Die Gemeinde Trimbach hat im vergangenen Jahr zu wenig Geld ausgegeben. Zumindest in einem Bereich: Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden für die Jahre 2018 und 2019 45'000 Franken budgetiert.

Damit will die Gemeinde Mittelstandsfamilien mit Betreuungsgutscheinen für die Kindertagesstätten im Dorf unter die Arme greifen. «Wir waren mit der Vergabe der Gutscheine zu restriktiv», sagt Gemeindepräsident Martin Bühler.

Mittelstandsfamilien sollen unterstützt werden

Bei den Betreuungsgutscheinen handelt es sich um finanzielle Unterstützung der familienergänzenden Kinderbetreuung. Im Januar 2018 startete das zwei Jahre dauernde Pilotprojekt in Trimbach. Es soll Mittelstandsfamilien entlasten. Denn gerade diese stehen unter Druck: Muss die Familie die vollen Kosten für den Platz in der Kindertagesstätte übernehmen, lohnt es sich kaum, in dieser Zeit arbeiten zu gehen. Der Lohn würde direkt wieder in die Betreuung der Kinder investiert werden.

Von den Gutscheinen profitieren Familien mit einem Jahreseinkommen zwischen 30'000 und 75'000 Franken. Die exakten Unterstützungsbeiträge werden von der Gemeinde jedoch von Fall zu Fall bestimmt.

Budget wurde 2018 nicht ausgenutzt

«Die Nachfrage von den Trimbacher Eltern war deutlich unter unseren Erwartungen», sagt Bühler. Lediglich sechs Familien hätten von den Gutscheinen profitiert. Von den gesprochenen 45'000 Franken sind laut Gemeindepräsident im Jahr 2018 nur 7631 Franken genutzt worden. Das sei schade, findet der er: «Denn wenn wir einen Betrag ins Budget aufnehmen, dann wollen wir ihn auch nutzen — natürlich für den abgemachten Zweck.»

Darum geht die Gemeinde pünktlich zum Jahresbeginn nochmals über die Bücher: Zusammen mit der Finanzverwaltung wolle man die verschiedenen Szenarien für die Vergabe der Gutscheine durchspielen und eine neue Rechnung aufstellen. Bühler: «Wir müssen ein ‹Gspür› dafür bekommen, welche Erwartungen die Eltern an uns haben.» Denn 2018 seien mehrere Anträge für Unterstützungsgelder von der Gemeinde zwar bewilligt, dann aber von den Familien aus verschiedenen Gründen nicht genutzt worden. Ziel sei es, die Zahl der unterstützten Familien in diesem Jahr zu erhöhen.

«Neu soll das ganze Jahr abgedeckt sein»

Zudem erhöht die Gemeinde die Anzahl der Betreuungstage pro Jahr, die ausbezahlt werden. Während im bisherigen Reglement die Rede von maximal 232 Tagen ist, sollen neu die Kosten für 252 Tage beglichen werden. Die Gemeinde sei anfangs von einer Tagespauschale ausgegangen. «Mit der jetzigen Regelung wurden die Familien lediglich während elf Monaten unterstützt. Neu soll das ganze Jahr abgedeckt sein», sagt Bühler. Denn die Eltern müssten ja auch dann für die Kinderbetreuung zahlen, wenn sie in den Ferien sind.

Mittagstisch wird mit Geldern aus Gutschein-Topf unterstützt

Weiter beschloss der Trimbacher Gemeinderat vor Weihnachten an seiner Sitzung einstimmig, dass ein Teil der Gelder aus dem Topf der Betreuungsgutscheine künftig auch dem Mittagstisch-Angebot des Kinderhorts zugutekommen soll: «In Trimbach gibt es zwei Mittagstische, die jedoch unterschiedlich viel kosten», erklärt Bühler.

Derjenige von FamiTri kostet rund zehn Franken pro Kind. Gleichzeitig ist der Mittagstisch im Kinderhort doppelt so teuer. «Wir wollen den Kinderhort finanziell unterstützen, sodass sich die Eltern nur noch aufgrund der geografischen Lage für oder gegen einen Mittagstisch entscheiden müssen», so Bühler.

Der Gemeinderat hat allen neuen Regelungen im Grundsatz bereits zugestimmt. Ende Januar wird er definitiv eine Entscheidung fällen. Die Gelder sollen dann rückwirkend auf den 1. Januar 2019 gesprochen werden.