Gastroausflug
Team des Restaurants Brücke logiert für ein Wochenende in Interlaken - samt Stammgästen

Das Team des Restaurants Brücke in Niedergösgen verreist am Freitag in ein Hotel im Berner Oberland und kocht dort für vertraute Gesichter.

Noël Binetti
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Stammgäste vom Restaurant Brücke in Niedergösgen werden dieses Wochenende in Interlaken verköstigt.

Stammgäste vom Restaurant Brücke in Niedergösgen werden dieses Wochenende in Interlaken verköstigt.

Bruno Kissling (Archiv)

Markus Gfeller ist ein findiger Gastronom. Zusammen mit seiner Frau Sarah führt er das Restaurant Brücke in Niedergösgen. Die Coronakrise liess die beiden bereits mehrere kreative Ideen umsetzen. So bewirtete das Brücke-Team die Gäste aus bereits einem Food-Truck heraus oder in speziellen Kunststoff-Iglus im Garten.

Doch die Idee zum neusten Coup hat ihm ein langjähriger Freund geliefert: Mit Bastian Hofmann verbrachte Markus Gfeller einst die Lehrzeit im Landhotel Hirschen in Erlinsbach. Heute führt Hofmann das Hotel Stella in Interlaken, unweit der Höhematte, von wo man freien Blick auf die Jungfrau hat.

Normalerweise eine Adresse für internationale Touristen.

Weil diese aktuell ausbleiben, schlug Hofmann seinem Jugendfreund einen Teamausflug vor. Das Spezielle daran: Die Stammgäste des Restaurants Brücke sollen gleich mitreisen. Von diesem Vorschlag war Gfeller sofort begeistert. Nach einigen Vorbereitungen reisen nun am Freitag acht Teammitglieder und vierzig Gäste nach Interlaken – das Package für 660 Franken pro Person ist restlos ausverkauft.

Käse wird unterwegs abgeholt

Markus Gfeller, Restaurant Brücke

Markus Gfeller, Restaurant Brücke

Website Restaurant Brücke

Gfeller sagt auf Anfrage: «Alle unsere Festangestellten und Auszubildenden werden gestaffelt und mit dem Zug anreisen.» Gfeller selbst und sein Küchenchef nehmen das mit zusätzlichem Geschirr beladene Auto. Bei einem Besuch des Käselieferanten in Thun soll gleich der Käse für das Wochenende abgeholt werden. Die Anreise der Gäste findet individuell statt, erwartet werden sie mit einem 3-Gangmenü aus vertrauter Küche; der des Restaurants Brücke.

«Logistisch ist alles sehr gut vorbereitet»,

sagt Gfeller. «Wir wissen bereits, welches Equipment wir vor Ort vorfinden und welche Speisen wir auf welchem Porzellan servieren.» Am Samstag wartet auf die Gäste aus dem Niederamt ein Ausflug im Berner Oberland. «Daran kann teilnehmen, wer möchte», sagt Gfeller. Für den Abend ist dann ein Gourmetmenü vorgesehen.

«Die frischen Frühlingsprodukte dazu bringen wir zum Teil mit, andere bestellen wir beim lokalen Gemüsehändler vor Ort.»

Gfeller betrachtet die ganze Aktion – neben einer gelungenen Kundenbindung – als wertvolles Erlebnis für seine Equipe: «Seit über hundert Tagen haben wir nicht mehr in regulärer Zusammensetzung gearbeitet. Die Abläufe in Küche und Service setzten aber eine minutiöse Zusammenarbeit voraus.» Nun soll in Interlaken wieder einmal «der Ernstfall» zelebriert werden, wie er sagt. «Wir freuen uns sehr darauf, wieder einmal Zeit mit unseren Gästen zu verbringen.» Weil das Angebot vor Anmeldefrist ausverkauft war, meint Gfeller, dass auch den Gästen die Küche vom Restaurant Brücke fehlt.

Trotz Arbeit etwas Lagerstimmung

Die Brücke-Crew wird alle Abläufe in Küche und Service übernehmen, während die Angestellten des Hotel Stella alle Aufgaben von Réception, Etagen- und Zimmerservice innehat.

«Obwohl wir am Arbeiten sein werden, glaube ich, dass etwas Lagerstimmung aufkommen wird.» Auch Gfellers Kinder werden vor Ort sein. Das Hotel Stella wird am Wochenende exklusiv für Gäste und Crew aus dem Restaurant Brücke geöffnet sein. «Am Sonntag nach dem Frühstück ist unser Part dann zu Ende», sagt Gfeller. Die Gäste können dann selbst über den Tag verfügen.

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