Einheitskirchgemeinde
Pastoralraumrat Olten prüft Fusion der Kirchgemeinden

Die römisch-katholischen Kirchgemeinden Olten/Starrkirch-Wil, Trimbach-Wisen und Ifenthal-Hauenstein wären einer Einheitskirchgemeinde aufgeschlossen. Jedoch soll zuerst der neue Zusammenarbeitsvertrag getestet werden.

Felix Ott
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Glasmalerei in der Trimbacher Kirche St. Mauritius.

Glasmalerei in der Trimbacher Kirche St. Mauritius.

Patrick Lüthy (Archiv)

2014 wurde das Bistum Basel in Pastoralräume eingeteilt, um so die Zusammenarbeit benachbarter Pfarreien zu stärken. Schliesslich wurde 2017 von Bischof Felix Gmür der Pastoralraum Olten (oder SO 11) formell eingerichtet. Dieser umfasst die römisch-katholische Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil sowie die Niederämter Kirchgemeinden Trimbach-Wisen und Ifenthal-Hauenstein.

Der Pastoralraumrat Olten strebt eine Fusionierung der Kirchgemeinden an, berichtete die Pastoralraumleiterin Antonia Hasler bereits 2020. Ein Zusammenschluss würde administrative Prozesse vereinfachen und könnte Personalprobleme beheben.

In einem aktuellen Positionspapier, das dieser Zeitung vorliegt, betont nun der Pastoralraumrat, dass die Fusion zwar ein langwieriger Prozess darstelle, dieser solle aber jetzt in einer Absichtserklärung initialisiert werden. Wegen ferienbedingter Abwesenheit konnten bei Hasler dazu keine näheren Angaben eingeholt werden.

Zwischen den Kirchgemeinden im Pastoralraum Olten bestand bisher ein Zusammenarbeitsvertrag. Doch 2020 kündigte Trimbach-Wisen die Vereinbarung per Ende 2021. Sie war mit dem Verteilschlüssel mittels Pro-Kopf-Abgabe unzufrieden. Mitte dieses Jahres wurde von allen Kirchgemeinden im Pastoralraum ein neuer, angepasster Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet, der unter anderem neben der Pro-Kopf-Abgabe auch den Steuerfuss der Kirchgemeinden miteinbezieht.

Fusionierung könnte die Personalprobleme lösen

Eine Einheitskirchgemeinde bietet laut dem erwähnten Positionspapier auf Kirchgemeinde- und Pastoralebene viele Vorteile. «Gleiche Rechte und Pflichten für alle», heisst es beispielsweise. Durch ein gemeinschaftliches Budget würden Mittel gezielter eingesetzt werden können. Ausserdem werden Diskussionen zum Finanzausgleich unter den Kirchgemeinden obsolet.

Die verschiedenen Aufgaben erforderten heute immer mehr Fachpersonal, da die Reglementierungen zunähmen und die Tätigkeiten komplexer würden. «Mit einer Kirchgemeinde müssen Stellen nur einmal besetzt werden. Beim Personaletat werden Synergien geschaffen». Dies attraktiviere die Stellen und sorge für höhere Arbeitspensen mit geregelten Arbeitsstandards, heisst es im Positionspapier.

Die Struktur einer Einheitskirchgemeinde führe zudem zu mehr Transparenz sowie einfacheren Kommunikationswegen. Zusätzlich werde die Zusammenarbeit zwischen Kirchgemeinde und Pastoralraum vereinfacht. Auch die Umsetzung einer zielgerichteten Strategie werde durch gemeinsame definierte Schwerpunkte und Verzichtsentscheide effizienter.

Römisch-katholische Kirche St. Mauritius in Trimbach.
5 Bilder
Römisch-katholische Kirche Sankt Joseph in Wisen.
Römisch-katholische Kirche Sankt Katharina in Hauenstein-Ifenthal.
Römisch-katholische Kirche St. Martin in Olten.
Römisch-katholische Kirch St. Marien in Olten.

Römisch-katholische Kirche St. Mauritius in Trimbach.

Patrick Lüthy (Archiv)

Zurückhaltend aber nicht abgeneigt

Die einzelnen römisch-katholischen Kirchgemeinden Olten/Starrkirch-Wil, Trimbach-Wisen und Ifenthal-Hauenstein sind einer Einheitskirchgemeinde keineswegs abgeneigt. Jedoch will man zuerst schauen, wie sich die Lage unter dem neuen Zusammenarbeitsvertrag ab Januar 2022 entwickelt. Doch die drei angefragten Kirchgemeinden sind sich einig, dass ein Zusammenschluss in Zukunft einmal kommen wird.

«Über kurz oder lang wird wohl eine Fusion nötig werden»,

Bereits seit Jahren sei man für eine Fusion. Schliesslich hätten die Kirchgemeinden Trimbach und Wisen bereits fusioniert. Vorerst wolle man aber einmal schauen, wie sich die Zusammenarbeit 2022 entwickle und dann vielleicht später einen Zusammenschluss mit Ifenthal-Hauenstein in Betracht ziehen.

Grundsätzlich sei Trimbach-Wisen auch einem Zusammenschluss mit Olten/Starrkirch-Wil nicht abgetan. Jedoch müsste dann geklärt werden, wie mit den Liegenschaften und Ländereien der Kirchgemeinden umgegangen werde. Die Mauritiuskirche in Trimbach beispielsweise ist im Besitz der Kirchgemeinde, die Kirchen in Olten hingegen befänden sich in Stiftungsbesitz.

Rückhalt der Bevölkerung ist wichtig

Die Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil werde ebenfalls zuerst abwarten. Präsident Thomas Laube möchte vorerst am bisherigen Prozess festhalten. Schliesslich sei in der neuen Vereinbarung bereits eine engere Zusammenarbeit vorgesehen. Bei einem allfälligen Zusammenschluss sei dann der politische Rückhalt Oltens nötig. Laube sagt:

«Die Fusion ist eine Variante, die in Zukunft durchaus einmal in Frage kommen könnte.»

Bernadette Renggli findet die Einheitskirchgemeinde eine gute Sache. Die Präsidentin der Kirchgemeinde Ifenthal-Hauenstein betont auf Anfrage, dass eine allfällige Fusionierung jedoch eine Urnenabstimmung der Kirchgemeinde bedeuten würde. Dabei könnte das Vorhaben scheitern, da vor allem «eher Alteingesessene gegen einen Zusammenschluss sind», sagt Renggli.

Aber gegen die drohenden Personalprobleme müsse etwas unternommen werden. Der Kirchgemeinderat habe sich zwar erst kürzlich für die nächste Legislaturperiode wählen lassen, doch das Interesse sich aktiv zu beteiligen schwinde besonders bei der jüngeren Bevölkerung, bedauert die Kirchgemeindepräsidentin.

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