Gretzenbach

Er sucht elf besondere Orte in seinem Dorf

Hans-Peter Steiner vor der Linde bei der Anhöhe am Ende der Kohlschwärzistrasse.

Hans-Peter Steiner vor der Linde bei der Anhöhe am Ende der Kohlschwärzistrasse.

Ein Gretzenbacher Lehrer setzt sich ein für sein Dorf – und den Austausch unter den Menschen.

Hans-Peter Steiner ist ein Gretzenbacher. Vor 27 Jahren ist er hierhingezogen. Heute identifiziert er sich mit der Gemeinde und fühlt sich als einer von hier: «Hier ist mein Lebensmittelpunkt, in jeder Hinsicht.» Steiner arbeitet als Lehrer. Eine Weile war er in der Umweltschutzkommission, und er ist Mitglied von «Fokus Gretzenbach», kurz FOG. Eine parteiunabhängige, aber politische Vereinigung, bei der die Niederämter Gemeinde Gretzenbach im Zentrum steht. Seit 2016 fotografiert Steiner für die FOG-­Website, verfasst Texte und Geschichten rund ums Dorf. In einem der letzten Beiträge ruft er seine Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, am gemeinsamen Projekt «11 Orte in Gretzenbach, die man unbedingt kennen muss», teilzuhaben und sich einzubringen.

Inspiriert wurde Steiner vom Buch von Christof Gasser und Barbara Saladin. Die beiden verfassten zusammen den Reiseführer «111 Orte im Kanton Solothurn, die man gesehen haben muss». Auch Gretzenbach wird darin erwähnt. Dieses Konzept will Steiner nun im Kleinen adaptieren und erweitern. Ihm gehe es aber nicht um touristische Stätten und Besucherströme.

Er sagt: «Für mich zählt dabei einzig der Austausch unter den Menschen in Gretzenbach.» In einer Zeit, in der viele Anlässe abgesagt würden, sich die Menschen wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus in ihre Häuser zurückziehen und kaum Möglichkeiten bestünden zur Geselligkeit, wolle er mit seinem Projekt etwas anregen das Verbundenheit schaffe.

Es braucht Fantasie

Steiner schreibt in seinem Beitrag: «Saisonbedingt werden die kommenden Wochen zunehmend dunkler; das gesellschaftliche Leben ist am Nullpunkt angelangt.» In der jetzigen Zeit brauche es Fantasie. Damit – und mit der Möglichkeit digitaler Vernetzung – könne man der drohenden Isolation die Stirn bieten, etwas Licht ins Dunkel bringen.

Steiner fordert dazu auf, einen individuellen Lieblingsplatz im Dorf zu verraten. Wer einen spannenden Ort kenne, eine unbekannte Ecke im Dorf oder einen Ausblick von persönlicher Bedeutung, könne diesen auf einem Bild festhalten und dazu etwas schreiben. Die daraus entstehenden Porträts will Steiner sammeln und sie als Beiträge auf der FOG-Website veröffentlichen. «Mindestens 11 Plätze, das ist das Ziel! Und vielleicht entstehen daraus weitere Ideen zur Erhellung der Zukunft», schreibt Steiner. Und macht selbst gleich den Anfang. Im ersten Beitrag zur Serie besucht er den «Täfelibaum».

Die Linde als Fixpunkt auf den Runden

Die Linde steht auf einer Anhöhe am Ende der Kohlschwärzistrasse. Für Steiner «eine Art Fixpunkt» auf seinen Runden. Hier geniesse er die Aussicht über das westliche Niederamt und lasse mit dem Blick auch die Gedanken schweifen. Er beschreibt, warum man diesen Ort kennen sollte, worin dessen Schönheit besteht und welche persönliche Geschichte er damit verbindet.

Was aber, wenn mehr als elf «Orte» eintreffen? «Das wäre umso besser», freut sich Steiner. Elf sei mal ein Ziel. Wenn es mehrere würden, dann könne er sich auch deren Zusammenstellung in einem kleinen Heft vorstellen. In erster Linie sollen die Beiträge eine Anregung für die Einwohner sein.

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