Kienberg
Einsprachen erwartet: 2020 soll das Baugesuch für die vier Windräder öffentlich aufliegen

Vier Windräder sollen auf Kienberger Boden in Zukunft Strom produzieren. Gemeindepräsidentin Adriana Gubler erklärt den Stand der Dinge.

Judith Frei
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Die Visualisierungen der Windpark Burg AG und der Vento Ludens Suisse GmbH zeigen, wo die vier geplanten Windkrafträder zu stehen kommen würden und wie sie in der Landschaft aussehen.

Die Visualisierungen der Windpark Burg AG und der Vento Ludens Suisse GmbH zeigen, wo die vier geplanten Windkrafträder zu stehen kommen würden und wie sie in der Landschaft aussehen.

zVg

Wir erinnern uns: An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Dezember 2018 wurde in Kienberg ein wichtiger Entscheid getroffen. Die Gemeinde hatte beschlossen, dass die Windpark Burg AG auf Kienberger Boden vier Windräder bauen darf. Es ist vorgesehen, dass ein weiteres Windrad in der Gemeinde Oberhof auf Aargauer Boden stehen wird. Nicht nur diese Zeitung berichtete darüber, auch das SRF Regionaljournal war an der Versammlung anwesend.

Die Gemeinde war damals polarisiert: Auf der einen Seite wurden unmittelbar nach dem Entscheid schon Stimmen laut, die drohten, Einsprache gegen das kommende Baugesuch einzureichen. Auf der anderen Seite gab es Kienberger, die den Windpark als eine Chance für die Gemeinde erachteten. Gemeindepräsidentin Adriana Gubler gehört zur zweiten Gruppe und war erleichtert über den positiven Entscheid.

Ein kombiniertes Verfahren für Kienberg

Wie heute die Stimmung in der Gemeinde ist, kann die Präsidentin nicht genau sagen. «Ich glaube kaum, dass sich die Meinungen der Befürworter und Gegner verändert haben», mutmasst Gubler. Doch genau abschätzen kann sie die Situation nicht, denn seit dem Entscheid der Gemeindeversammlungen liefen nur Hintergrundarbeiten. Diese sind bei einem solch grossen Projekt intensiv und langwierig. So gab es bis heute nichts zu kommunizieren und der Windpark sorgte auch nicht gross für Gesprächsstoff in der Gemeinde. «2020 werden wir aber voraussichtlich das Baugesuch öffentlich auflegen können», weiss Gubler.

Bei diesem grossen Infrastrukturprojekt wird ein sogenanntes kombiniertes Verfahren angewendet. Dabei werden Baugesuch und Nutzungsplanung in einem Verfahren abgewickelt. Das bedeutet, dass schon mit der Nutzungsplanung und dem Umweltverträglichkeitsbericht auch das Baugesuch und die Baupläne aufgelegt werden müssen. In diesem Verfahren wird es folglich auch nur ein Einspracheverfahren geben.

Für die Gemeinde Kienberg wird dieses Projekt finanzielle Vorteile haben. Sobald die Windräder stehen, kommt der Gemeinde eine jährliche Entschädigung zugute. Klar zu beziffern ist diese nicht, da sie von der Leistung abhängig ist. So ist sie in einem stürmischen Jahr grösser. Jedoch wurde eine Mindestvergütung vereinbart: «In den ersten zwölf Betriebsjahren erhält die Gemeinde mindestens 155'100 Franken jährlich», sagt Gubler. Ab dann bis zum dreissigsten Betriebsjahr verdoppelt sich der Betrag. «Die Vergütung deckt einerseits die Entschädigung der Gemeinde Kienberg als Standortgemeinde und andererseits den Baurechtszins.»

Vorläufig muss sich die Gemeinde aber noch ein wenig gedulden. «Wir gehen davon aus, dass es Einsprachen geben wird», so Gubler. Es sei daher bis zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich abzuschätzen, wann die Windräder in Kienberg drehen werden.

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