Niederamt

Gemeinden zeigen sich solidarisch mit dem Oltner Stadttheater

Ein Prozent des Gesamtbudgets des Stadttheaters Olten wird durch Gemeinden finanziert. Dazu gehören unter anderem Niedergösgen und Schönenwerd.

Mehrere Niederämter Gemeinden unterstützen das Stadttheater Olten finanziell. Niedergösgen und Schönenwerd bieten dafür ihren Einwohnern eine Gegenleistung an.

Eine Meldung auf der Website der Gemeinde Niedergösgen informiert darüber, dass die Einwohner gratis Theaterkarten für das Stadttheater Olten bei der Gemeinde beziehen können. Die Anwohner können Tickets für eine beliebige Vorstellung reservieren. Weiter kann man lesen, dass der Gemeinderat so das kulturelle Angebot der Region Olten unterstützen will.

Gemeindepräsident Roberto Aletti bestätigt auf Anfrage dieses Angebot. Es stamme zwar noch aus der Zeit seines Vorgängers, sei aber sehr beliebt und gefragt. Das Angebot sei gross: «Wir haben Abonnemente für verschiedene Kategorien. In diesen haben wir jeweils zwei Tickets pro Vorstellung zu vergeben.» Der Kostenpunkt im vergangenen Jahr sei 3030 Franken gelegen. Die Kosten würden von Jahr zu Jahr leicht variieren.

Keine Konkurrenz für lokale Kultur

Nicht nur Niedergösgen kennt dieses Angebot, sondern auch die Gemeinde Schönenwerd. Sie bietet ihrer Bevölkerung zwar keine Gratis-Eintritte an, dafür vergünstigte Tickets. Dabei bezahle die Gemeinde das Gleiche wie Niedergösgen, sagt Gemeindepräsident Peter Hodel. Auch hier werde das langjährige Angebot rege genutzt und niemand stelle diesen Budgetposten infrage.

Hodel sieht das Stadttheater keineswegs als Konkurrenz zum lokalen Kulturangebot. Schönenwerd habe gar eine Kulturkommission. Das vierköpfige Gremium fördert, wie man auf ihrer Website lesen kann, «kulturelle Aktivitäten in der Gemeinde». Darunter auch die Kulturwoche, die weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannt ist. «Die Unterstützung des Stadttheaters ist als Ergänzung zu den lokalen Aktivitäten zu sehen», meint Hodel. Denn das Angebot, welches das Stadttheater zu bieten habe, sei ein anderes. Da gebe es auch Vorstellungen mit internationalem Charakter.

30 Prozent der Besucher kommen aus der Region

Das sieht der Geschäftsführer des Stadttheater Olten, Herbert Schibler, genau so. Er betont, wie wertvoll die lokale Kultur sei. Es ginge hier nicht darum, dass das Stadttheater kulturelle Angebote der Gemeinden konkurrenziere. Das Angebot sei nicht vergleichbar. Dass die Gemeinden sich mit dem Theater solidarisierten, sei wichtig. Schibler: «Ich wünsche mir, dass das Stadttheater Olten als Theater für die Region verstanden wird.» Denn das kulturelle Angebot sei auch auf die erweiterte Region ausgerichtet. Das sähe man auch an den Besucherzahlen: 30 Prozent der Besucher kämen nicht aus der Stadt Olten, sondern aus der Region.

Jedes Jahr aufs Neue fragt das Stadttheater die Gemeinden in der Region an, ob sie das Theater unterstützen wollen. Es gibt denn auch verschiedene Arten der Zusammenarbeit mit den Gemeinden. So zahlen die meisten einen Unterstützungsbeitrag, ohne eine Leistung zu beziehen. Und nicht nur Einwohnergemeinden, sondern auch Bürgergemeinden unterstützen das Theater mit Beiträgen. Ungefähr die Hälfte der Gemeinden in der Region greifen dem Theater laut Schibler jedes Jahr unter die Arme. Im Niederamt seien es acht Gemeinden, die einen Beitrag leisten. Dabei hätten aber nur Schönenwerd und Niedergösgen eine Unterstützung mit Gegenleistung.

Ein Prozent kommt von den Gemeinden

Die Beiträge gehen seit Jahren stetig leicht zurück, sagt Schibler. Denn diese Unterstützung sei ein beweglicher Budgetposten und wenn eine Gemeinde seine Ausgaben reduzieren müsse, dann würden die Kulturbeiträge als erstes gestrichen. Er freue sich aber um jeden Beitrag, den eine Gemeinde leiste.

Die Beiträge schwanken laut Schibler zwischen einem kleinen dreistelligen Betrag bis zu ungefähr 2000 Franken. Im Jahr 2018 seien so 20'300 Franken zusammengekommen. Das sei rund ein Prozent des Gesamtbudgets des Stadttheaters, welches sich auf 2,2 Millionen Franken beläuft.

Es gibt noch Potenzial

Das Stadttheater Olten finanziert sich zu 76 Prozent selber. Der Rest wird von der Stadt, dem Kanton und eben den Gemeinden übernommen. Der hohe Selbstfinanzierungsgrad sei beachtlich und möglich durch Ticketverkäufe, Abonnements und Vermietungen der Räumlichkeiten, meint Schibler.

Er betont aber, dass auch die kleinen Beiträge für das Theater wichtig seien. So könnten die Gemeinden einen finanziellen Beitrag für das Zentrum Olten leisten. Im Vergleich zum Stadttheater Solothurn, welches substanziell durch die umliegenden Gemeinden finanziert werde, sieht Schibler für Olten noch Potenzial. Abschliessend meint er denn auch: «Es wäre schön, wenn die Solidarität der Gemeinden mit dem Oltner Stadttheater grösser wäre.»

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