Kindergarten "Feld"

Drei Bildungsstätten unter einem Dach

Peter und Marie-Louise Bally (links) freuen sich mit Peter Hodel (rechts) über die Eröffnung des Kindergartens Feld

Neue, helle Räume für die Kleinsten

Peter und Marie-Louise Bally (links) freuen sich mit Peter Hodel (rechts) über die Eröffnung des Kindergartens Feld

Der Kindergarten Feld ist ins Areal der ehemaligen Bally-Band in Schönenwerd gezogen – nun wurde die Eröffnung nachgeholt.

Grossformatige Schwarz-WeissFotos an den Wänden des «Lunch-Rooms» zeigen Menschen an der Arbeit: Ein Mann bedient eine Drehbank, Frauen sitzen hintereinander an kleinen Tischchen und halten Bänder in den Händen. Man sieht: Bally Band liess hier weben. Heute dient der Raum als Speisesaal der Swiss International School (SIS), die hier die Kinder über Mittag verpflegt. Nur noch die geschwungene Treppe im Eingangsbereich erinnert an die vorherige Nutzung des Gebäudes aus den 1940er-Jahren. Im Innern wurden die Fabriksäle mehrfach umgebaut, zuletzt diesen Sommer, um dem Kindergarten Feld ein neues Domizil zu geben. Dabei wurden Mauern versetzt, Böden neu verlegt, Türen und Trennwände eingezogen. «Die Ansprüche und Bedürfnisse der neuen Nutzer sind ja ganz anders als zur Zeit der Bandproduktion», erklärte Peter Bally (88), dessen Firma Balimo AG das Areal verwaltet.


Im ersten Stock befinden sich die Unterrichtsräume der SIS, einer zweisprachigen Tagesschule. Im Erdgeschoss sind vier Räume für den Kindergarten Feld entstanden, daneben ist die Fitzgerald Bilingual Dayschool einquartiert, die ebenfalls ein deutsch-englisches Schulangebot bietet. Mit einer kleinen Feier wurde der Abschluss Bau- und Umzugsphase am späten Donnerstagnachmittag gewürdigt. In Betrieb steht der Kindergarten seit August dieses Jahres. Rund 200 Kinder aus drei Schuleinrichtungen sind nun im gleichen Gebäude untergebracht.


Schönenwerds Gemeindepräsident Peter Hodel erwähnte in seiner Rede seine eigene Kindergartenzeit, an die er sich allerdings nur noch schwach erinnere. Er wisse nur noch den Namen der Kindergärtnerin und habe eine besondere Anekdote behalten, als nämlich die ganze Kinderschar vor dem Jugendfest zur Villa von Frau Direktor Streuli pilgerte und dort nach einem Liederständchen ein Glas Sirup erhielt. Bally, so Hodel weiter, habe als einstiger Grossarbeitgeber der Gemeinde stets grossen Wert auf die Kindergärten gelegt. Da nun ein Gemeindekindergarten im ehemaligen Fabrikareal entstanden sei, schliesse sich nun ein Kreis. Hodel sprach von einer gelungenen «Win-win-Situation» für die Gemeinde, die Schulen und das Bally-Areal. Mit Adolf Ogis Worten gab er seiner Zufriedenheit Ausdruck: «Um es mit den bekannten Worten eines ehemaligen Bundesrates zu sagen: Freude herrscht!»


Schulleiter Heinrich Peterhans liess in seiner Ansprache die verschiedenen Projektphasen Revue passieren. Zügig seien die einzelnen Schritte erfolgt, auch ein Volksentscheid an der Gemeindeversammlung verlief positiv. Beim Umzug habe das ganze Kollegium mit vollem Elan angepackt: «Jemand hat sogar deswegen ihren Mutterschaftsurlaub unterbrochen.» Das Resultat freue ihn sehr. «Wir fühlen uns sehr wohl in diesen Räumen», sagte Peterhans, indem er der SIS für die gute Zusammenarbeit dankte. Denn die SIS gab die Räume für den Kindergarten frei und erhielt selber neue Zimmer. Schulleiterin Pia Mathes hob die Vorteile des Umzuges hervor: So konnte die Bibliothek vergrössert werden, ein neuer Musik- und Tanzraum entstand. Auch die Verlegung des Schulleitungsbüros neben das Sekretariat erachte sie als sehr nützlich.


Erika Fitzgerald, Gründerin der Fitzgerald Billingual Day School, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich die drei Bildungseinrichtungen nicht nur dasselbe Gebäude teilen, sondern auch innerlich zusammenfinden: «Vielleicht bleibt es nicht beim Nebeneinander, sondern wird mit der Zeit zu einem Miteinander.»


Claudia Bally, Tochter von Peter Bally, erwähnte in ihrer Rede die Nachbarschaft, die sich bislang nicht über die neuen Geräusche beschwert habe: «Die bereits bestehenden Mieter stören sich nicht an dem erhöhten Lärmpegel in den Znüni-und Mittagspausen.» Musiklehrerin Bernie Müller umrahmte die Einweihungsfeier mit dem Schülerchor der SIS, der einige englische Lieder vortrug.

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