Alles andere als eine Selbstverständlichkeit war der gute Besuch in der Kirche Gretzenbach zum Adventkonzert des heimischen Musikvereins und des Gemischten Chors Schönenwerd am Sonntag — war doch das garstige Wetter nicht unbedingt einladend. Der überwältigende Schlussapplaus war aber ein klarer Beweis dafür, dass sämtliche Besucher von den Darbietungen der Musiker und Sänger begeistert waren.

Bereits mit der Eröffnung — «Gresford – The Miners Hymn» wurde gespielt — gelang dem Musikverein eine überzeugende Darbietung, allen voran dem Solo-Quartett auf dem Flügelhorn, Es-Horn, Tenorhorn und Euphonium. Tanja Ringgenberg, die als Moderatorin durchs Programm führte, konnte anschliessend auf ein weihnächtliches Medley mit dem Titel «A Happy Merry Christmas», ein Arrangement von Frank Bernaerts, hinweisen. Mit dem modernen, zeitgemässen Sound wurde der Beweis erbracht, dass alte, traditionelle Weihnachtslieder alles andere als verstaubt sein müssen.

Wie das Amen in der Kirche

Ein erster Höhepunkt war in der Folge das Duett für zwei Cornet unter dem Titel «The Flower Duet», arrangiert von Philip Sparke. Die beiden Solisten Heinz Hosner und Pascal Wüthrich interpretierten ihren Part in allen Teilen tatsächlich blumig in musikalischem Farbenreichtum. Andrea Scherrer, die Dirigentin des Musikvereins Gretzenbach, war für die Gesamtleitung zusammen mit dem Gemischten Chor Schönenwerd in «Kumbaya», einem traditionellen Spiritual, verantwortlich, Sie führte beide Gruppen zu einem eindrücklichen Vortrag zusammen. Ebenso eindrücklich war auch der Vortrag des Chores unter der Leitung von Katja Deutschmann mit dem traditionellen südafrikanischen Song «Nginesi Ponono».

Ein weiterer Solovortrag folgte mit «I’ll Be Still in Love with You». Die herzergreifende Melodie interpretierte der frühere Dirigent des Musikvereins, Konrad Wüthrich, auf dem Es-Horn souverän.

Nicht von Händel, sondern in einer Interpretation von Frank Bernaerts folgte das Stück «Hallelujah». Der Musikverein überzeugte mit dieser Version sowohl in den Piani- wie auch in den Fortistellen durch tonliche Reinheit. Eine besondere Aufstellung wählte der Gemischte Chor für die Darbietung von «Noyana». Die Sänger verteilten sich im Kirchenraum, wodurch die einzelnen Register vorteilhaft zur Geltung kamen und so ihr Können beweisen konnten.

Ein Bravourstück für jeden Gospelchor ist schliesslich das «Amen». Wie das Amen in der Kirche war auch das Lied «Amen» gesungen vom Chor und begleitet vom Musikverein der Schlusspunkt des intensiv vorbereiteten Adventskonzertes.

Viele der Gäste hätten wohl lieber für eine Weile noch in der Wärme der Kirche verharren wollen, anstatt nach draussen in das Hudelwetter zu müssen. Doch das vorweihnachtliche Geschenk in Form eines eindrucksvollen Adventskonzertes konnte über dieses Unrecht hinweg helfen.