Fortifikation Hauenstein

«Bestrebungen zur Unterschutzstellung gibt es auf Solothurner Seite nicht»

Die Gruppe Rost & Grünspan zeigte 2014 den Alltag in der Anlage beim Spitzenflüeli

Die Schützengräben der Fortifikation Hauenstein stehen nicht unter Denkmalschutz.

Die Gruppe Rost & Grünspan zeigte 2014 den Alltag in der Anlage beim Spitzenflüeli

Die Erhaltung der Fortifikation Hauenstein geht auf Solothurner Seite einen Schritt vorwärts, auf Baselbieter Seite bewegt sich nichts.

Euphorie sieht anders aus. Gerade einmal eine gute A4-Seite umfasst die Stellungnahme der Baselbieter Regierung auf ein Postulat des Landrats Pascal Ryf (CVP, Oberwil), der vor zwei Jahren ein Postulat zur Unterschutzstellung der Fortifikation Hauenstein einreichte. Die Regierung anerkennt zwar die «militärhistorisch bedeutende Anlage», geht aber nicht näher auf deren denkmalpflegerische Behandlung ein. Für 90'000 Franken soll zunächst durch ein externes Büro eine Dokumentation erstellt werden, was aber frühestens für den Finanzplan 2021-2024 in Frage komme.

Ryf ist enttäuscht: «Dass nach so langer Zeit keine konkrete Antwort vorliegt, ist unbefriedigend. Der Wille zur Unterschutzstellung fehlt. Generell habe ich den Eindruck, dass das Bewusstsein für die Bedeutung des Historischen nicht sehr gross ist.» Die Fortifikation Hauenstein ist für den 40-jährigen Historiker besonders bedeutsam, «weil hier sichtbar wird, was für eine tragende Rolle unserem Kanton als Grenzgebiet im Ersten Weltkrieg zukam.» Die Erhaltung der in sich zusammenfallenden, über hundertjährigen Gräben, Unterstände und Beobachtungsposten findet Ryf auch für das kulturelle Gedächtnis wichtig: «Es geht um eine Wertschätzung gegenüber der Generation, die in dieser entbehrungsreichen Zeit lebte.»

Zuwarten auf Solothurner Seite

Ein Teil der Fortifikation Hauenstein liegt auch auf Solothurner Boden. «Bestrebungen zur Unterschutzstellung gibt es auf Solothurner Seite nicht», erklärt Stefan Blank, Solothurner Denkmalpfleger, auf Anfrage. Im kantonalen Inventar der schutzwürdigen Objekte sind Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg eingetragen, jedoch keine aus dem Ersten Weltkrieg. Für Blank war die Fortifikation Hauenstein bislang kein Thema: «Ich kannte diese Anlage bis jetzt nicht. Ob eine Schutzwürdigkeit gegeben ist, kann ich daher nicht beurteilen.» Eine Zusammenarbeit zwischen Baselland und Solothurn wäre denkbar: «Die Kantonsgrenzen sind kein grundsätzliches Hindernis», so Blank, «aber die Unterschutzstellung müsste wohl jeder Kanton für sich durchführen.»

Aus eigener Initative hat der Oltner Christoph Rast die Neubemalung der Wappen an der Belchen-Südstrasse aufgegleist, um damit ein Stück Fortifikation zu erhalten. «Dieses Engagement ist begrüssenswert,» findet Blank.

Auch Ryf wurde auch darauf angesprochen, dass Private die Initiative ergreifen sollen, wenn die Regierung nichts tun wolle: «Ich habe viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten, sogar von einem emeritierten Geschichtsprofessor.» Ganz ausschliessen möchte er dieses Vorgehen nicht. «Klar könnte man einen Trägerverein gründen und Geld sammeln. Aber so einfach darf sich der Staat nicht aus seiner historischen Verantwortung ziehen.» Nötigenfalls würde er eine Motion einreichen. Auch hält er es für denkbar, dass im Solothurner Kantonsrat eine ähnliches Anfrage eingereicht wird.

Hinweis
Wer sich für die Fortifikation Hauenstein engagieren möchte, kann sich bei Landrat Pascal Ryf melden, Telefon 079 686 70 17, Email pascal.ryf@lr-bl.ch.

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