Jahresrechnung

Däniker Sparkurs zahlt sich aus – Gemeinderat sieht die Lage weiter angespannt

Die Jahresrechnung der Gemeinde Däniken schliesst besser ab als erwartet.

Die Jahresrechnung der Gemeinde Däniken schliesst besser ab als erwartet.

Die Erfolgsrechnung schliesst unter dem Budget. Das Eigenkapital wuchs auf fast 30 Millionen Franken. Der Gemeinderat sieht die Lage mit Blick in die Zukunft weiter angespannt.

Die Juni-Gemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Däniken wurde infolge der Corona-Krise abgesagt und die Genehmigung der Jahresrechnung 2019 folglich auf die Gemeindeversammlung vom 30. November 2020 vertagt.

Die Jahresrechnung 2019 schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 309'867 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 775'000 Franken. Damit schliesst die Rechnung um 46'532 Franken besser als erwartet ab. Der Grund für die Verbesserung liegt hauptsächlich darin, dass die Beschwerde gegen den kantonalen Finanz- und Lastenausgleich endgültig entschieden und verbucht worden ist. Zukünftig reduziert sich die Belastung durch den seit 2016 geltenden Finanz- und Lastenausgleich. Die Beschwerde wurde in einem bedeutenden Punkt bezüglich der Berechnung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen des Kernkraftwerks gutgeheissen. Durch die Rückabwicklung der bestrittenen Jahre 2016-2019 ergibt sich in der Jahresrechnung 2019 ein beachtlicher Sondereffekt. Das Jahresergebnis ist aber bei weitem nicht gut und es bedarf einer künftigen Anpassung der Steuererträge.

Das betriebliche Ergebnis aus der dreistufigen Erfolgsrechnung bleibt auch in diesem Jahr unhaltbar tief. Wiederum sind es die Stufen Finanzierung und ausserordentliches Ergebnis, die zur Abschwächung des erheblichen Defizits verhelfen. Seit diesem Jahr werden die Neubewertungsreserven aus der Umstellung zu HRM2, dem neuen Rechnungslegungsmodell, während fünf Jahren abgetragen. In dieser Zeit wird das Ergebnis um jeweils rund 830'000 Franken verbessert. Ohne diese verordnete Auflösung von Reserven würde der Aufwandüberschuss deutlich über 1 Million Franken liegen und ein noch schlechteres Bild abgeben.

Erfolgsrechnung schliesst unter dem Budget

Der Gesamtaufwand liegt bei knapp 14 Millionen Franken und folglich fast 700'000 Franken unter dem Budget. Einmal mehr wurde von den Behörden, den Kommissionen und der Verwaltung sehr sorgfältig mit dem Budget umgegangen. Das zeigt sich bei den kaum nennenswerten Budgetüberschreitungen und den zahlreichen deutlichen Unterschreitungen. Sowohl beim Personal- wie auch Sachaufwand wurde das Budget nicht erreicht. Beim Sachaufwand sogar um beachtliche 12 Prozent weniger. Die Abschreibungen liegen aufgrund der geringer als erwarteten Nettoinvestitionen unter dem Budget. Unter dem Budgetwert liegen unter anderem auch die Beiträge und Entschädigungen an andere Behörden wie beispielsweise den Kanton. Darin ist auch die erwähnte Rückabwicklung des Urteils zum Finanz- und Lastenausgleich zu finden. Mehrausgaben von rund 50'000 Franken sind in den Leistungsfeldern der Sozialregion unteres Niederamt zu verzeichnen. Weniger positiv sind die Budgetunterschreitungen bei den Steuererträgen. Bei den juristischen Personen fehlen 124'000 Franken und bei den natürlichen Personen 66'000 Franken. Es zeigt sich, wie schwer es ist, die Steuererträge einzuschätzen.

Investitionen in die Werterhaltung

Die Gemeinde investierte auch im vergangenen Jahr in die Dorfinfrastrukturen, was sich in den letzten Jahrzehnten bewährt hat. Im 2019 belaufen sich die Nettoinvestitionen auf 2.58 Millionen. Franken. Im Budget waren 4,1 Franken vorgesehen. Der grösste Teil des Geldes floss in die Sanierung des Gemeindehauses und die Erstellung des Wärmeverbunds für die Anlagen der Gemeinde. Letzterer konnte deutlich unter den veranschlagten Ausgaben realisiert werden. Ferner ist der Ersatz der Wasser- und Abwasserleitungen im Mühlweg noch nicht so weit fortgeschritten.

Spezialfinanzierungen schliessen teilweise gut ab

Die Wasserversorgung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 106'681 Franken (Budget Aufwandüberschuss von 147'800 Franken) ab. Dazu geführt hat der Einnahmenüberschuss in der Investitionsrechnung sowie Mehreinnahmen bei den Wasserverkäufen und Rückerstattungen. Beim Aufwand halten sich die tieferen Planungshonorare mit den höheren Leitungs- und Pumpenunterhaltskosten fast die Waage. Das Ergebnis der Wasserversorgung ist seit mehreren Jahren negativ und muss folglich analysiert und eine Verbesserung angestrebt werden. Eine Arbeitsgruppe befasst sich damit. Der Gemeinderat wird an der nächsten Gemeindeversammlung einen Vorschlag unterbreiten.

Die Abwasserbeseitigung präsentiert sich mit einem Ertragsüberschuss von 34'851 Franken (Budget minus 77'800 Franken). Verbessert wurde das Ergebnis durch nicht ausgeführte Planungen und einen tieferen Beitrag an den Zweckverband der Abwasserregion Schönenwerd. Auch hier sehen wir höhere Gebühreneinnahmen aufgrund der grösseren Wassermenge. Der Ertragsüberschuss bei der Abfallbeseitigung beträgt 10'475 Franken (Budget minus 3400 Franken). Hier sind es vor allem die Einsparungen beim Aufwand, welche zur Verbesserung geführt haben.

Eigenkapital bleibt weiterhin beachtlich

Die Bilanzsumme steigt aufgrund der Investitionen erneut, und zwar von 28 auf 29.7 Millionen Franken an. Der Wertzuwachs beträgt 2.5 Millionen Franken und resultiert insbesondere aus der Sanierung des Gemeindehauses. Die flüssigen Mittel hingegen nahmen um 1.2 Millionen Franken ab. Eine neue Verschuldung war unumgänglich. So wurde ein zusätzliches kurzfristiges Darlehen von 3 Millionen Franken aufgenommen. Die kurz- und langfristigen Darlehen betragen 9.4 Millionen Franken. Das Eigenkapital ist weiterhin beachtlich und beläuft sich auf 18 Millionen Franken. Die Verschuldung ist demnach tragbar. Dies belegen auch die Finanzkennzahlen, welche sich bis auf den Selbstfinanzierungsgrad alle im grünen Bereich bewegen. (mgt)

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