Niederamt

«Das Thema Littering beschäftigt uns alle»: Das Niederamt will die Abfallberge gemeinsam bekämpfen

Daniel Gubler setzt sich als Präsident von «Öisi Aare» für eine saubere und gepflegte Flusslandschaft ein. (Archiv: Oktober 2019)

Daniel Gubler setzt sich als Präsident von «Öisi Aare» für eine saubere und gepflegte Flusslandschaft ein. (Archiv: Oktober 2019)

Die Referate des von der Umweltschutzkommission organisierten regionalen Treffens beschäftigten sich mit dem Thema «Littering».

Am Dienstagabend hatte die Umweltschutzkommission Erlinsbach zum regionalen Treffen der Niederämter Umweltkommissionen ins Gemeindehaus eingeladen; dies nach einer ähnlichen Aktion in Lostorf im vergangenen Jahr. Die rund zwei Dutzend Anwesenden konnten vom ressortverantwortlichen Gemeinderat Willi Stadler begrüsst werden. «Das Thema Littering beschäftigt uns alle. Die Beweggründe der Verursacher sind vielfältig: Fehlender Respekt, Trotz, Unwissen oder Gedankenlosigkeit gehören dazu. Und es ist ein Problem, das keine Gemeinde nur für sich lösen kann», so Stadlers einleitende Bemerkung.

«Nutzt diese Plattform, diese Form des Austausches ist sehr wirksam», ermunterte Stefan Gyr, stellvertretender Leiter «Stoffe» im kantonalen Amt für Umwelt (AfU). Er legte den Anwesenden den Unterschied zwischen Littering und wilder Ablagerung dar: Währenddem man bei Littering von «achtlosem Wegwerfen von Abfallmengen unter einem Kehrichtsack im öffentlichen Raum» spricht, was mit einer Ordnungsbusse von bis zu 300 Franken geregelt ist, zieht das «Wilde Ablagern», welches das vorsätzliche Deponieren grösserer Abfallmengen umschreibt, ein Strafrechtsverfahren nach sich.

Wie Gyr ausführte, seien alleine die Bussen von 55 im Jahr 2010 auf 189 im vergangenen Jahr angestiegen. «Die Wirksamkeit von Bussen ist allerdings abhängig vom Öffentlichmachen der Taten und von der konsequenten Durchführung von Bussenaktionen», machte Gyr den Anwesenden bewusst. Jedoch scheitere es oft an der Nachweisbarkeit; man müsse die Fehlbaren schon «in flagranti» ertappen. Als unterstützende Massnahmen plane der Kanton dieses Jahr die Abgabe von portablen Aschenbechern sowie von Tauchaktionen in der Aare zwecks Bergung von Müll. Dann war die Reihe an Winznaus Gemeindepräsident Daniel Gubler, um den Regionalverein Niederamt «Öisi Aare» vorzustellen.

Kampf gegen Abfallberge und Lärmbelästigung

Die diversen Probleme im Aareraum mündeten 2016 in die Gründung der regionalen Arbeitsgruppe «Öisi Aare», welche von der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt und vom Kanton finanziert wurde. Erst nach dem Auslaufen dieser Finanzierungsmodelle hat man im vergangenen Jahr den Regionalverein Niederamt «Öisi Aare» gegründet, dem heute elf Niederämter Gemeinden und zwei Gönnergemeinden angehören.

Die Ziele seien damals wie heute dieselben gewesen: Bekämpfung von Littering, Regelung des Verkehrs und des wilden Parkierens an der Aare, Verhindern von wildem Campieren und Lärmbelästigung sowie Gewährleistung der Sicherheit. «Die Massnahmen haben gegriffen, es findet heute eine bessere Sozialkontrolle statt. Die Oltech und die Gemeinden koordinieren das Sammeln der Abfälle, und wilde Partys sowie das Campieren durch Randständige ist heute dem Besuch des Aareraums durch Familien mit Kindern gewichen; so, wie wir es wollten», bekräftigte Gubler. Er verwies auf den Saisonstart am 28. März, zu welchem noch weitere Infos folgen werden.

Dass sich nicht nur Gemeindebehörden um das Littering kümmern, sondern auch die Jugend, legten Mia Zollinger und Florian Mollet von der Aktionsgruppe «Suberi Aare» dar (https://aktion-suberi-aare.jimdofree.com). Die Gruppe startet heuer in ihre dritte Saison und hat ebenfalls zum Ziel, den Aareraum sauber zu halten. Begonnen hatte alles vor gut zwei Jahren mit einer Grillaktion und dem damit verbundenen Ärger über die Konfrontation mit entsprechenden Abfallmengen. Die mittlerweile rund 40 Personen zählende Gruppe konzentriert sich auf den Raum Schönenwerd-Erlinsbach-Aarau, und ihr Ziel ist es, möglichst viele hauptsächlich junge Leute mit ins Boot zu holen.

Jugendlichen Sorge und Achtsamkeit lehren

Mit selbst gebastelten Leiterwagen transportieren sie den Müll zur entsprechenden Entsorgungsstation in Aarau, und die Gruppe finanziert sich heute vor allem durch Spenden; am Anfang wurden die Aktionen aus eigener Tasche bezahlt. «Wir wollen vor allem die Jugendlichen animieren, zum Aareraum Sorge zu tragen», so Zollinger und Mollet. Die Teilnahme an diversen Aktionen hätten ihren Glauben gestärkt, «dass man gemeinsam etwas erreichen kann». Für 2020 sind wieder diverse Littering-Aktionen zwischen Schönenwerd und Aarau geplant. «Aus einem Haufen Bier kann auch etwas Gutes entstehen», zeigten sie sich überzeugt; dies mit einen Schuss Humor. – Während des anschliessenden Apéros bestand die Möglichkeit für alle Beteiligten, sich näher kennen zu lernen und sich auszutauschen.

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