Obergösgen
Die Kreisschule feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit Singspiel und Street-Food

Über ein Jahr haben sich die Klassen der Kreisschule Mittelgösgen in Obergösgen auf das Fest vorbereitet, das am 30. und 31. Oktober stattfindet. Die Besucher werden mit einem eigens für die Feier geschriebenen Singspiel unterhalten.

Tijana Nikolic
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OK 40 Jahre Kreisschule Mittelgösgen: Schulleiter Andreas Basler, OK-Präsident Philipp Müller und die stellvertretende Schulleiterin Brigitte Staub neben dem Logo zur Jubiläumsfeier.

OK 40 Jahre Kreisschule Mittelgösgen: Schulleiter Andreas Basler, OK-Präsident Philipp Müller und die stellvertretende Schulleiterin Brigitte Staub neben dem Logo zur Jubiläumsfeier.

Hansruedi Aeschbacher

Am Freitag, 30. Oktober, und Samstag, 31. Oktober, feiert die Kreisschule Mittelgösgen ihr vierzigjähriges Bestehen. Gemessen an der Geschichte, wie es zum geschlossenen Schulkreis kam, ist es verständlich, dass man zu diesem Anlass mit schwerem Geschütz auffährt.

Eine grosse Einheit

Nicht nur die Schüler- und Lehrerschaft hat bei den aufwendigen Vorbereitungen dazu geholfen. «Bei diesem Projekt sollte niemand aussen vor bleiben, sondern jeder und jede ein Mitglied der Festgemeinschaft bilden und seinen Beitrag dazu leisten», sagt Schulleiter Andreas Basler.

Dazu gehörten die strategischen Behörden, die eine Singspiel-Bar bedienen, ebenso wie die Delegierten. «Lehrkräfte der ersten Stunde kommen ebenfalls zum Fest. Im Vorfeld haben sie auch die geschichtliche Seite der Kreisschule festgehalten, die in der Festschrift abgedruckt ist», erklärt Basler weiter.

«Dies verdeutlicht die Identifikation mit der Schule», findet der OK-Präsident und Sekundarlehrer Philipp Müller. Die ehemaligen Mitarbeiter der Kreisschule träfen sich sogar alle paar Monate. «Auch beim Thema Sponsoren haben wir keine Probleme. Das Gewerbe im Gösgeramt ist ein grosser Rückhalt für uns», so Müller.

Eine ehemalige Schülerin arbeite bei Radio 32 und habe mit den Schülern Interviews mit ehemaligen Lehrern oder Behördenmitgliedern zusammengeschnitten für die Sendung und so Werbung gemacht.

Man soll die Feste feiern

Die Klassen haben sich über ein Jahr auf dieses Fest vorbereitet. «Wir sind zu diesem Thema zum ersten Mal im März 2014 zusammengesessen», erzählt Müller. Danach seien mit der Zeit immer mehr Ideen dazugekommen.

«Unsere Kollegin und Buchautorin Christina Gasser hat das Singspiel ‹School› eigens für unsere Feier geschrieben», meint Basler stolz. Darin gehe es um den Abschluss der obligatorischen Schulzeit und den Übergang in die Lehre.

Eingebunden darin sind Gespräche mit der Familie und die Auseinandersetzung mit dieser Situation. Und zwischendurch werden einige Lieder gesungen.

«Das ganze Singspiel dauert etwa 90 Minuten. Ganz genau wissen wir es nach der Generalprobe», lacht Müller. Es sei auch besonders, dass das Singspiel in der Dreifachturnhalle aufgeführt werden wird anstatt wie gewohnt in der Aula.

«Es ist eine beachtliche Leistung, wie gut auch die Kinder von den niedrigeren Stufen den Text einstudiert haben», sagt Basler stolz. Nach all der Arbeit der letzten Monate seien die 75 Schüler der Sekundarstufen K, B, E und P zusammen mit den restlichen Helferinnen und Helfern auf Schienen kurz vor der Zielgeraden.

«Und auch nach dem Stress wegen der neuen Reform der Sekundarstufe 1 ist es sehr angenehm, dass wieder Ruhe einkehrt und wir alle zusammen wieder an einem Strang ziehen können», freut sich Basler.

