. «Die anderen Garderoben sind alt, abgenutzt und nicht mehr zeitgemäss. Ausserdem haben sie eine schlechte Ökobilanz, undichte Fenster und das WC funktioniert manchmal nicht», fasst Joel Kleger zusammen und ergänzt: «Uns ist bewusst, dass die Sanierung ein grosses finanzielles Projekt ist, das nicht Priorität hat.» Aber die Arbeiten sind laut dem Präsidenten langsam dringend.

Das Gebäude wurde in den 1950er-Jahren errichtet.

     

Auch dem Gemeindepräsident Peter Hodel ist der Zustand der Garderoben bekannt. Das Gebäude gehört der Gemeinde, der FC ist der Nutzer. «Wir mussten uns 2017 entscheiden, was dringender ist: Die Sanierung der Garderoben oder das Aufstellen von neuen Beleuchtungsmasten», sagt Hodel dazu. Der Entscheid fiel zugunsten der Beleuchtung aus, die im Januar 2018 errichtet wurde. Nun ist das Thema Garderobengebäude wieder auf dem Tisch: Im Dezember fand ein Gespräch zwischen Vertretern des Fussballclubs und der Gemeinde statt. Im Januar hat der Gemeinderat darüber beraten. Die Idee ist nun Folgende: Es wird eine paritätische Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus drei Mitgliedern des Fussballclubs und drei Mitgliedern der Gemeinde, die sich der Thematik annimmt. Der Austausch zwischen den beteiligten Parteien habe immer gut funktioniert, sind sich die beiden Präsidenten einig.

Noch keine konkreten Pläne

Angedacht ist eine gemeinsame Lösung mit dem benachbarten Freibad. «Dort denken wir auch seit längerem über die Renovation der Garderoben nach», erklärt der Gemeindepräsident. Der Gemeinderat möchte gerne Synergien zwischen der Badi und dem FC nutzen. Konkret vorgesehen ist allerdings noch nichts. «Dafür gibt es ja jetzt diese Arbeitsgruppe», meint Hodel. Auch Fachleute würden beigezogen werden. Joel Kleger kann sich vorstellen, dass sich sein Verein mit Fronarbeit an der Sanierung beteiligen könnte. Ein Budget nennen beide nicht, Peter Hodel geht allerdings davon aus, dass die Gemeindeversammlung dereinst über das Projekt abstimmen wird, da das Vorhaben die Finanzierungskapazität von 100 000 Franken überschreitet.