Schon von Beginn an läuft es alles andere als harmonisch zu und her im neuen Stück der Theatergruppe Winznau: Die Chefin der Schokoladenfirma «Fisch-Schoggi GmbH» (gespielt von Brigitte Fink) setzt sich in der Firma und privat überall durch. Die Omi, die von Monika Wanner gemimt wird, will immer das letzte Wort haben. Sie wird aber nur angehört, wenn es zur Meinung der Mutter passt.

Die beiden Töchter arbeiten in der Firma, allerdings lebt die eine (gespielt von Brigitt von Arx) schon länger ausserhalb des Hauses und führt ihr eigenes Leben mit diversen Verwirrungen. Bald flieht die zweite Tochter, deren Darstellung Myrta Meister übernimmt, zu ihrer Schwester. Für das unscheinbare und etwas trottelige Landei ändert sich dadurch einiges: «Irgendwann vertauschen sich die Rollen zwischen dem Mauerblümchen und der ausgeflippten Tochter», erklärt Myrta Meister. Die zweite Tochter blüht abseits des mütterlichen Einflusses auf.

Parallel dazu lehnt sich der Ehemann der Chefin, der von Heinz Glauser gespielt wird, gegen seine Frau auf. Bis anhin begnügte er sich lange Zeit damit, strickend in der Stube zu sitzen und für Ordnung im Haushalt zu sorgen. Als ein russischer Geschäftsmann (gespielt von Peter Leimgruber) auf den Plan tritt und eine mysteriöse Schiffsladung voller Fischmehl in der Firma eintrifft, ist das Chaos vorprogrammiert.

Handlung um Vorspann erweitert

Das Stück schrieb Daniel Kaiser, Theaterautor und Regisseur in diversen Theatervereinen. Er ist ein guter Freund vom Winznauer Theaterregisseur Paolo Grazioli, dem der Dreiakter sofort gefiel, als er eine Vorstellung davon besuchte. «Es ist etwas Spezielles, da es noch eher selten gespielt wurde», erzählt Grazioli. Die Theatergruppe führte bereits das Stück «Im Auge der Isis» auf, welches Kaiser übersetzt hatte. Mit dem aktuellen Stück führen die Winznauer allerdings zum ersten Mal ein von Kaiser komplett selbst geschriebenes Stück auf.

Grazioli ergänzte das Stück jedoch um einen selbst geschriebenen Vorspann. Der Grund war, dass zwei jüngere Mitspielerinnen bei der Theatergruppe mitmachen wollten, sich aber im Stück selbst keine passenden Rollen für die beiden finden liessen. So können nun auch die beiden motivierten 14-jährigen Jael Kissling und Alisah Grünberg ihren Teil zum Stück beitragen.

Früh Text auswendig gelernt

Myrta Meister, die Präsidentin der Theatergruppe Winznau und Paolo Grazioli zeigen sich zufrieden mit dem Stand der Proben. «Dieses Jahr hatten wir den Anspruch, die Texte schon zu einem frühen Zeitpunkt auswendig zu lernen», so Meister. Dadurch blieb mehr Zeit, um am Ausdruck zu arbeiten. Seit Mai proben sie einmal wöchentlich, seit den Sommerferien zwei Mal. Gegen Schluss wird es noch einmal intensiv: Am Wochenende vor der Premiere hilft die ganze Gruppe, die Kulissen aufzustellen. Der ganze Sonntag wird in die Probenarbeit investiert. Am Montag vor der Premiere findet schliesslich die Hauptprobe statt.

Dieses Jahr können die Besucher erstmals Tickets via Online-Verkauf bestellen. Die Option, per Telefon Tickets zu reservieren, wird parallel dazu weitergeführt, um auch Leuten entgegenzukommen, die lieber auf analogem Weg ihre Plätze reservieren möchten. Mit dem Vorverkauf laufe es bisher gut, wie Meister und Grazioli erzählen. Besonders für die Vorstellungen am Freitag- und Samstagabend konnten schon viele Tickets verkauft werden. Die Möglichkeit, an der Abendkasse Tickets zu beziehen, besteht weiterhin.

Die Vorführungen finden am 21., 23., 24. und 25. November in der MZH Winznau statt. Ausser jener am 25. November, die um 14 Uhr startet, beginnen alle um 20 Uhr. Tickets können unter theatergruppewinznau.ch oder per Telefon bei Heinz Glauser unter 077 453 81 79 reserviert werden.