Prix Wartenfels
Drei Preisträger gekürt: Bühne, Wort und Ton erhalten Anerkennung

Der Preis Pro Wartenfels 2020 zeichnet den ehemaligen Theaterdirektor Herbert Schibler, den Knapp Verlag Olten und die Big Band Olten aus.

Lorenz Degen
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Die Preisträger des Preises Pro Wartenfels 2020 für hohe Verdienste um die Region Gäu-Olten-Gösgen: Big Band Olten (in schwarzen Hemden) und in weisen Hemden v.l.n.r Preisträger Herbert Schibler, Stiftungspräsident Prof. Dr. Peter A. Bloch Preisträger Thomas Knapp, Knapp Verlag Olten

Die Preisträger des Preises Pro Wartenfels 2020 für hohe Verdienste um die Region Gäu-Olten-Gösgen: Big Band Olten (in schwarzen Hemden) und in weisen Hemden v.l.n.r Preisträger Herbert Schibler, Stiftungspräsident Prof. Dr. Peter A. Bloch Preisträger Thomas Knapp, Knapp Verlag Olten

Patrick Lüthy

Mit grosser Spannung werden jedes Jahr die Auserwählten des Preis Pro Wartenfels 2020 erwartet. Die Ehrung auf dem Schloss gehört zu den Glanzstunden des Niederämter Kulturlebens. Peter André Bloch, Stiftungspräsident von Schloss Wartenfels, konnte am Freitag Abend zwei Persönlichkeiten und einer Musikgruppe die vom Gretzenbacher Künstler Paul Gugelmann gestiftete Ehrengabe mit dem Titel "Blick in die Welt" überreichen.

Thomas Knapp nahm als Geschäftsleiter des Oltner Knapp Verlages den Preis entgegen. «Die Liebe zum Buch wurde ihm quasi in die Wiege gelegt», erklärte Laudator Peter André Bloch. Knapps Vater habe während 50 Jahren im Schweizer Buchzentrum gearbeitet, er selbst absolvierte in der Buchhandlung Schreiber eine Lehre als Sortimentsbuchhändler, ehe er zum Gründer und Mitinhaber des Kinderbuchladens Pinguin wurde. Nach einer journalistischen Phase, bei der Knapp unter anderem auch für das OT geschrieben hatte, gründete er 2004 den Knapp Verlag, der inzwischen über 180 Titel herausbrachte. Zum meistverkauften Buch wurde mit über 40'000 Exemplaren «Der König von Olten» aus der Feder von Alex Capus.

Auf Anfang letzten Jahres übernahm Knapp auch die Leitung der «Schützi Olten», was Bloch einen frühlingshaften Vergleich entlockte: «Und schon blüht dieser wunderbare Oltner Begegnungsort auf wie eine Blume.» Bloch freute sich auf künftige Tanz- und Kabaretttage, auf das Buchfestival, die Konzerte und Fasnachtsanlässe, die alle nun mit einer neuen Bestuhlung durchgeführt werden können. Knapps Arbeitsweise zeichne sich durch zwei Eigenschaften aus: «Im Geist der Solidarität und mit einem untrüglichen Sinn für Qualität», so Bloch.

Kultur mit Gastronomie kombiniert

Wartenfels-Stiftungsrat Martin Wey ehrte den ehemaligen Direktor des Stadttheater Olten, Herbert Schibler. «Die beiden Namen Herbert Schibler und Stadttheater Olten waren über Jahrzehnte gewissermassen als Symbiose eng verbunden. Kam einem der eine Begriff in den Sinn, liess der zweite regelmässig nicht lange auf sich warten.» Der Oltner Stadtpräsident erinnerte daran, dass Schibler bereits als Zehnjähriger auf der Bühne gestanden sei, um sich danach in verschiedenen Rollen weiter zu erproben.

1995 wurde Schibler Mitglied der Oltner Theaterkommission. Als Geschäftsführer des Stadttheaters habe er seit 2005 einen «Mix aus guter bis Weltklasse-Kultur nach Olten geholt.» Auf den Oltner Brettern traten junge Künstlerinnen und Künstler auf, die sich damals noch keinen Namen geschaffen hatten. Die Cellistin Sol Gabetta beispielsweise habe Schibler vor bald zwanzig Jahren kennen gelernt, «noch bevor sie ihre Weltkarriere startete.» Auch habe Schibler zusätzlich das Tagungs- und Messeangebot ausgebaut und dadurch zu einer bekannten Adresse weit über die Region hinaus entwickelt. «Der Prix Wartenfels soll als Anerkennung und Bestätigung dienen, dass sein engagiertes Wirken auch in unserer schnelllebigen Zeit nicht in Vergessenheit geraten wird», schloss Stiftungsrat Wey seine Laudatio.

Die Big Band Olten erhielt ihren Preis vom Lostorfer Gemeindepräsidenten und Stiftungsrat Thomas A. Müller. Die Musikformation besteht aus 17 Musikern, davon fünf Saxofone, je vier Trompeten und Posaunen, plus das Schlagwerk. Da die Big Band nicht finanziell von der Stadt Olten unterstützt wird, animierte Müller die Gruppe zu einem Namenswechsel: «Vielleicht müsstet ihr euch, liebe Musiker, überlegen, euch in Big Band Lostorf umzutaufen, dann könnten wir über eine finanzielle Unterstützung sprechen.» Dieses Jahr wollte die Gruppe ihren 35. Gründungstag feiern, wegen Corona wurde daraus nichts. Der Preis Pro Wartenfels 2020 ist immerhin ein schönes Geburtstagsgeschenk.

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