Herr von Däniken, was für einen Bezug haben Sie zu Ihrem Heimatort Erlinsbach?

Erich von Däniken: Wir stammen aus dem Clan der Kleiderfirma von Däniken, die es in Erlinsbach gab. Auch in Aarau war eine Filiale. Mein Vater war Schneider. Zudem besuchte ich ein paar Mal meine Cousins dort. Mir gefällt das Dorf sehr, so beschaulich zwischen den Jurahügeln.

Welches Ereignis hat Ihnen die Augen geöffnet im Hinblick auf Ihre weitere Karriere? Geschah dies in Erlinsbach?

Nein, das lief anders. Da mein Vater ein strenger Katholik war, wurde ich als Kind in ein Internat geschickt, dem damaligen Jesuiteninternat Collège St-Michel in Fribourg. Dort ist jetzt das Gymnasium. Als ich dieses Internat besuchte, war ich ein tiefgläubiger Bub. Wir mussten oft Bibelstellen übersetzen, sei es vom Lateinischen ins Deutsch oder ins Altgriechische. Da musste ich eines Tages die Geschichte des biblischen Priesters und Propheten Hesekiel übersetzen. Dort wird beschrieben, dass diesem in babylonischer Gefangenschaft ein «göttlicher Thronwagen» am Himmel erschienen sei. 

Das hat Sie fasziniert ...

Und wie. Es handelte sich laut Beschreibung um ein Vehikel aus Metall mit allem Drum und Dran. Ich als damals 16-Jähriger habe mich gefragt: Wie kann das sein? Der Professor hat mir erklärt, dies sei der liebe Gott in seiner Herrlichkeit. Doch mir ging das Fahrzeug nie mehr aus dem Kopf, meine Neugier war geweckt. Offenbar waren hier Wesen am Werk gewesen, die buchstäblich nicht von dieser Welt waren, die über Techniken verfügten, von denen wir hier nur träumen können.

Sie führten dann zunächst ein normales Leben, absolvierten eine Lehre als Kellner und wurden später Geschäftsführer in Hotels. Wann schweiften Sie ab, wenn man das so bezeichnen darf?

Ja, eigentlich bin ich immer abgeschweift, habe jede freie Minute ins Reisen investiert. Ich dachte mir, man müsste doch auf unserem Planeten Beweise sehen von diesen Ausserirdischen, die da mit Fahrzeugen unterwegs waren. Ich meine, jede Religion auf der Erde hat diese Wiederkunfts-Erwartung an ihre Götter. Aber es war doch eher so, dass dies eine Überlieferung unserer Ahnen war. Etwas aus Zeiten, als tatsächlich Ausserirdische auf unserem Planeten landeten. Und man sieht überall Beweise. Die Menschen meinten damals lediglich, es habe sich um Götter gehandelt. Überall auf der Erde wird Gott erwartet. Aber die Wiederkunftserwartung ist keine christliche Erfindung.

Kommen wir auf Ihren neuen Vortrag zu sprechen, den Sie in Däniken halten werden. Däniken haben Sie aufgrund der Namensgleichheit gewählt, oder?

Genau, wir dachten, das macht sich doch gut für den ersten Vortrag seit Langem in der Schweiz. Ich hatte zwar im Jungfrau-Park (ehem. Mystery-Park) immer wieder Vorträge vor kleinem Publikum.

Können Sie schon ein wenig andeuten, um was es gehen wird?

Es handelt sich um eine Art Rundumschlag. Ich werde Bezug zu dieser Hesekiel-Geschichte nehmen, das ist äusserst interessant. Zudem werde ich zu neuesten Entdeckungen und Beweisen von Ausserirdischen in Peru etwas sagen: Absolut fantastisch, das kann ich Ihnen jetzt schon versprechen. Ich habe wahnsinnig tolle Bilder, die beweisen, was wirklich abgeht.

Woran könnte es denn liegen, dass wir von den Medien nicht abdrucken, «was wirklich abgeht»?

Hören Sie, die Journalisten, die ich kenne, sind wirklich tolle Leute. Aber sie wollen vernünftig bleiben. Von der Existenz Ausserirdischer zu schreiben, gilt als unvernünftig und irrational. Deshalb schreiben sie lieber das, was alle anderen auch schreiben, um nicht als abartig zu gelten.

Herr von Däniken, die Frage ist unumgänglich, und ich muss sie jetzt stellen: Sind Sie ein Verschwörungstheoretiker?

Ganz im Gegenteil. Ich bin ja dringend daran interessiert, dass Infos rausgehen. Ein Verschwörungstheoretiker würde doch eher was verschweigen. Wie zum Beispiel die Archäologen bei den Pyramiden in Ägypten.

Was verschweigen diese denn Ihrer Meinung nach?

Na, merkwürdigerweise werden dort immer wieder neue Räume und Stollen entdeckt. Dabei handelt es sich überhaupt nicht um Neuentdeckungen, sondern nur um eine dosierte Wahrheit für die Öffentlichkeit. Davon bin ich absolut überzeugt.