Das sei alles sehr kopflastig gewesen und jetzt käme der Lohn für alle Beteiligten. «Dass wir ein Musical aufführen, war für uns schnell klar. Solche haben an unserer Schule Tradition», erläutert Müller.

Bereits beim Einweihungsfest 1975 wurde nach Texten und Musik vom verstorbenen Sekundarlehrer Oskar Giger in der Aula das Singspiel «s Hemli vom z Friednige» aufgeführt.

«Darauf folgten die nachfolgenden, unvergesslichen Musicals von Giger, wie zum Beispiel ‹Dr Bärehüeter› 1980, ‹D Sunnnebrille› 1984 oder ‹Zwüschehalt› 1991», erinnert sich Basler zurück.

Crazy Kreisi Street Food

Das Schulhausareal wird am Freitag ab 18 Uhr eröffnet. Regierungsrat Remo Ankli wird ebenfalls anwesend sein und eine Begrüssungsrede an die Festgemeinde richten.

«Um die Zeit bis zum Singspiel zu überbrücken, haben sich die Schüler eine Menge ausgedacht», schwärmt Basler. «Beim Kreisi Street Food betreuen die Schüler selbstständig verschiedenste Essensstände mit Gulasch aus Ungarn, Paëlla aus Spanien oder Hamburger aus Amerika», erklärt Müller.

Im Klassenlager hätten einige Kinder sogar das Mixen von Cocktails gelernt für die Bar auf dem Schulgelände. «Ein selbstgeschweisster Spielparcours der besonderen Art steht zur Verfügung, und eine Schulhausführung ist ebenfalls geplant. So eine Führung wird für ehemalige Schüler bestimmt interessant sein», ist sich Basler sicher.

Dabei könnte man sich die Bauruine des alten Hallenbads anschauen, das noch bis 1998 genutzt wurde.

Auszug aus der Festschrift

Seit 1973 sind die drei ehemaligen Oberstufenschulen der Region Mittelgösgen — die Bezirksschule Lostorf, die Kreissekundarschule Winznau und die Oberschulen von Lostorf und Obergösgen — in einem Oberstufenzentrum zusammengefasst.

Die ersten Bemühungen um eine Kreisschule im mittleren Gösgeramt reichen in das erste Viertel des letzten Jahrhunderts zurück. Bis zu jener Zeit besuchte eine Minderheit der Volksschüler aus Obergösgen, Lostorf, Stüsslingen und Rohr die Bezirksschule Schönenwerd, während Winznau der Bezirksschule Trimbach angeschlossen war.

Die Mehrheit besuchte damals die Oberschule, die einfach eine Weiterführung der Primarschule darstellte. Die Idee eines regionalen Oberstufenzentrums im mittleren Gösgeramt wurde an einer Tagung der Gemeindepräsidenten in Obergösgen 1967 zum ersten Mal ernsthaft diskutiert.

Eine leistungsfähige, auf die richtige Grösse ausgelegte Schule fehlte damals. Diese Tatsache zusammen mit der Schulraumnot liess bald erkennen, dass im Interesse aller fünf Gemeinden und ihrer Schulkinder eine regionale Schulkoordination notwendig war.

Es wurde vereinbart, eine vorbereitende Kommission mit Vertretern aller Gemeinden einzusetzen, welche mit Beizug von Experten alle wichtigen Fragen einer genaueren Prüfung unterzog. Die Idee fand zunächst nicht überall Zustimmung.

Erst in einem zweiten Anlauf sei es gelungen — nicht zuletzt dank namhafter Unterstützung von Kantonsrat Josef Kyburz (Obergösgen) und Schularzt Jean Pierre Gauer (Lostorf) — das Projekt mehrheitsfähig zu machen.

Im Spätherbst 1971 wurde mit den Aushubarbeiten für das Schulhaus begonnen. 1972/73 erfolgten die Bauarbeiten. Nach den Sommerferien 1973 fand der Einzug in die neue Schulanlage statt. (mgt)

Jubiläumsfeier: Freitag, 30. Oktober, 18 bis 23 Uhr (Singspiel «School» um 20 Uhr); Samstag, 31. Oktober, 11 bis 23 Uhr (Singspiel «School» um 13
und 20 Uhr)