Obergösgen
Dr. Oetker richtet mit grosser Kelle an: So wird das neue Verwaltungsgebäude

Der Nahrungsmittelkonzern baut seinen Standort in Obergösgen aus – neue Mitarbeitende werden deswegen aber nicht eingestellt. Dafür gibt es eine neue Versuchsküche.

Noël Binetti
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So soll das neue Verwaltungsgebäude in Obergösgen aussehen: Im März 2022 soll es bezogen werden.

So soll das neue Verwaltungsgebäude in Obergösgen aussehen: Im März 2022 soll es bezogen werden.

Visualisierung: zVg/Dr. Oetker Bild: zVg/Dr. Oetker

«Zukunftsoffensive bei Dr. Oetker Schweiz»: So ist das Informationsschreiben betitelt. Neben dem bestehenden Standort und Schweizer Hauptsitz im Niederamt entsteht ein modernes Verwaltungsgebäude.

Das Unternehmen leistet sich einen dreistöckigen Bau auf knapp 1200 Quadratmetern. Das neue Gebäude wird Arbeitsort für 22 Mitarbeitende aus den Abteilungen Marketing, Verkauf, Administration, IT und Finanzen.

Der Neubau soll den Mitarbeitenden ein attraktives Arbeitsumfeld bieten und zahlreiche, flexible Nutzungen zulassen. Im Erdgeschoss ist gemäss Mitteilung beispielsweise eine Versuchsküche für Verkostungen, Events und Workshops sowie ein Aufenthaltsraum mit einem Aussensitzplatz für Pausen bei wärmeren Temperaturen vorgesehen. Auch für die Pausenräume sind drei verschiedene Bereiche geplant, um den individuellen Ansprüchen der Mitarbeitenden gerecht zu werden.

Der Spatenstich für den Neubau erfolgte vor wenigen Tagen. Wegen den geltenden Bestimmungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus fand dieser im kleinen Kreis statt. Beim symbolischen Akt auf dem Gelände an der Schachenstrasse waren mit dabei: Marco Kunz von der Firma Strabag, die für den Aushub zuständig ist, Bauleiter Emrah Bajrami, Gemeindepräsident Peter Frei, Fritz Müller, Executive Manager bei Dr. Oetker Schweiz AG, der Architekt Samuel Camenzind (nicht auf dem Bild unten)sowie Valery Henle, Managing Director bei Dr. Oetker Schweiz AG.

Am Spatenstich mit dabei: Gemeindepräsident Peter Frei (3.v.l.).

Am Spatenstich mit dabei: Gemeindepräsident Peter Frei (3.v.l.).

MIKE KLEGER PHOTOGRAPHY

Seit bald 60 Jahren im Niederamt zuhause

Seit 1958 leitet das Unternehmen sein Schweiz-Geschäft von Obergösgen aus. Vor einigen Jahren nannte der Gemeindepräsident von Obergösgen, Peter Frei, den Standort etwas ausserhalb des Dorfes, eine «kleine Enklave».

Vergangenes Jahr wurde bekannt, dass sich die Firma zur Gemeinde Obergösgen bekennt und in den Standort investieren will. Frei zeigte sich vom Vorhaben begeistert und sagte damals: «Wir sind höchst erfreut darüber».

Henle sagt auf Anfrage: «Ein feierlicher Anlass gemeinsam mit den Mitarbeitenden wird sicherlich zu gegebener Zeit nachgeholt.» Als Zeitpunkt nennt sie beispielsweise die Fertigstellung des neuen Gebäudes. Diese ist im März 2022 geplant. Über den genauen Ablauf der Bauarbeiten möchte das Unternehmen im Moment keine Auskunft geben. Klar ist, dass auch die bestehenden Lagerhallen und Logistikräumlichkeiten saniert werden sollen.

Wurden im Unternehmen auch andere mögliche Standorte für den Neubau diskutiert? Dazu sagt Schweiz-Managerin Valery Henle: «Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns dazu nicht äussern möchten.» Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 16''000 Personen. Wie viel Dr. Oetker mit dem Neubau in den Schweizer Hauptsitz investiert, möchte das Unternehmen nicht preisgeben. Und dies obwohl in der Mitteilung der Firma im Zusammenhang mit der Unternehmensphilosophie von Transparenz die Rede ist.

Henle lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde: «Viele Gespräche in der Planungsphase haben virtuell stattgefunden. Das hat alles sehr gut funktioniert.» Bisher sind wegen Corona keine Verzögerungen aufgetreten. «Darüber sind wir froh.»

Das Sortiment des Nahrungsmittel-Multis ist breit. Von Marzipan, Deko-Kerzen und anderen Garnierelementen über Gelierzucker und dem Backbuch «Backen macht Freude» Band Nummer 34, mit dem Titel «Süsse Schweiz», ist einiges zu haben.

Gegründet wurde das Unternehmen 1891. Damals vermarktete der deutsche Bäckerssohn und Apotheker August Oetker zum ersten Mal in Säcke verpacktes Backpulver.

Nachgefragt

«Es werden bestehende Mitarbeiter
ins neue Gebäude umziehen»

Managing Director bei Dr. Oetker Schweiz AG, Valery Henle, begleitete das Projekt des neuen Verwaltungsgebäudes. Anlässlich des Baubeginns beantwortet sie Fragen zum Standort Obergösgen und zu den neusten Produkten des Unternehmens.

Wie viele neue Stellen werden aufgrund des neuen Gebäudes in Obergösgen geschaffen?

Valery Henle: Neue Arbeitsplätze werden keine entstehen. Es werden bestehende Mitarbeiter ins neue Gebäude umziehen.
Gab es Schwierigkeiten bei der Planung des Neubaus an der Schachenstrasse?
Zu Beginn gab es aufgrund des Gewässerschutzes Einsprachen gegen das Projekt.

Wie wurde das Problem gelöst?

Die zusätzlich geforderten Unterlagen wurden erstellt und eingereicht. Danach wurden die Einsprachen zurückgezogen.

Welches ist die neuste Pizza der breit aufgestellten Dr.-Oetker-Gruppe?

Im Bereich Pizza ist es die Marke La Mia Grande. Eine Steinofen-Pizza mit extra dünnem Boden in vier feinen Sorten – Margherita, Salame Piccante, Quattro Formaggi und Pro-sciutto e Formaggi.

Und im Bereich Backen mit süssen Speisen?

Da haben wir eine Ruby Couverture auf dem Markt gebracht. Ruby ist eine Schokoladensorte, welche intensiv fruchtig und mit der aussergewöhnlichen Ruby-Farbe ein optisches Highlight ist. (nob)