Klingt interessant, aber ich meine, lachen die Leute nicht, wenn Sie immer wieder derart gewagte Dinge behaupten?

Ja, eigentlich wird man für so etwas dauernd ausgelacht. Das störte mich nur am Anfang. Nach dem ersten Buch war ich schon verletzt ob der Häme, die über mich hereinbrach. Und jetzt kommt wieder diese Vernunft ins Spiel. Gerade in der Schweiz gilt dieses Thema, wie erwähnt, als so furchtbar unvernünftig. Ausserirdische, na hör’ mal, geht’s dir eigentlich noch, das gibt’s ja nicht, lautet der Reflex zu 99 Prozent. In den USA hingegen herrscht eine etwas andere Auffassung. Dort lädt man mich an Universitäten ein, und dann wird kontrovers diskutiert. Stellen Sie sich mal vor, ich würde an der Uni Zürich einen Vortrag halten, undenkbar.

Wie gehen Sie damit um?

Mit der Zeit ist man gegen Spott abgehärtet. Mich treibt ja ein missionarischer Eifer. Mir fehlt es nie an Mut, vor Tausenden von Leuten zu reden, wie neulich in Barcelona vor 5000. Oder in Pasadena, als mir 24 000 Leute Standing Ovations kredenzten. Das ist ein wahnsinniges Gefühl, da fühle ich mich also schon bestätigt.

In Anbetracht von 75 Millionen verkauften Büchern dürfte sowieso manchem der Spott vergangen sein. Wie fühlt es sich an, Bücher geschrieben zu haben, die in 32 verschiedene Sprachen übersetzt wurden?

Ich habe von jeder Ausgabe ein Exemplar in meinem Büro. Es ist lustig, ein chinesisches oder russisches Buch in den Fingern zu halten, das du zwar selbst geschrieben hast, aber nicht mal ansatzweise lesen kannst. Man vertraut da den Verlagen.

In Europa gibt es niemand, der so viele Bücher verkaufte wie Sie. Sie müssen deswegen sehr wohlhabend sein…

Ich war nie ein reicher Mann, nein. Sicher, ich konnte immer alle Rechnungen bezahlen. Aber da gehören eben manchmal auch solche dazu wie Helikoptermiete für drei Tage, was auf einen Schlag mit mehreren zehntausend Franken zu Buche schlägt, und vieles andere. Auch die Löhne der Mitarbeiter sind sehr wichtig. Diese Art von Reisen, die ich unternehme, ist nicht billig, das sollte man immer bedenken. Mir ging es ja nie ums Geld.

Ist es denn falsch, bei der Zielverfolgung Geld in den Mittelpunkt zu stellen?

Finde ich schon. Denn wenn du eine tolle Idee hast und gute Argumente, kommt es fast von selbst. Man muss einfach gut sein auf seinem Gebiet.

Gute Argumente hatten Sie ja in den Neunzigern mit Ihrer Serie auf Sat 1 «Auf den Spuren der All-Mächtigen». Aber wie kam es zu dieser Serie?

Das war Zufall und war auf einen alten Bekannten und berühmten Mann zurückzuführen. Ich kenne Frank Elstner von seiner Zeit bei Radio Luxemburg. Er brachte mich darauf, eine Pilotsendung über meine Themen zu produzieren. Als wir uns das fertige Produkt gemeinsam anschauten, kam zufällig der Chef-Einkäufer des Senders Sat 1 zur Tür rein und meinte, das Ganze habe Potenzial für eine Serie. Der Erfolg war überwältigend.

Spätestens seit damals können Sie nirgends mehr hin, ohne erkannt zu werden, oder?

Das ist so, ich werde überall auf der Welt um Autogramme angehalten. Das gehört halt dazu. Ich mag den Kontakt zu den Leuten sehr, da darf man einfach nicht arrogant werden. In seltenen Fällen esse ich klammheimlich zum Zmittag ein Sandwich im Büro, damit ich nicht aufgehalten werde und ruhig durcharbeiten kann.

Es gibt ja noch andere Leute, die öffentlich über Ausserirdische sprechen. Zum Beispiel der Brite David Icke. Er behauptet, diese befänden sich unter uns und würden sich derart gut tarnen, dass wir sie nicht ertappen. Icke sagt, dass «die Eliten von Reptilien abstammen». Was halten Sie von solchen Theorien?

Von dieser Theorie halte ich zunächst eher wenig, wobei ich es dann doch nicht ganz ausschliessen kann. Dazu gibt es auch neue Erkenntnisse an meinem Vortrag in Däniken, Sie werden erstaunt sein. Ich habe da supertolles Material. Dennoch hege ich gegenüber Ickes Theorien grosse Zweifel.

Sie sind mittlerweile 83 Jahre alt und kein bisschen müde, wie es so schön heisst. Wie machen Sie das?

Ja, ich bin für 2019 schon 200 Tage ausgebucht. Ich glaube an den lieben Gott, was oder wer auch immer das sein mag. Darum bete ich jeden Abend vor dem Einschlafen zum grandiosen Geist der Schöpfung, wie ich ihn nenne. Ich denke, dass mir dies viel Energie gibt.