Unterer Hauenstein

Geschützt: Wieso diese Bäume für das Ökosystem Wald so wertvoll sind

Diese Weisstanne zählt zu den 114 Biotopbäumen des Reviers.

Diese Weisstanne zählt zu den 114 Biotopbäumen des Reviers.

Im Forstbetrieb Unterer Hauenstein stehen über hundert ökologisch wertvolle und geschützte Bäume.

Wer bei seiner Joggingrunde oder seinem sonntäglichen Spaziergang oberhalb des Alters- und Pflegeheim Weingarten in Olten in den Wald geht, der hat vielleicht auch schon mal nach ein paar hundert Metern links des Wegrandes einen Baum bemerkt, der mit zwei grünen Dreiecken besprayt ist. Was das bedeutet? Dieser Baum ist einer von vielen sogenannten Biotopbäumen. Der Revierförster des Forstbetriebes Unterer Hauenstein, Georg Nussbaumer, erklärt, was es damit auf sich hat.

Der besagte Baum, eine Weisstanne, deren Giebel weggebrochen ist, misst auf Brusthöhe im Durchmesser circa siebzig Zentimeter. Das Besondere an der Weisstanne: «Sie ist beziehungsweise wird in Zukunft ökologisch interessant», erklärt Nussbaumer. Aus diesem Grund sei die Weisstanne auch als Biotopbaum deklariert worden. Als solcher wird er ganz «der Natur überlassen». «An diesem Baum wird nichts mehr gemacht», so Nussbaumer. Selbst nach dessen Absterben werde der Baum liegen gelassen, denn auch dann diene er noch vielen Lebewesen als Lebensraum. Ein Biotopbaum hat eine wichtige Bedeutung für das Ökosystem Wald. Gemäss Definition des Amtes für Wald, Jagd und Fischerei sind Biotopbäume «lebende Bäume, die aufgrund ihrer Art oder Beschaffenheit eine besondere Bedeutung für Fauna und Flora haben.»

Revierförster Georg Nussbaumer mit einem Biotopbaum.

Revierförster Georg Nussbaumer mit einem Biotopbaum.

Auch Nussbaumer erklärt, dass Biotopbäume für zahlreiche Lebewesen wichtigen Lebensraum bieten; besonders aber für die, die von Alt- und Totholz profitieren wie Säugetiere, Vögel, Insekten, Moose, Flechten und Pilze. «Eine Massnahme, um diese spezifischen Arten und somit die Biodiversität im Wald zu erhalten und zu verbessern, ist die gezielte Förderung von ökologisch wertvollen Bäumen.» So das vom Amt für Wald, Jagd und Fischerei formulierte Ziel hinter den Biotopbäumen. Um einen bestimmten Baum als Biotopbaum erklären zu können, müssen verschiedene vom Kanton vorgegebene Bedingungen und Merkmale erfüllt sein. Als Bedingung, um überhaupt in Frage zu kommen, muss der Baum in einem Wirtschaftswald stehen und mindestens eine Baumlänge Abstand zum nächsten Biotopbaum aufweisen. Ist neben diesen beiden Bedingungen auch noch mindestens eines der acht Merkmale erfüllt, zählt er als geschützter Baum. «Es gibt verschiedene Kriterien, die einen Biotopbaum auszeichnen, beispielsweise grosse Dimensionen, dass er vom Specht befallen ist, dass er ökologisch wertvoll ist oder dass er sehr selten ist», zählt Nussbaumer einige der Merkmale auf.

114 Biotopbäume stehen im Revier

Im Revier des Forstbetriebes Unterer Hauenstein, zu dem die Bürgergemeinden Olten, Trimbach, Winznau, Lostorf, Hauenstein-Ifenthal und Wisen gehören, stehen auf einer Fläche von 1800 Hektaren insgesamt 114 solcher Biotopbäume, wie der Revierförster weiss. Diese wurden vom Forstbetrieb ausgesucht und dem Kanton vorgeschlagen, der sie als Biotopbäume absegnete. Für die Bäume wird eine einmalige Abgeltung gezahlt. «Wir müssen dadurch aber auf die Ernte des Baumes verzichten», erklärt Nussbaumer.

Die Biotopbäume sind ein Teilprogramm des kantonalen Förderprogramms zur Biodiversität im Wald. «Im Rahmen dieses Programms haben wir noch weitere Massnahmen getroffen: Aufwertung von Waldränder in Lostorf oder das Anlegen von Biotopen für die Gelbbauchunke», erzählt Nussbaumer. «Ich würde sagen, dass Solothurn mit diesem Biodiversitätsprogramm schweizweit einer der Vorreiter ist.»

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