Lostorf

Die Asche gehört neu in den Abfallsack

Überbleibsel vom gemütlichen Cheminéefeuer: Asche, Holzkohle und Holzreste. Was früher in Deponien gelagert werden konnte, soll künftig über den Hauskehricht in die KVA gelangen.

Überbleibsel vom gemütlichen Cheminéefeuer: Asche, Holzkohle und Holzreste. Was früher in Deponien gelagert werden konnte, soll künftig über den Hauskehricht in die KVA gelangen.

In Lostorf können die Überreste eines Cheminée-Feuers künftig nicht mehr im Gemeindewerkhof entsorgt werden.

Ein OT-Leser meldet sich auf der Redaktion. Er heize seit 40 Jahren sein Einfamilienhaus mehrheitlich mit Holz, schreibt er. «Die ‹reine Asche› (ohne grosse Kohlenstücke) konnte ich in der gemeindeeigenen Sammelstelle in der Bauschuttmulde entsorgen.» Nun heisse es aber, dass er die Asche dem Hauskehricht mitgeben müsse. «Also wird die Asche in Zuchwil noch einmal verbrannt. Wo liegt da der Sinn?», fragt er sich.

Gabriela Beriger, Präsidentin der Umweltkommission Lostorf, bestätigt auf Anfrage die Schilderung. «Der Mann hat recht. Es kam zu einer Umstellung bei der Entsorgung von Asche.» Ein Blick in den Lostorfer Abfallkalender zeigt die Veränderung. Im neuen Abfallkalender von 2020 wird Asche explizit aufgeführt: «Nicht zu den inerten Abfällen gehören: Humose Erde (Humus), Wurzelstöcke, Asche, Metall und Kunststoffe.» Im Abfallkalender von 2019 ist die Asche noch kein Thema. Dort heisst die Rubrik lediglich «Grubengut (mineralische Abfälle)», während die gleiche Sparte 2020 als «inerte, mineralische Abfälle (Grubengut)» bezeichnet wird. Neu ist auch der Hinweis «Haushaltmenge» dazu gekommen.

Glutreste in Altpapier-Mulde zündeten fast den Werkhof an

«Eigentlich war das Einbringen von Asche in die Bauschutt-Mulde schon vorher nicht richtig, wurde aber nicht explizit so vermerkt», sagt Beriger und nennt zwei Gründe, die zur neuen Situation geführt haben. Einerseits wurde letztes Jahr von einer unbekannten Person noch nicht ausgekühlte Asche in die Bauschutt-Mulde geworfen. Glutreste flogen anschliessend durch den Wind in die nebenstehende Altpapiermulde, in der es zu motten begann. Aufmerksame Werkhofmitarbeiter entdeckten die gefährliche Entwicklung noch rechtzeitig und konnten verhindern, dass ein Feuer ausbrach.

Möglicherweise wäre sonst der Werkhof abgebrannt. Der andere Grund liegt in der Entsorgung der Bauschutt-Mulde: Ihr Inhalt wird in eine Deponie gebracht, in der keine Schadstoffe abgelagert werden dürfen. «Wir können der Asche vom Auge nicht ansehen, ob sie nicht durch Schwermetalle oder Gifte verunreinigt ist», erklärt Beriger. «Würde sich bei Stichproben zeigen, dass wir solches Material anliefern, käme das die Gemeinde teuer zu stehen.» Daher sei es richtig, dass die Asche mit dem Hauskehricht nach Zuchwil in die Kehrichtverbrennungsanlage gebracht werde. «Dort können die Verunreinigungen mit speziellen Vorrichtungen herausgefiltert werden.» Dass nun zur Kasse gebeten werde, wer seine Asche entsorge, sei auch schon vor der neuen Regelung so gewesen:

«Abfallentsorgung war nie gratis!», so Beriger. «Die Leute haben zwar das Gefühl, es habe sie nichts gekostet, aber das stimmt so nicht.» Das Entsorgen in der Bauschutt-Mulde wurde der Einwohnerschaft pauschal über das Jahr verrechnet, während nun jeder einzelne Abfallsack koste.

Ausser diesem Fall ist Beriger keine Reaktion auf die neuen Inertstoff-Regelungen bekannt. «Für den Durchschnittskonsumenten ist bei den ständigen Veränderungen schwierig, die Übersicht zu bewahren.» Sie bietet ein offenes Ohr für sämtliche Fragen rund um das Thema Abfall, in das sie sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv eingearbeitet hat. «Keine Angst, ich beisse nicht», fügt sie lachend hinzu.

Nachgefragt mit Arthur Kasper

Nachgefragt bei Arthur Kasper

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