Jahresbericht

Das Ringen um die schwarzen Zahlen in Trimbach

Jung und dynamisch: Das Dorf Trimbach hat zwar eine ländliche Idylle, doch seine Ausgabestrukturen gleichen jener einer Stadt.

Jung und dynamisch: Das Dorf Trimbach hat zwar eine ländliche Idylle, doch seine Ausgabestrukturen gleichen jener einer Stadt.

Trimbach schliesst 2019 mit geringem Überschuss ab. Für die Zukunft wird weiterhin mit einem Defizit gerechnet – trotz Sparplänen.

Der Gemeindepräsident von Trimbach, Martin Bühler, zeigt sich zufrieden mit dem Jahresabschluss vom letzten Jahr. Er verweist auf die finanzielle Situation einer Gemeinde wie Trimbach: «Während unsere Einnahmestrukturen die eines Dorfes sind, ähnelt unsere Ausgabenstruktur einer städtischen.» Damit meint Bühler die vorgelagerte Lage des Dorfes zu Olten. Diese Ausgangslage sei historisch bedingt, vielen Dörfern ergehe es ähnlich. Bei der Entwicklung der Gemeinden liessen sich Industrie und Gewerbe in der Stadt nieder, wo Infrastruktur und Verkehr vorhanden waren. Aus diesem Grund zählt Trimbach im Vergleich zu einer Stadt kaum juristische Personen, welche zu den Steuereinnahmen beitragen.

Viele Kinder und junge Familien bedeuten für die Gemeinde geringe Einnahmen bei hohen Kosten. Mit den begrenzten Einnahmen wird haushälterisch umgegangen. Bühler rechnet für das laufende Jahr wiederum mit einem Defizit: «Wir stellen lieber eine konservative Prognose aus, um dann kein böses Erwachen zu erleben.» Eine Gemeinde wie Trimbach kämpfe stets um die schwarze Null. Es sei erfreulich, dass diese in den letzten drei Jahren immer erreicht worden sei.

Dafür verantwortlich sind laut Bühler mehrere Faktoren: «Zum einen machen sich die Sparbemühungen deutlich bemerkbar.» Auch hier prüfe die Gemeinde, was noch optimiert werden könne. «Andererseits sind auch Einmaleffekte ausschlaggebend dafür, dass wir in den letzten Jahren positiv abschliessen konnten.» Mit solchen könne im Vorfeld aber nicht gerechnet werden. Budgetiert wurde jeweils knapp null oder leicht darunter. Abschliessend sagt Bühler zum Jahr 2019: «Mit einem Überschuss von rund 150 000 Franken bei einem Haushalt von 30 Millionen Franken bewegen wir uns in einem geringen prozentualen Bereich. Mit dem Ergebnis können wir uns nicht zurücklehnen, doch ein Überschuss ist natürlich begrüssenswert.»

Juristische Personen tragen zu Mehreinnahmen bei

Der Gemeinderat von Trimbach hat an seiner Sitzung Anfang Juni mehrere Traktanden behandelt. So wurde unter anderem die eben erwähnte Jahresrechnung von 2019 zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet. Die Rechnung 2019 schliesse erfreulicherweise mit einem Ertragsüberschuss von 144 309 Franken ab, also um 400 535 Franken besser als budgetiert.
Abweichungen zum Budget ergeben sich bei den Nettoaufwänden in den folgenden Funktionen: Soziale Sicherheit (+71’217 Franken), Verkehr (-134’025 Franken), Volkswirtschaft (- 43’817 Franken), Finanzen und Steuern (-325’168 Franken).

Die Steuereinnahmen fallen im Nettoertrag rund 452’000 Franken höher aus als budgetiert. Bei den natürlichen Personen wurden 43’000 Franken weniger als budgetiert eingenommen, dafür resultieren bei den juristischen Personen Mehreinnahmen von rund 300’000 Franken. Bei den Quellensteuern wurden rund 44’000 Franken und bei den Grundstückgewinnsteuern rund 144’000 Franken mehr eingenommen. Im Jahr 2019 wurden 5’112’700 Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich bezogen. Die Nettoinvestitionen im steuerfinanzierten Bereich beliefen sich im Jahr 2019 auf 1,228 Mio. Franken und bei der Abwasserbeseitigung auf 17’754 Franken. Die grössten Positionen waren wie in den Vorjahren die Schulliegenschaften mit rund 800’000 Franken, die Strassen mit 190’000 Franken und die Ortsplanung mit 156’000 Franken. Die detaillierten Unterlagen zur Jahresrechnung 2019 sollen nach den Sommerferien zusammen mit den weiteren Unterlagen für die Gemeindeversammlung auf der Website der Gemeinde Trimbach aufgeschaltet werden. Infolge der Corona-Krise wurde die Gemeindeversammlung von Trimbach um drei Monate, auf den 14. September verschoben. Im Mai 2019 hat der Gemeinderat die erarbeitete Teilzonenplanänderung Holdermatt zur Mitwirkung und kantonalen Vorprüfung verabschiedet. Diese wurde dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Die Mitwirkung wurde im Juli 2019 publiziert und bis Ende August 2019 durchgeführt. Dabei sind keine Eingaben eingegangen. Die Eingaben aus dem Vorprüfungsbericht des Amts für Raumplanung vom April 2020 seien umgesetzt und mit dem Eigentümer besprochen worden. Die Vorprüfung sowie Mitwirkung sind abgeschlossen. Der Gemeinderat hat die Teilzonenplanänderung zuhanden der öffentlichen Auflage verabschiedet.
Die nächste Ratssitzung findet am 23. Juni 2020 statt.

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