Hauenstein-Ifenthal
«Militärischer Verkehrsweg» soll asphaltiert werden – Grundsatzentscheid an Gemeindeversammlung gefällt

Nach langem Hin und Her: Die Argumente der Befürworter überzeugen die Stimmberechtigten. Nun wird die Passstrasse, welche die Gemeinde Hauenstein-Ifenthal mit dem Kanton Baselland verbindet, saniert. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn.

Beat Wyttenbach
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Wird regelmässig vom Militär genutzt: die «Challgasse» – offiziell als Belchenstrasse bezeichnet – ist in einem schlechten Zustand. Nun soll die Strecke saniert werden.

Wird regelmässig vom Militär genutzt: die «Challgasse» – offiziell als Belchenstrasse bezeichnet – ist in einem schlechten Zustand. Nun soll die Strecke saniert werden.

Bruno Kissling

Trotz pandemisch immer noch angespannter Lage versammelten sich am Montagabend 22 Stimmberechtigte im Pfarrsaal Ifenthal zur Rechnungsgemeindeversammlung für das Jahr 2020 der Einwohnergemeinde Hauenstein-Ifenthal. Nebst der Verwaltungsrechnung 2020 stand ein Grundsatzentscheid zur Debatte, wie es mit der Challgasse weitergehen soll; der Passstrasse, die das Dorf mit dem basellandschaftlichen Eptingen verbindet.

Von Hauenstein-Ifenthal kommend, führt die Strasse (ab hier «Kallstrasse») auf Baselbieter-Seite in Richtung Eptingen.

Von Hauenstein-Ifenthal kommend, führt die Strasse (ab hier «Kallstrasse») auf Baselbieter-Seite in Richtung Eptingen.

Bruno Kissling

Seit weit über zehn Jahren ist der Unterhalt der Passstrasse ein Politikum. Die Gemeinde möchte den «militärischen Verkehrsweg» mit historischen Inschriften gerne teeren, jedoch sträube sich das Amt für Raumplanung dagegen, wie Gemeindepräsident Stefan Berchtold ausführte: Gefordert seien unter anderem ein Nutzungsplan und Parkplätze, «was aber einen Haufen Geld kostet und keinen Sinn ergibt». Laut Vize-Gemeindepräsident Markus Börlin kostete der bisherige Unterhalt, die permanente Erneuerung des Mergelbelages, in den letzten zehn Jahren an die 200'000 Franken.

«Diese Kosten bleiben uns erhalten, wenn wir uns gegen eine Teerung aussprechen»,

mahnte Börlin. In der Diskussion waren sich die Anwesenden sicher, dass nach einer Teerung nicht mit Mehrverkehr zu rechnen sei. Darüber hinaus «wird bei heftigen Regenfällen der Mergel in unsere Felder ausgeschwemmt, was die Bewirtschaftung erschwert», monierte etwa Landwirt Arthur Strub.

Die Grenze: Hier endet aktuell der Asphalt und der «Mergelbelag» beginnnt.

Die Grenze: Hier endet aktuell der Asphalt und der «Mergelbelag» beginnnt.

Bruno Kissling

Die anschliessende Grundsatzabstimmung liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Einstimmig sprach sich der Souverän für eine Teerung der Challgasse aus, gekoppelt mit dem Auftrag an den Gemeinderat, diesen Entscheid dem Kanton zu präsentieren und verbunden mit der Anregung durch Peter Siegrist aus der Versammlung, den Unterhalt der Challgasse durch das Militär zu prüfen.

Viele Schlaglöcher und notdürftig repariert: Immer wieder spülen Regengüsse Steine vom Belag in die Wiesen.

Viele Schlaglöcher und notdürftig repariert: Immer wieder spülen Regengüsse Steine vom Belag in die Wiesen.

Bruno Kissling

Jahresrechnung schliesst mit deutlichem Plus

Die Verwaltungsrechnung 2020 schliesst bei einem Aufwand von rund 1,5 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 1,5 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von knapp 80'000 Franken ab; das Budget gestaltete sich ausgeglichen. Das gute Ergebnis ist laut Finanzverwalter Ruedi Ziegler hauptsächlich auf Minderaufwendungen in den Kostengruppen Gesundheit (-17'000 Franken), Verkehr (-18'000 Franken) und vor allem in der Bildung (-45'000 Franken) zu erklären. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugefügt, welches sich neu auf gut 550'000 Franken beläuft. Nettoinvestitionen wurden in der Höhe von gut 35'100 Franken getätigt. Während die Wasserversorgung (-28'400 Franken; Eigenkapital per 31. Dezember 2020: 86'300 Franken) und die Abfallbeseitigung (-2900 Franken; Eigenkapital: 59'800 Franken) mit einem Aufwandüberschuss abschlossen, weist die Abwasserbeseitigung ein Plus von gut 5300 Franken (Eigenkapital: 52'300 Franken) aus.

Der Souverän segnete die Verwaltungsrechnung 2020 einstimmig ab

Auch genehmigte er ohne Gegenmehr Steuerabschreibungen in der Höhe von gut 6200 Franken und wählte die Solidis Revisions AG, Olten, für ein weiteres Jahr als Revisionsstelle.

Die Anwesenden sagten ferner einstimmig Ja zu drei Reglementen: Erstens zu jenem über den schulärztlichen Dienst, das unter anderem besagt, dass die Kreisprimarschule Hauenstein-Ifenthal-Wisen einen Schularzt bestimmen muss, der die Kinder regelmässig untersucht und der Schule beratend zur Seite steht; zweitens zum revidierten Reglement über die Schulzahnpflege, das vorschreibt, dass die Kreisgemeinden für die Kosten der Untersuchungen und teilweise für die Behandlungen der Kinder aufkommen müssen und drittens zur komplett neu erarbeiteten Dienst- und Gehaltsordnung mit Wisen als Anstellungsgemeinde.