Am letzten Freitag ereignete sich bei der Schwelliplatte in Niedergösgen auf Höhe des Bally-Parks ein dramatisches Ereignis: Das Leben eines Chinesen, der in die Wasserwalze geriet, hing an einem seidenen Faden. Dank dem couragierten Einsatz von Philippe Viau aus Schönenwerd überlebte das Opfer. Hier erzählt der Lebensretter seine Geschichte. 

Wie regelmässig an diesen schönen Sommertagen verbringt Philippe Viau am vergangenen Freitag seine Mittagspause an der Aare in Niedergösgen. Nichtsahnend erblickt er von Weitem einen Mann mit Schwimmweste in der Aare. Als sich Viau zurück ins Geschäft begeben will, erzählen ihm Passanten, dass eine herrenlose Schwimmweste im Wasser treibe. Er blickt auf die Wasserfläche und sucht nach der Weste – plötzlich dämmert es ihm: Exakt diese Weste hat doch vorhin noch ein Schwimmer getragen.

Leben retten oder nicht?

Leben retten oder nicht?

In Niedergösgen trieb letzte Woche ein Mann hilflos in der Aare. Dank eines geübten Schwimmers konnte er aus dem Wasser gezogen werden.

Der Schönenwerder realisiert, dass der Mann in der Wasserwalze gefangen sein müsse. «Zum Glück hat es ihn dann flussabwärts, Richtung Aarau rausgetrieben», berichtet Viau. Denn selbst in die Walze zu springen, das sei ihm zu heikel gewesen. Drei andere Männer, welche ebenfalls an der Aare weilten, eilen zur Hilfe. Mit vereinten Kräften ziehen sie den bewusstlosen Chinesen aus dem Wasser, leisten erste Hilfe und alarmieren den Rettungsdienst.

Erst im Geschäft wird ihm das Geleistete bewusst

«Es dauerte eine Viertelstunde, bis er angefangen hat rumzuschauen, erst erzählte er wirre Dinge. Als die Ambulanz hier war, wurde es besser.» Als er abtransportiert wurde, begann der Gerettete zu realisieren, was vorgefallen war, und bedankte sich bei seinen Rettern.
Trotz dem eben Erlebten geht Viau zurück ins Geschäft.

Erst dort wird ihm bewusst, was gerade passiert ist. «Als Held sehe ich mich nicht», erklärt der 25-Jährige, «ich bin einfach froh, dass ich dem Schwimmer gerade noch rechtzeitig helfen konnte.»

Nach dieser Erfahrung warnt Viau vor den Gefahren: «In der Aare ist es sehr heimtückisch, weil es viele Verwirblungen hat, die man nicht sieht. Es kann sehr schnell gehen, dass es dich unter Wasser zieht.» Jüngste Meldungen aus der Region und 50 Personen, die 2016 in Schweizer Gewässern ertrunken sind, belegen diese Gefahr. Die Polizei läst verlauten: «Nur geübte Schwimmer sollen sich in fliessene Gewässer begeben und Wasserwalzen wie beim Bally-Parks sind stets zu meiden. (Tele M1/otr)