Wildpark Mühletäli
Glück für Mufflons: Herpesvirus macht Bogen ums Mühletäli

Nach einem lebhaften, trockenen Sommer ist im Wildpark Mühletäli Ruhe eingekehrt.

Bruno Kissling
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Zu Besuch im Wildpark Mühletäli
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Zwei muntere, aber scheue und interessierte Mufflon-Damen.
Bei den vier Waschbär-Ladys geht es derzeit etwas ruhiger zu und her. Einen Winterschlaf machen die gefrässigen Damen allerdings nicht.
Insgesamt 16 Damhirsche bevölkern derzeit das Mühletäli.
Kyra Bosshardt zusammen mit dem noch jungen Damhirsch-Stier Shadow.

Zu Besuch im Wildpark Mühletäli

Bruno Kissling

Im nächsten Mai wird es 65 Jahre her sein, seit einige Oltner die Idee in die Wirklichkeit umsetzten, im alten brachliegenden Steinbruch und für die Landwirtschaft nicht nutzbaren Schluchtäli zwischen Starrkirch-Wil und dem Säli-Schlössli einen kleinen Wildpark für die Bevölkerung von Starrkirch-Wil und Olten anzulegen.

Zügig wurden das Schluchhaus, das mehr als Werkstatt-, Material und Vereinshaus diente, erbaut. Ein Blockhaus im alten Steinbruch diente als Hirschstall, zudem entstanden auch ein Mufflonstall und ein Waschbärenhaus. Bereits Ende der 1950er-Jahre hatte der Wildpark Mühletäli in etwa die heutige Grösse und Ausbau erreicht. Bis auf das Moufflon-Gehege sind fast alle Anlagen auf Starrkircher Boden angesiedelt.

Über den Tierpark hat sich derweil winterliche Ruhe gelegt – und der Nebel zieht von den Wartburghöfen hinunter in den Tierpark. Auch bei den Tieren geht es ruhiger zu und her. Fünf Moufflons, elf Zwergziegen, 16 Damhirsche und die alteingesessenen vier Waschbären-Mädchen bevölkern derzeit den Tierpark, der laut der langjährigen Tierpflegerin Kyra Bosshardt 1951 einst mit Hamstern, Zwerghühnern und Axishirschen den Betrieb aufgenommen hat.

Später folgten auch andere Tiere; lange tummelten sich hier auch Murmeli. 1954 etwa schenkte die damalige Oltner Kleider Frey-Filiale dem Park erste Waschbären.

Alle Tierschutz-Auflagen erfüllt

Heute zählt der von Francois Bäriswil geleitete Wildpark-Verein rund 670 Mitglieder. Dank der Hilfe vieler Freiwilliger konnten in diesem Jahr wieder viele Projekte realisiert werden, so etwa die Erhöhung des Mufflons-Geheges auf zwei Meter Höhe, eine Auflage des Tierschutzes. Aber auch bei den afrikanischen Zwergziegen konnte der Auslauf in diesem Jahr massiv vergrössert werden, was den Tieren – insbesondere den Jüngsten – sichtbar viel Freude bereitete.

Entsprechend positiv sei denn laut Kyra Bosshardt auch die Abnahme der Anlagen durch das Veterinäramt für die Erteilung der Wildtierhalte-Bewilligung erfolgt. Als aktuell letztes grösseres Projekt soll demnächst das Bauprojekt für die Erweiterung des Waschbären-Geheges im Bereich der früheren Murmeltier-Anlage eingereicht werden, damit die Tiere möglichst schon im nächsten Frühjahr mehr Platz zum Austoben vorfinden können.

Heisser Sommer, aber kein Virus

Der trockene, heisse Sommer machte den Tieren laut Bosshardt kaum zu schaffen, insbesondere dank dem vielen schattigen Plätzen. Allerdings musste vermehrt Futter zugekauft werden, da das Weidegras nicht mehr nachwuchs.

Froh ist man, dass bisher keine Anzeichen von Erkrankung der Mufflons durch Herpesviren vorliegen. Träger des Virus sind Schafe und Mufflons, die auch zur Familie der Schafe gehören. Sie können ihrerseits Hirsche anstecken, ohne selber zu erkranken. Im Tierpark Roggenhausen (AG) mussten deshalb mehrere Hirsche getötet werden.

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