Hochwasser
Die Lage im Niederamt ist angespannt, aber die Schutzbauten sind intakt

Am Donnerstag sank der Pegel der Aare etwas und die umgesetzten Massnahmen bewähren sich – bisher gibt es nur geringe Schäden im Niederamt.

otr
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Heute kein Durchkommen am Stauwehr.

Heute kein Durchkommen am Stauwehr.

Bruno Kissling

Heute Donnerstag am späteren Nachmittag setzte in Solothurn gerade wieder Regen ein. Bei einem Anruf gegen 16 Uhr sagt Djego Ochsner, Chef vom kantonalen Amt für Militär und Bevölkerungsschutz, auf Anfrage: «Ich glaube, dass wir die Aare bis in die Nacht hinein auf dem aktuellen Niveau regulieren können.»

Erster Härtetest: Die Dämme, die 2013 bis 2015 gebaut wurden, scheinen sich zu bewähren.

Erster Härtetest: Die Dämme, die 2013 bis 2015 gebaut wurden, scheinen sich zu bewähren.

Bruno Kissling

Zwar erwartete man nochmals eine Zunahme des Abflusses, «aber nicht mehr so stark wie in der Nacht auf Donnerstag». In der Region Schönenwerd seien neuralgische Orte gut abgesperrt: «Die Dämme und Schutzmassnahmen bewähren sich bis hierhin sehr gut.»

In den vergangenen 48 Stunden habe die Feuerwehr die vorbereiteten Sperrelemente eingesetzt. «Zudem führt die Feuerwehr Wasser, welches wegen der Schutzmassnahmen nicht mehr abfliessen kann, durch spezielle Pumpschächte über die Dämme in die Aare», so Ochsner.

Ein Blick in die reissende Aare.

Ein Blick in die reissende Aare.

Bruno Kissling

Die Teams werden in der Nacht vom Zivilschutz an den Pumpen abgelöst

«so ist die Feuerwehr am Morgen wieder ausgeschlafen».

Die Dämme, die nach dem Hochwasser 2007 von 3013 bis 2015 errichtet wurden, scheinen sich zu bewähren: «Im Raum Schönenwerd sind momentan keine Keller geflutet», so Ochsner. Um eine Einschätzung der Lage gebeten, sagt er: «Sie ist soweit unter Kontrolle.» Auch regne es etwas weniger stark, als die Prognosen vorausgesagt hätten. «Wir schauen optimistisch nach vorne», sagte Ochsner. Und: «Auch bei den Kraftwerken greift der Schutz, Schwemmholz wirdndort laufend entfernt.»

Vermutlich Schäden an Pfahlbauten im Ballypark

Die Pfahlbauten im Ballypark leiden unter den Wassermassen.

Die Pfahlbauten im Ballypark leiden unter den Wassermassen.

Screenshot Facebook

Das letzte grosse Hochwasser hat die Pfahlbauten im Ballypark aus ihrer Verankerung gelöst und die Aare hinuntergespült. Nun sind Teile des Parks wieder überschwemmt und die Pfahlbauten werden vom Wasser berührt. Auf Anfrage sagt Walter Kiener, bei der Oltech zuständig für den Unterhalt der Anlage:

«Solange das Wasser noch so hoch ist, können wir die Schäden nicht abschätzen.»

Dennoch geht er davon aus, dass Teile des Lehms in den Wänden weggespült wurden. «Und auch die Wege mit dem roten Split sind sicherlich in Mitleidenschaft gezogen worden», schätzt Kiener die Lage ein.