Hochwasser
Stüsslingen geht Unwetterschäden vom Juli konsequent an: Pläne sollen im Frühjahr 2022 vorliegen

Die Gemeinde erarbeitet mit dem Kanton unter anderem Massnahmen, wie in Zukunft einem Hochwasser zu begegnen ist.

Cyrill Pürro
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Dauerhaftes Regenwetter letzten Sommer führte zum Hochwasser in Stüsslingen.

Dauerhaftes Regenwetter letzten Sommer führte zum Hochwasser in Stüsslingen.

zvg/Andreas Marti

Stüsslingen überkam Ende Juli dieses Jahres eine regelrechte Sintflut: Zwei Mal kämpfte das Dorf mit enormen Wasser- und Schlammmengen. Der Stüsslingerbach trat über die Ufer, flutete die Hauptstrasse sowie Liegenschaften und beschädigte mehrere Fahrzeuge. Besonders Liegenschaften an der Hauptstrasse, auch der «Chäsegge», wurden von der Flut getroffen.

Beinahe ein halbes Jahr nach dem Hochwasser wendet sich Gemeindepräsident Georges Gehriger in einem Bericht in der neusten Ausgabe der Dorfzeitung «Sternen-News» an die Bevölkerung. Gehriger informiert das Dorf über die aktuellen Sanierungsarbeiten und die ausstehenden Projekte und Massnahmen, die zurzeit ausgearbeitet würden. Wie er mitteilt, habe die Gemeinde nun zusammen mit dem Kanton eine Ereignisanalyse, eine Überprüfung der Schutzkonzepte Wasser sowie eine Gefahrenkarte und einen Massnahmenplan in Auftrag gegeben. Dazu arbeite sie eng mit Feuerwehr, Zivilschutz und Gebäudeversicherung zusammen. Auf Anfrage erklärt Gehriger:

«Der Unwetterschutz nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, wenn man es richtig machen will».

Und Stüsslingen will es richtig machen – um einer ähnlichen Situation «weitestmöglich aus dem Weg zu gehen», so Gehriger.

Gemeinde und Kanton prüfen weiteres Vorgehen

Mittlerweile seien zwei Flurwege, die durch das Unwetter beschädigt wurden, saniert worden. Bei vier weiteren sind die Arbeiten noch im Gang. Bei diesen Flurwegen müsse aufgrund der Wetterverhältnisse noch bis im Frühling mit der kompletten Wiederinstandsetzung zugewartet werden. Der Souverän segnete den für die Instandsetzung der sechs Flurwege benötigten Kredit bereits an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom September ab. 220'000 Franken werden benötigt.

Das Wasser fand seinen Weg beim Hochwasser im Juli gar über Stüsslinger Felder.

Das Wasser fand seinen Weg beim Hochwasser im Juli gar über Stüsslinger Felder.

zvg/Andreas Marti

Kanton und Bund beteiligen sich sowohl an den Wiederinstandsetzungen der Flurwege, wie auch an den anderen Massnahmen. So beteiligt sich der Kanton mit rund 80-90 Prozent an der Planung des Hochwasserschutzes. Bei den Flurwegen unterstützt der Bund die Gemeinde mit rund der Hälfte des Finanzaufwands, wie Gehriger erklärt. Im Moment gehe es darum, anhand der Abflussmengen zu bestimmen, wie die bisherigen Berechnungen eines Jahrhunderthochwassers in Stüsslingen zu dem tatsächlichen Ereignis stehen und welche Massnahmen getroffen werden müssen. Die Planungen auf Gemeinde- und Kantonsebene sollen bis im Frühjahr 2022 bereinigt vorliegen. Gehriger sagt dazu:

«Dann können wir weitergehende Massnahmen zusammen mit dem Kanton und den Betroffenen angehen.»

Anschliessend werde die Umsetzung in Angriff genommen, die Flurwege fertig saniert. Die Ergebnisse dazu würden Mitte Januar oder anfangs Februar mitgeteilt. Nach den Ereignissen im vergangenen Juli ist der Gemeinde klar: «Mit einem solchen Hochwasser werden wir auch in Zukunft rechnen müssen. Es gilt die Risiken zu minimieren und Schäden zu verhindern», wie Gehriger sagt.

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