Fussball

Fusionierung zur Niederamt Selection ist für alle Beteiligten von Vorteil

Der bisher grösste Erfolg der Niederamt Selection war der Sieg im Solothurner Cup 2016 bei den C-Junioren. Pascal Mäder

Der bisher grösste Erfolg der Niederamt Selection war der Sieg im Solothurner Cup 2016 bei den C-Junioren. Pascal Mäder

Die Fussballvereine Schönenwerd-Niedergösgen und Däniken-Gretzenbach steigen als Niederamt Selection in die dritte Saison.

Eine Zusammenarbeit der beiden Vereine FC Schönenwerd-Niedergösgen und FC Däniken-Gretzenbach war lange Zeit undenkbar. «Als ich vor fünf Jahren erstmals mit der Idee einer Gruppierung kam, haben mich die Leute angeschaut, als käme ich von einem anderen Planeten», blickt Bruno Hauri zurück.

Der jetzige Präsident des FC Schönenwerd-Niedergösgen war 2012 bereits bei der Fusion des FC Schönenwerd, für den er sich seit über 50 Jahren engagiert, mit dem FC Niedergösgen federführend. Zwei Jahre später, auf den Start der Saison 2014/15 hin, konnte Hauri trotz anfänglicher Skepsis der Vereinsmitglieder nun auch die Zusammenarbeit mit dem FC Däniken-Gretzenbach lancieren, Mitinitiator war Alexander Forster, der Co-Präsident des FCDG.

«Mittlerweile haben wir gemeinsam zwei Saisons absolviert und es gibt überhaupt keine Berührungsängste mehr zwischen den zwei Klubs», zieht Hauri ein positives Fazit. «Vor allem bei den Junioren nicht. Denn obwohl sie aus verschiedenen Dörfern kommen, kennen sich praktisch alle Spieler schon aus ihrer Freizeit, teilweise gehen sie sogar zusammen in die Schule.» Die Zusammenarbeit sei bereits nach zwei Jahren ein voller Erfolg.

Junioren-Auswahlen

Niederamt Selection heisst das Produkt, das aus der Verbindung der beiden Klubs hervorgegangen ist. Mehr als zehn Teams nehmen 2016/17 unter diesem Namen am Meisterschaftsbetrieb teil. Wieso war dieses Konstrukt überhaupt nötig?

«Der Ursprung lag im Junioren-Bereich», erklärt Hauri, «die Gruppierung hat einerseits den Effekt, dass sich die beiden Vereine gegenseitig helfen können, wenn es in einer Nachwuchskategorie zu wenig Spieler gibt, um eine Mannschaft zu stellen.»

Das zweite Ziel, das die beiden Klubs nur zusammen erreichen können, sind die Leistungsteams. Die besten Spieler aus dem Niederamt sollen zu einem Spitzenteam geformt werden. «Auf der Stufe der C-Junioren konnten wir dieses Vorhaben bereits umsetzen», so Bruno Hauri, «die 13- und 14-Jährigen sind innert kürzester Zeit in die höchste Spielklasse, die Junior League, aufgestiegen und gewannen in der letzten Saison den Solothurner Cup.»

Auch bei den D- und B-Junioren sei die Niederamt Selection auf gutem Wege, bald in der obersten Spielklasse vertreten zu sein. Das sei überlebenswichtig für die Klubs, erläutert Hauri: «Wir verlieren gerne Talente an grosse Vereine wie Basel oder Aarau, aber nicht an direkte Konkurrenten wie Dulliken oder Entfelden.

Wir müssen unseren besten Talenten ebenfalls die Möglichkeit bieten können, auf höchstem Niveau zu spielen.» Die Leistungsteams sind aber nur die eine Seite der Medaille, auch die anderen Junioren profitieren von der Zusammenarbeit: «Wir müssen in jeder Alterskategorie auf mehreren Stufen vertreten sein, damit jeder Spieler das seiner Leistung angepasste Becken findet.» Der Spass am Fussball solle bei keinem verloren gehen.

Mehr Aktivteams statt A-Junioren

Eine Ausnahme bildet die älteste Nachwuchskategorie. «A-Junioren wollen wir nicht, diese Teams sind meistens Problemhaufen», stellt Bruno Hauri klar. Deshalb werden die 17- bis 19-Jährigen direkt in die Aktivmannschaften eingebaut.

Die Aktiven sind der zweite Bereich der Gruppierung. Beide Vereine stellen weiterhin eigene Fanionteams: Schönenwerd-Niedergösgen spielt in der Aargauer 4. Liga, die erste Mannschaft des FC Däniken-Gretzenbach in der Solothurner 3. Liga.

Zusätzlich laufen zwei Teams unter dem Namen Niederamt Selection auf: eines in der Aargauer 5. Liga, eines in der Solothurner 4. Liga. «Letzteres ist ein Projektteam. Da testen wir, wie die Junioren optimal in den Aktivbereich integriert werden können», schildert Hauri.

«Es ist ein ganz junges Team mit lediglich zwei, drei Routiniers drin.» Das Fünftliga-Team, das in der Region Aargau spielt, sei faktisch die zweite Mannschaft des FC Schönenwerd-Niedergösgen. Dieses Team biete die Möglichkeit, «dass auch wirklich jeder Aktivspieler seinem Niveau entsprechend in einem Team unterkommt».

Dass der FCSN durch die Gruppierung mit Däniken-Gretzenbach nun sowohl im Aargauer als auch im Solothurner Fussballverband vertreten ist, sei ein positiver Nebeneffekt, so Bruno Hauri: «Wir haben dadurch ‹Figgi und Mühli›, weil wir steuern können, ob wir ein Team im stärkeren Aargau oder in der Solothurner Gruppe anmelden.»

Frauenabteilung als grosser Stolz

Besonders stolz zeigt sich Bruno Hauri über den dritten Bereich der Gruppierung: die Frauen und Juniorinnen. «Wir haben insgesamt über 100 lizenzierte Frauen und Juniorinnen. Wir stellen diese Saison drei Aktiv- und drei Juniorinnen-Teams.» Das Hauptziel sei es, die erste Frauen-Mannschaft, aktuell noch in der zweithöchsten Regionalliga, in den kommenden Jahren in der 2. Liga zu etablieren.

«Dafür braucht es aber einen sauberen Aufbau im Hintergrund», so Hauri, «wir legen sehr grossen Wert auf die Förderung unserer Juniorinnen und den Frauenfussball im Allgemeinen.»

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