Das markante Bauwerk, der buddhistische Tempel in Gretzenbach, soll bald einen ebenso auffälligen Nachbarn erhalten. So zumindest die Pläne der thailändischen Somdetyas Stiftung für Wat Srinagarindravararam. Auf dem brachliegenden Grundstück Im Grund ist eine Versammlungshalle sowie ein Seminar- und Unterkunftsgebäude geplant. Der Gestaltungsplan dazu wurde im März 2017 verabschiedet.

Die Bauarbeiten für das Riesenprojekt sollten im März oder April dieses Jahres beginnen, damit die Räumlichkeiten in zwei Jahren bezogen werden können. Doch: Bisher tut sich nichts auf dem Grundstück, das sich im Besitz der Stiftung befindet. Einzig die in den Himmel ragenden Bauprofile wurden mittlerweile wieder abgebaut. Die Gretzenbacher Baukommission teilt mit, dass sie die Baubewilligungen für das Projekt am 17. Januar 2019 ausstellte. Einsprachen seien ausserdem keine eingegangen.

Die Details des Projekts fehlten

Obwohl die Gemeinde die Baubewilligung erteilt hat, verzögert sich der Baustart. Der Grund: Die stiftungsinterne Baukommission musste im vergangenen halben Jahr die Details des Projekts ausarbeiten. Ausserdem wurde die Ausführungsplanung durch Architektur und Fachplaner erst nach Erhalt der definitiven Baubewilligung in Angriff genommen.

Beat Engelhardt ist Präsident dieser internen Baukommission. Deren Aufgaben bestehen darin, als Kontrollorgan und Nutzungsausschuss das Projekt als Ganzes zu begleiten und abzusegnen. Engelhardt erklärt die Gründe für die Verzögerung: «Durch ein paar Änderungen konnten wir das Projekt optimieren. Dies beanspruchte aber mehr Zeit als ursprünglich geplant.»

«Kosten und Nutzen konnten optimiert werden»

Während der Saal in der Versammlungshalle zuerst mehr als 800 Quadratmeter umfassen sollte, werde er nun etwas kleiner ausfallen. Engelhardt betont aber: «Die Anzahl Parkplätze und die Kapazität für Gäste bleiben gleich.» In der Halle können also künftig Anlässe für rund 1200 Gäste durchgeführt werden. Den Besuchern stehen in der Tiefgarage 97 Parkplätze zu Verfügung.

Weiter wollte die Baukommission die Ausgestaltung der Haustechnik genau prüfen. Dabei geht es unter anderem um das Lüftungssystem, wo, wie Engelhardt sagt, «Kosten und Nutzen optimiert werden konnten». Zudem hätten sie noch mit der Bank wegen des Kredits verhandelt.

Erster Schritt ist der Voraushub

Die Kosten des Riesenprojekts liegen nach wie vor bei rund 13 Millionen Franken. Die Stiftung will das Bauvorhaben über die nächsten Jahre vollumfänglich mit Spendengeldern finanzieren. «Wir sind aufgrund früherer Erfahrungen bei unseren Bauten optimistisch, dass wir dies erreichen», sagt Engelhardt, der als Projekt- und Bauleiter bei der Gross Generalunternehmung AG in Brugg arbeitet.

Ende August sollen nun die Bauarbeiten beginnen. «Zuerst steht der Voraushub und die Rodung an. Mit den Hauptarbeiten starten wir dann voraussichtlich im September oder Oktober.»

Darum muss die Bühne nach Osten zeigen

Auch Phrathep Kittimoli, der Abt des Gretzenbacher Tempels, sitzt in der stiftungsinternen Baukommission. Er habe jeweils darauf geachtet, dass die kulturellen und religiösen Vorgaben eingehalten würden. Engelhardt erzählt: «Wir mussten etwa darauf achten, dass die Bühne in der Halle in Richtung Osten ausgerichtet ist.»

Ausserdem habe er bei der Gestaltung Einfluss genommen: «Im grossen Saal bringen wir Wandbilder aus Thailand zwischen den Fenstern und der Decke an. Sie erzählen die Geschichte Buddhas.»